Finanzmärkte im freien Fall
Finanzmärkte im freien Fall

Finanzmärkte im freien Fall

Begleitet von heftigen Kursverlusten an den Börsen werden auch die Devisenmärkte von heftigen Turbulnzen erschüttert: Der Euro und der Rubel brechen massiv ein.

An den Devisenmärkten ging es in den vergangenen Wochen steil bergab – mit einer Ausnahme: Der Dollar erlebte in den vergangenen Monaten einen phänomenalen Anstieg. Dabei ist die Währung in Wahrheit schon lange nicht das Papier wert, auf das sie gedruckt ist. „Doch immer wenn es auf dem Globus stinkt und kracht, hebt die Weltleitwährung ab wie eine Patriot-Rakete. Allein seit Anfang Juli ist der Dollar-Index um fast 5% in die Höhe geschossen“, schrieb Marcus Gaertner auf GEOLITICO.

Im Gegenzug erlebte der Euro einen gewaltigen Absturz. Noch Anfang Juli mussten Käufer für einen Euro rund 1,40 US-Dollar zahlen. Seitdem fiel die Gemeinschaftswährung um rund 10 Prozent. Für Währungen ist das in einem so kurzen Zeitraum eine schon fast dramatisch zu nennende Entwicklung. „Nur mehr 1,27 US-Dollar erhält man nun für einen Euro und die großen Investmenthäuser sehen den Weg zur Parität mit der US-Währung bereits vorherbestimmt“, hieß es in den „Freitagsgedanken“. Nur wenige Tage später drückten die zunehmenden Sorgen vor einer Rezession in Europa den Euro auf 1,26 US-Dollar.

Gewaltige Stützungskäufe

Vertreter der US-Notenbank sehen im hohen Dollar-Wechselkurs keine Gefahr für die die wirtschaftlichen Aussichten für die US-Konjunktur. Das heißt, sie sehen keinen Anlass von den im kommenden Jahr erwarteten Zinserhöhungen abzurücken.

Weitaus pessimistischer wird die Lage in Europa und in Russland betrachtet. Denn auch der russische Rubel fiel in den vergangenen Wochen im Devisenhandel durch einen massiven Wertverlust auf. Grund sind die aufgrund der Ukraine-Krise gegen Russland verhängten Sanktionen. Wiederholt griff die russische Zentralbank mit gewaltigen Stützungskäufen ein, um den Rubel zu stabilisieren. Doch es gelang ihr nicht, den Verfall und den Finanzfluss ins Ausland nachhaltig zu stoppen.

Furcht vor Weltwirtschaftskrise

Hauptverantwortlich für den anhaltenden Druck auf den Rubel sind die weiter verfallenden Ölpreise. Die Analysten von ING rechnen deswegen auch damit, dass der Rubel im vierten Quartal weiter fällt auf 45,70 gegenüber dem Währungskorb, womit dann aber ein Wendepunkt erreicht sein dürfte. Das gegenwärtige Rubel-Ziel für 2014 von 36,40 basiere auf einem Ölpreis von 105 Dollar und sei offenkundig zu optimistisch und müsse korrigiert werden. Dennoch dürfte sich die russische Devise bald stabilisieren und im ersten Halbjahr 2015 auch zulegen, sofern es keinen weiteren Ölpreisverfall gebe und auch weitere Sanktionen ausblieben, glauben Marktteilnehmer beim Forex Trading.

Der Turbulenzen auf den Devisenmärkten werden begleitet von der Furcht vor einer neuen Weltwirtschaftskrise. Anlass sind die Einbrüche an den Börsen weltweit. Gerade erst taumelte der DAX auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr. Der deutsche Leitindex sank in der Spitze um 3,1 Prozent auf 8555,73 Punkte. Der EuroStoxx50 verlor 3,3 Prozent auf 2901 Zähler. Richtig heftig waren die Kursverluste in Athen: Der griechische Leitindex ASE verlor 10,1 Prozent. Das ist der größte Tagesverlust seit 2008.