Über die Balkanroute an die Uni

Fassade der Berliner Humboldt-Universitaet als Projektionsflaeche beim Fest des Lichts © GEOLITICO Fassade der Berliner Humboldt-Universitaet als Projektionsflaeche beim Fest des Lichts © GEOLITICO
Weil die Universitäten überlaufen sind, wird der Zugang für deutsche Abiturienten immer schwieriger. Flüchtlinge brauchen nicht mal ein Abitur-Zeugnis.

Zum Studium an einer deutschen Hochschule zugelassen zu werden, ist nicht ganz leicht. Seitdem immer mehr junge Leute studieren wollen, sind die Anforderungen zwar nicht höher, aber doch zahlreicher geworden.

Zumal in den so genannten Mangelfächern muss nicht nur die Abiturdurchschnittsnote stimmen; hinzukommen Wartezeiten, die eingehalten, soziale Dienste, die abgeleistet, oder Eingangsgespräche, die erfolgreich bestanden werden müssen, um einen der knapp gewordenen Studienplätze zu ergattern.

„Indirekte Nachweisführung“

Jetzt gibt es noch einen weiteren, leichteren Weg zum ersehnten Ziel. Er führt über die Balkanroute. Wer auf ihr kommt, kann auf Zeugnisse, Dienstzeiten oder sonstige Nachweise verzichten, vorausgesetzt, er kann plausibel machen, dass er sie fluchtbedingt verloren hat.

Wenn „bei ausreichender indirekter Nachweisführung“ aufgrund einer Plausibilitätsprüfung auf eine Hochschulzugangsberechtigung welcher Art auch immer geschlossen werden kann, darf die Hochschule auf ein Prüfungs- bzw. Feststellungsverfahren verzichten.

Windelweiche Formulierung

Konrad Adam / Quelle: Privat

Konrad Adam / Quelle: Privat

So will es der jüngste Beschluss der Kultusministerkonferenz. Glücklicherweise liegt die Entscheidung darüber, was aus dieser windelweichen Formulierung wird, bei den Ländern.

Da junge Leute erfinderisch sind, wenn es darum geht, Schleichwege zum Studium zu entdecken und zu beschreiten, dürfte der nächste Umweg irgendwo in der Ägäis beginnen und an irgendeiner norddeutschen Hochschule enden. Denn die Bayern werden nicht so dumm sein, nach ihren Grenzen auch noch ihre Universitäten von Flüchtlingsströmen überschwemmen zu lassen.

Über Konrad Adam

Konrad Adam ist Journalist, Publizist und Politiker (AfD). Er war von 1979 bis 2007 Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) sowie Chefkorrespondent und Kolumnist der Welt in Berlin. Zwischen April 2013 und Juli 2015 war er einer von drei Bundessprechern (Bundesvorsitzenden) der Alternative für Deutschland, zu deren Gründungsmitgliedern er zählt. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel