Merkels Hoffnungen zerbombt
Merkels Hoffnungen zerbombt

Merkels Hoffnungen zerbombt

Flagge der Tuerkei / Quelle: Wikipedia, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AFlag_of_Turkey.svg Flagge der Tuerkei / Quelle: Wikipedia, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AFlag_of_Turkey.svg
Eine Bombe in Ankara machte alles zunichte: Das mit großen Hoffnungen verknüpfte Spitzengespräch der Koalition der Willigen“ zur Flüchtlingskrise ist abgesagt.

Ein Bombenanschlag in der türkischen Hauptstadt Ankara hat die Hoffnungen des Kanzleramtes auf eine europäische Lösung der Flüchtlingskrise wieder einmal gesprengt. Wegen des Anschlages hat die türkische Regierung ein für heute Abend in Brüssel geplantes Abendessen der „Koalition der Willigen“ abgesagt.

In der österreichischen Botschaft wollten Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande mit dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu und sieben weitern EU-Regierungschefs über das weitere Vorgehen diskutieren. Stattdessen müssen Merkel und die EU erkennen, dass sie mit der Türkei auf Einen Partner setzen, der selbst kaum noch in der Lage ist, die Sicherheit im eigenen Land zu gewährleisten. Der Widerstand gegen die autokratische Herrschaft von Präsident Recep Tayyip Erdoğan provoziert immer neue Gewalt.

Mindestens 28 Tote

Bei dem Anschlag in der Nähe des türkischen Parlaments waren mindestens 28 Menschen getötet und 61 weitere verletzt worden. Die türkische Regierung macht die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und ihren syrischen Ableger YPG für den verheerenden Anschlag von Ankara verantwortlich. „Gestern hat sich wieder gezeigt, dass die YPG eine Terrororganisation ist“, sagte Davutoglu. Das müssten nun auch die Verbündeten erkennen.

Damit sprach Davutoglu die USA an. Denn die von Ankara blutig erkämpfte YPG wird von den USA finanziert. Mit Unterstützung aus Washington geht der bewaffnete syrische Ableger der PKK in Syrien gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vor. Die Interessenlage ist also mehr als unübersichtlich. Und es stellt sich die Frage, wie der Westen seinen Interessenkonflikt in der Türkei lösen will. Die westliche Unterstützung für die YPC wird einer Vereinbarung zwischen EU und Türkei in der Flüchtlingskrise immer im Wege stehen.