Merkel macht Angst...
Merkel macht Angst...

Merkel macht Angst…

Graffitti auf einem Berliner Buergersteig © GEOLITICO Graffitti auf einem Berliner Buergersteig © GEOLITICO
Die Vorgänge von Köln sind auch ein Lehrstück für die ideologische Korrumpiertheit des Apparats. Verantwortlich aber sind die willfährigen Willkommens-Jubler.

Das neue Jahr begann mit guten Nachrichten:„In der Silvesternacht sind mehr als 800 Fahrzeuge im ganzen Land angezündet worden“, twitterte stolz der französische Innenminister. Schließlich seien das 14,5% weniger als zum vorangegangenen Jahreswechsel. Während anderswo Böller geworfen werden, haben sich frustrierte Migranten in den verlorenen Vorstädten unseres Nachbarlands also eine ungleich effektvollere Methode ausgedacht, das neue Jahr zu begrüßen.

Einfallsreich zeigten sich auch bei uns lebende Migranten, speziell in der Domstadt Köln, aber auch anderswo. Erstmals probten sie die Kraft ihrer wachsenden Masse und konfrontierten die Kölner auf dem Bahnhofsvorplatz mit ihren Vorstellungen einer fröhlichen Feier. Nach offiziell eintausend, laut inoffiziellem Polizeibericht aber „einige tausend“ Menschen arabischer und afrikanischer Herkunft belästigten und beraubten vornehmlich einheimische Frauen. Dabei ist es völlig unerheblich, ob es sich um Alt- oder Neumigranten, also Flüchtlinge, handelt: Schneller als befürchtet hat der Zeitenwandel in Deutschland Einzug gehalten.

Schlag ins Gesicht der Opfer

Natürlich, und das ist so selbstverständlich, dass es beinah peinlich ist, es noch einmal herauszustellen, stehen diese Täter nicht für die Mehrheit der Zuwanderer. Es sind im Verhältnis nur einige, vielleicht sogar nur wenige, aber bei einer entsprechend großen Gesamtzahl kann auch ein kleiner destruktiver Prozentsatz unendlichen Schaden für Betroffene und das Zusammenleben ganz allgemein anrichten. Deshalb war die Öffnung der Schleusen für Flüchtlinge in diesen Dimensionen auch eine bewusste Inkaufnahme der Aufkündigung des sozialen Friedens im Lande. Und Köln war mit Sicherheit erst der Anfang.

Für die ideologischen Leugner solcher Realitäten kann allerdings nicht sein, was nicht sein darf. Deshalb sind die Vorgänge von Köln auch ein Lehrstück für die ideologische Korrumpiertheit des Apparats. So behauptete der Pressedienst der Kölner Polizei noch nach der Nacht:

„Wie im Vorjahr verliefen die meisten Silvesterfeierlichkeiten auf den Rheinbrücken, in der Kölner Innenstadt und in Leverkusen friedlich.“

Als sich die Übergriffe dank einer aktiven Gegenöffentlichkeit und gezielter Indiskretionen frustrierter Polizeibeamter nicht weiter verheimlichen ließen, betonte man einerseits, unter den Gewalttätern seien mit Sicherheit keine Flüchtlinge, sondern arabische und afrikanische Kriminelle gewesen, und behauptete im gleichen Atemzug, die Täter seien unbekannt. Stückchenweise sickerten dann wenigstens Teile der Wahrheit an die Öffentlichkeit.

Den betroffenen Frauen ist es sicherlich vollkommen egal, welcherart Migranten es waren, die sie belästigt, entehrt und beraubt haben. Die Verursacher sind sowieso diejenigen, die die Flüchtlingslawine erzeugt und befördert haben. Aber der Lug und Trug, mit dem jetzt von der neuen Nomenklatura diese von ihr zu verantwortenden Verhältnisse verniedlicht werden sollen, ist ein Schlag ins Gesicht der Opfer und der Bürger. Eine Erkenntnis, dass eine gescheiterte, nein, eine in diesen Dimensionen scheitern müssende Integration unabhängig von ihrem Stadium sozialen Sprengstoff liefert, scheint den Verantwortlichen selbst nach den Vorfällen von Paris und in der Silvesternacht abzugehen.

