„Die Neger schnackseln gerne!“
„Die Neger schnackseln gerne!“

„Die Neger schnackseln gerne!“

Bjoern Hoecke auf einder Demonstration in Erfurt © AfD Bjoern Hoecke auf einder Demonstration in Erfurt © AfD
Vorsicht Satire! Björn Höcke und Anette Kahane – oder eine österliche Passion auf vorweihnachtlicher Geisterfahrt durchs Heilige Deutschland.

Drei fahle Gespenster gingen mal wieder in Deutschland um. Nicht leise um Mitternacht, sondern laut und vernehmlich am hellichten Tag spukend! Diese schneeweißen deutschen Bettlaken hießen: Fassungslosigkeit! Betroffenheit!! Bestürzung!!!.

Doch es blieb dem schon seit langer Zeit umhergehenden Gewissen Deutschlands, das sich gern Hosen anzieht, wenn es als Anette Kahane auftritt, vorbehalten, das erste Anathema gegen IHN zu schleudern: „ER hat Jehova gesagt!“

Das brachte die Geister, die sie rief, die Bundestagseinheitsvolkspartei AMD (Anständige Mitte Deutschlands) ganz durcheinander: „Hat ER nicht sogar Autobahn gesagt?!“ „Nein! Volkswagen!“ „Nein! Käfer!“

Wer aber war der Sündenbock? Wer sollte mitten in der Vorweihnachtszeit das Osterlamm abgeben …?

Sein ICH klingt nordisch weich, sein WIR hart und deutsch.

Vorname: Björn Nachname: Höcke. Er ist eine Mischung aus Parsifal, Lehrer Lämpel und Max und Moritz. Am liebsten spielt er sich selbst einen Streich nach dem anderen. Denn wen die Götter lieben, dem rauben sie den Verstand.

Dieser Gott-sei-bei-uns-Höcke also, Beschützer aller deutschen Blondinen mit Namen Brunhilde, hat nicht etwa „Autobahn“ gesagt, wie einst die blonde Ex-Eva der Tagesschau, die sich mit dieser Versuchung als mütterliche Hermannhistorikerin selbst aus dem Mainstreamparadies veräppelt hat.

Nein, viel viel schlimmer: Er hat in seiner inkriminierten Rede zwischen der 8. und 9. Minute, als die Erde bebte, ausgerechnet IHR, der bunten Eumenide Alekto, der Unaufhörlichen, der unvermeidlichen Kahane, durch die Blume des Bösen sowas wie Rassismus vorgeworfen; nur, weil ihr als internationalistischer Ästhetin im wilden weißen Osten Deutschlands noch viel zu wenig Farbige unterwegs sind.

Gib acht auf Susi!

Doch kaum ausgesprochen, vergallopierte sich der reine Tor mit seinem lichten Geist Richtung Afrika, wo es für ihn am Dunkelsten ist. Am Lehrerpult der AfD und auch sonst überall im Lande von Youtube bangte der Held öffentlich, dass sich sein geliebtes deutsches Volk schon bald zum indigenen Überrest im eigenen Land erniedrigen müsste; – also so etwa, wie die Mapuche in Feuerland Mitte.

Das hat er aber nicht gesagt! Stimmt ja auch nicht, denn Patagonien ist nicht Germanien, und wilde Araberhorden sind schließlich keine bibelfesten Spanier oder Portugiesen oder züchtige Jesuiten oder deutsche Dignidad-Kolonisten. Und Deutsche sind keine Indianer, auch wenn viele gerne welche wären, besonders die hellen Karl-May-Sachsen aus Sachsen und Bad Segeberg.

Deutsche sind, um einen wissenschaftlichen Terminus zu benutzen, die Höck‘schen Platzhalter, die sich seit tausend Jahren mit Feuer, Schwert und Pflugscharen ihren Platz in der Erdgeschichte gesichert – und diesen auch ziemlich lange, meist im Namen eines Zimmermannssohnes aus Nazareth, verteidigt haben.

Und also rief der arme Parsifal aus Erfurt, aus dem westlichsten Westfalen ausgewandert, karmisch geboren am 1. April, mit dicker Lippe warnend in den deutschen Novembernebel: „Die Neger schnackseln gerne!“ – ach nein, Pardon, dass war ja die Regensburger Fürstin des ehemaligen Postkutschenimperiums und des guten deutschen Geschmacks! – Moment! – er sprach irgendwas von Regenerationsstrategien, vom kleinen „r“ und großem „K“? Mal sehen, ob ich das noch richtig zusammenkriege:

Die Morgen – bzw. Mittagsländer vertreten seit der letzten Eiszeit, als noch die Mammuts durch den Kongo stampften, den echten „Höck‘schen lebensbejahenden Ausbreitungstyp„, die Abendländer dagegen, worauf schon die Schlacht im Teutoburger Wald Anno 9 eindrucksvoll hinweist, den „Höck‘schen selbstverneinenden europäischen Platzhaltertyp„. Von Sonnenauf – bis Sonnenuntergang schnackselt der lebensbejahende Ausbreitungstyp gerne und immerzu und überall, wogegen der selbstverneinende europäische Wi…er – vor allem wenn er deutsch und auf Mallorca ist – wenigstens zum Ärger seiner internationalen Mitplatzhalter stets zuerst sein Handtuch auf die Liege tackert.

So what? – Madame Kahane!

Mit Parsifals mutigem Beitrag zur Relativitätstheorie über den lebensbejahenden Menschenverstand der Schwarzen und dem selbstverneinenden der Weißen trifft lediglich megarechte Wissenschaft auf megalinke Ästhetik. In Wahrheit hält nämlich der Höcke die Afrikaner genauso wie Sie für schlauer und sein eigenes Volk der dichtenden und denkenden Handtuchhalter für doof! Ist er also nicht ein ebenso verkappter Antideutscher, die Deutschen in seinen Augen also imgrunde schlicht genauso behämmert wie in Ihren, gnädige Frau? Hocken da Max und Moritz und Berufsgewissen Alekto nicht womöglich in derselben kommunizierenden Röhre?

Sie wollen mehr Farbige in ihrer bunten Welt schnackseln lassen, er ruft die Sarottimohren und Monostatosse, die es trotz oder wegen Eurogendfor bis nach Deutschland geschafft haben, dazu auf, sich auf Schokoladentafeln oder in die Zauberflöte zu assimilieren. Denn everything goes! Schließlich fressen selbst Pirinccis Krimikatzen schon lange keine Mäuse mehr. Die schnackeln auch lieber. Sogar richtig versaut. Doch ohne den Goldgrund der Selbstverneinung kommt kein bunter Negro – auch kein Türke, geschweige Araber – in den Club der blütenweißen Platzhalter der identitären Selbstverleugnung, nicht wahr? Das große deutsche Geheimnis ist doch eben dieses: Egal, wie das Mensch aussieht und woher es kommt: Es muss sich hierzulande stets verneinen wollen und niemand darf sich seit unserem Staatsphilosophen Hegel als echter Deutscher bezeichnen, der diese hohe Kunst der geistigen Folklore nicht mindestens so beherrscht wie Anette Kahane und Björn Höcke.

Das sind Platzhalternationen unter sich!

Apropos Assimilation! Ist das dasselbe wie Integration oder Kastration? Deutschlands Großhirne arbeiten noch an dieser Fragestellung. Wie aber sprach Lämpel neulich in Erfurt? Wir Deutschen müssen uns wieder in die Männerwelt assimilieren. Auch Brunhilde! Auch Susi! Erst recht, wenn sie blond sind. Die französische Rassismusforscherin Marine Le Pen hat neulich erst wieder gesagt, dass Assimilation das französische Modell sei und Integration das englische. Lady Di wurde z. B. nicht in die Königsfamilie assimiliert, sondern integriert. Das Ende ist bekannt. Und was die Franzosen seit den Zeiten von Jean d‘Arc ganz allgemein von Engländern halten, die sich nie bei ihnen assimilierten, sondern sie immer nur integrieren wollten, ist sicher auch kein Geheimnis. Zwischen Ausbreitungs-Araber oder Platzhalter-Perser ist das auch nicht viel anders. Der eine will integrieren, der andere assimilieren. Und alle zusammen verbrennen gerne Hexen.

Das war wohl der eigentliche Grund seiner Rede

Reichsverweser Höcke, sozusagen Deutschlands gegenderte Germania, hält es aber in Wahrheit nur mit den Hollande Überdrüssigen und würde sich gerne mit dem Front National verschmelzen – oder wie man in der DDR 1.0 einst kerndeutsch sagte: mit der Nationalen Front. Lieber die französische Mutti als die olle deutsche. Mehr war da, wenigstens politisch, nicht dran an der ganzen Rederei. Hätte der frankophon weltoffene Höcke aber gleich sagen können. Hätte der auch nicht ganz dichten Anette, und nun auch noch der armen Frauke den öffentlichen Herzkasper erspart.

Und die Moral aus der Geschicht’: Gut, dass wir keine anderen Probleme haben.