„Eine Armlänge Abstand“

Die Boulevardzeitung „Express“ berichtete allerdings zügig, dass nicht nur Polizisten eindeutig hauptsächlich Syrer als Täter ausgemacht hatten. Sogar Flüchtlingshelfer, die die arabischen Personen vor Ort begleiteten, hätten davon Zeugnis gegeben. Auch Sanitäter und Notärzte könnten bestätigen, dass es sich zumindest zum Teil um Asylbewerber gehandelt habe. Und die Zeitung folgert: „Die Aussage von Polizeipräsident Wolfgang Albers, man wisse nicht, woher die 1000 Chaoten auf dem Bahnhofsvorplatz kamen, kann so nicht stimmen.“ Was müssen wir vom moralischen Zustand unserer Institutionen denken, wenn wir immer wieder so dreist und offensichtlich belogen werden?

Nach der ersten Betroffenheit des Apparats über den frühen Zerfall seiner Lebenslüge eines quasi naturnotwendigen friedlichen Miteinanders unterschiedlicher Kulturen rüstete er gewohnt konsequent zur Schadensbegrenzung. All das habe ja nur geschehen können, weil die Polizei ihren Job nicht gemacht habe, und man müsse jetzt „rechte Hetze“ zurückweisen. Unabhängig davon, dass die Polizeiführung sehr wohl ihrer wichtigsten Aufgabe, nämlich für die Herrschaft zu lügen, erfolgreich nachgekommen war, versteht jeder Idiot, dass keine Polizei der Welt eintausend enthemmte Gewalttäter oder sogar ein Vielfaches davon inmitten einer noch größeren Menschenmasse kontrollieren kann.

Die Führung im Wettbewerb um die größte Peinlichkeit übernahm dann aber die Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Ja, genau die, die im letzten Oktober angesichts des für sie perfekt getimeten Attentats durch einen militanten Schwachkopf auf den Wogen eines mühsam zusammengebogenen Kampfes gegen Rechts in ihr Amt getragen worden war.

Reker kündigte entschlossene Präventionsmaßnahmen an, denen eins gemeinsam war: Sie hatten nichts mit den wahren Tätern und der neuen Bevölkerungsgruppe, aus der sie stammen, zu tun. Vielmehr müsse die Effektivität der Polizei erhöht werden, und es gelte, einen neuen Verhaltenskodex zu installieren, „damit den Frauen und Mädchen solche Dinge nicht widerfahren“. Entsprechende Regeln sollen bis zum Karneval aufgestellt werden. Dazu werde gehören, dass Frauen zu „Fremden“ mindestens „eine Armlänge Abstand“ halten. Außerdem sollten sie sich nicht von der eigenen Gruppe trennen lassen. Donnerwetter.

Wenn zwei das gleiche sagen…

Die FAZ schreibt dazu[1]:

Ein Mob junger Männer macht Jagd auf Frauen, und die Frauen bekommen daraufhin Verhaltenstipps? Das ist keine Prävention, das ist eine Unverschämtheit.“

Und zitiert Twitter:

„Von solchen Verhaltenstipps sei es nur noch ein Schritt zu dem Hinweis, Frauen sollten das Haus besser nicht verlassen oder weite Gewänder tragen, wenn sie sich in der Öffentlichkeit bewegen.“

Wie war das eigentlich vor wenigen Wochen mit dem Chef des Philologenverbandes Sachsen-Anhalt, der zurücktreten musste, weil er in der Verbandszeitschrift fragte, ob man die Mädchen mit zwölf Jahren nicht aufklären und warnen müsste, mit Asylbewerbern aus dem arabisch-muslimischen Raum in Kontakt zu kommen? Wo ist da der qualitative Unterschied zum Rekerischen Ansinnen? Wenn zwei das gleiche sagen, ist es anscheinend nicht dasselbe. Einen Unterschied gibt es in der Tat: Der Philologe warnte, weil er die kommende Gefahr sah; die Bürgermeisterin sieht die Gefahr nicht einmal, nachdem der Schaden eingetreten ist.

Das eigentlich Infame an ihrer Reaktion ist aber, dass damit, wenn zwar nicht ausdrücklich ausgesprochen, aber doch keineswegs nur unterschwellig, unterstellt wird, die Opfer seien doch irgendwie selber schuld. Während mit Blick auf Migranten beteuert wird, man könne doch von ein paar (1000+!) Gewalttätern nicht auf die Gesamtheit schließen, wird hier genau umgekehrt aus der Tatsache, dass manche Frauen – durchaus im Sinne der Evolution – versuchen, den Männern den Kopf zu verdrehen, die weibliche Hälfte der Menschheit unter Generalverdacht genommen.

Haben die nun wahrscheinlich dauerhaft Traumatisierten und die noch einmal schwer verunsichert Davongekommenen das verdient? Müssen sie sich intelligenzbeleidigend sagen lassen, dass es möglich wäre, in einem Menschengewühl einen Armlängenabstand gegen aggressiv vordrängende Gruppen einzuhalten? Und muss dieser Hohn ausgerechnet von Reker kommen, die bei dem Messerattentat doch gerade am eigenen Leibe erfahren hat, wie schwierig es sein kann, eine Armlänge Abstand zu halten?

Dreimal Nein findet sicher auch die FAZ und schreibt:

„Frauen in einer demokratischen Gesellschaft, die Gleichberechtigung in ihren Grundrechtskatalog geschrieben hat, brauchen keine Verhaltensempfehlungen. Sondern die Sicherheit, dass der öffentliche Raum ihnen genauso gehört wie Männern, woher immer diese auch kommen mögen.“

Man tue geradezu so, als wären die Geschehnisse der Silvesternacht einfach nur ein Missverständnis gewesen, dem keine gesellschaftliche Veränderung innewohnt.

Weder die Polizei noch die Opfer sind die Schuldigen

Man könnte nun sagen: Den auf diese Aussagen hin einsetzenden Shitstorm hat Reker sich redlich verdient, aber ihr Statement war beileibe kein Ausrutscher, sondern nur eine unvorsichtige Formulierung des zugrundeliegenden Gutmenschendenkens: Da Flüchtlinge im Grunde grundgut sind und jede Relativierung dieses Dogmas einen Kniefall vor den ominösen „Rechten“ bedeutet, müssen die Frauen ja selber schuld sein. Ironischerweise bekommen jene damit nun das Problem, dass Frauen für die Political Correctness ja bisher – die Formulierung sei gestattet – ebenfalls heilige Kühe sind. Da bedarf es wohl einer Güterabwägung – oder neuer verbaler Nebelkerzen.

Das Gute an der unerfreulichen Sache ist allerdings, dass es diesen Shitstorm („Frau Reker, halten Sie bitte Abstand von uns.“) überhaupt gegeben hat. Es könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Menschen aus ihrem Hypnoseschlaf erwachen und wieder die Realität wahrzunehmen beginnen. Dann werden sie erkennen, dass weder die Polizei noch die Opfer die Schuldigen sind, sondern die willfährigen Willkommens-Jubler, die Verschleierer und die Profiteure der Flüchtlingsindustrie. Jene haben den Schaden angerichtet und wollen nun andere zur Rechenschaft ziehen.

Peinlich allerdings ist es, wie viele Kritiker der Vorgänge von Köln jetzt antikausal argumentieren, man habe die zwangsläufige Folge einer verfehlten Politik vermeiden müssen, um nicht Zulauf für die als Teufelsbrut wahrgenommenen und so dargestellten Pegida und AfD zu provozieren. Blumentöpfe fallen aber nie nach oben, sondern immer nach unten, weswegen die genannten Organisationen eben erst als direkte Folge einer verfehlten Politik als Versuch der Gefahrenabwehr entstanden sind.

Keineswegs sind es böse Geister, die man auszutreiben hätte, indem man die Folgen der verfehlten Politik wegzaubern könnte. Um einmal moralisch zu werden: Warum kriechen diese Wendehälse jetzt nicht im Staub und entschuldigen sich bei Pegida und AfD, die schließlich schon frühzeitig, wenn auch vergeblich, auf die Gefahren hingewiesen haben?

Ein Kommentar bei „Tagesschau online“ bringt die Sache auf den Punkt:

„Das Hauptfeindbild unserer Regierung ist die AfD und Pegida, doch habe ich noch nie gehört, dass von diesen angeblich Rechten Frauen sexuell belästigt und beraubt wurden. Die nicht Integrierungsfähigen erhalten stattdessen besonderen Schutz unserer Regierung! Ich muss nicht lange überlegen, zu welcher Seite ich tendiere. Das war sicher nicht immer so, die deutsche Politik spaltet die Gesellschaft. Und sogar Europa, denn ohne Merkel sähe die Regierung in Polen wohl anders aus. Merkel macht Angst…“

 

Anmerkung

[1] http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/henriette-rekers-unverschaermter-vorschlag-mit-der-armlaenge-13999586.html

 

Über Konrad Kustos

Kustos studierte Germanistik, Geografie und Publizistik an der Freien Universität und promovierte über das Spannungsfeld zwischen Unterhaltungsliteratur und Literaturliteratur. Viele Jahre arbeitete er als Journalist in leitenden Positionen bei großen Berliner Tageszeitungen. Der Schwerpunkt seiner publizistischen Arbeit lag bei der Architektur und dem Aufbau der neuen Hauptstadt nach der Wende von 1989. Als roter Faden durch seine Arbeit zieht sich die Verteidigung des Normalbürgers gegen elitäre Denkweisen sowie der Versuch, Ideologien zu enttarnen. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel