Der erste entgrenzte Krieg
Der erste entgrenzte Krieg

Der erste entgrenzte Krieg

Versailles und der Zerfall Europas: Warum die europäischen Mächte nach dem ersten großen Krieg nicht in der Lage waren, eine tragfähige Friedensordnung zu errichten.

Im Jahre 2002 legte Buchautor Jörg Friedrich mit seinem Buch „Der Brand“ eine voluminöse Darstellung des Bombenkriegs der Alliierten im 2. Weltkrieg gegen Deutschland vor. Schon dieses Buch war manchen in Deutschland nicht so ganz geheuer, stellt es doch die einfache Frage nach der Verhältnismäßigkeit militärischer Maßnahmen, die ca. 600.000 Tote unter der deutschen Zivilbevölkerung gefordert hat. Es entflammte eine Diskussion, in der es auch viele Argumente zugunsten der alliierten Maßnahmen gab gegen einen gnadenlosen, völkermordenden Gegner, den Nazi-Deutschland nun einmal darstellte. Was aber leider typisch deutsch ist: Nach dieser Diskussion galt Friedrich als politisch inkorrekter Debattenstifter (so Gustav Seibt in seiner weiter unten noch genannten Rezension). Ein verheerendes Zeugnis für unsere politische Kultur.

Auf 1072 Seiten beschreibt Jörg Friedrich nun in seinem in diesem Jahr veröffentlichten Buch „14/18 – Der Weg nach Versailles“ die Geschehnisse des 1. Weltkriegs. Auch dies ist wie sein Buch über den Bombenkrieg keine trockene Abhandlung, sondern Geschichtsschreibung im besten Sinne: Darstellungen der auf wissenschaftlicher Grundlage ermittelten Fakten (67 Seiten umfassen Anmerkungen, Karten, Literaturverzeichnis und Personenregister) wechseln ab mit der Präsentation der historischen Akteure in Szenen mit wörtlicher Rede sowie mit dazwischen gestreuten Überlegungen, Fragen und Bewertungen des Autors zu den jeweils gerade abgehandelten Ereignissen. Hier werden keine Häppcheninformationen geboten, wer sich auf die Beschreibung dieses ersten europäischen Amoklaufs im 20. Jahrhundert einlässt, muss einen langen Atem mitbringen.

Keine Versöhnung mit den Besiegten

Das Problem, wie man die überwältigende Fülle an Fakten und Ereignissen in diesen vier Jahren in den Griff bekommen kann, hat Friedrich gelöst, indem er sein Buch in 5 grundlegende Großkapitel gegliedert hat, die dann weiter in kleinere Kapitel aufgeteilt werden:

  • Aufbruch: Hier wird die Vorgeschichte des Kriegs auf dem Balkan, die durch das Attentat augelöste Juli-Krise und die letztendlich die verhängnisvolle Entscheidung zum Krieg abgehandelt.
  • Der Osten: In diesem übergreifenden Kapitel werden die Kämpfe im Osten und Südosten in den ersten zwei Kriegsjahren geschildert.
  • Der Westen: Hier werden die Grenzschlachten und schließlich der verlustreiche Stellungskrieg im Westen bis Ende 1916 beschrieben.
  • Frieden: Dieses themenreiche Großkapitel beginnt mit einer Schilderung der Kriegsziele aller Beteiligten und behandelt verschiedene Friedensbemühungen zur Beendigung des europäischen Gemetzels. Der Fokus insgesamt liegt aber im Epochenjahr 1917, das den Kriegseintritt der USA und die russische Revolution zu verzeichnen hatte.Mit dem Sonderfrieden von Brest-Litowsk konnte das Deutsche Reich den Krieg im Osten sogar beenden.
  • Fall: Hier wird der Zusammenbruch der Mittelmächte 1918 und der Friede von Versailles behandelt.

Jörg Friedrich hat seinem Buch den Untertitel „Der Weg nach Versailles“ gegeben. Der Friede von Versailles ist für ihn das Synonym für einen unversöhnlichen und rachsüchtigen Frieden in nicht tragfähigen politischen Strukturen. Es ist ein Frieden, der den Krieg nur mit anderen Mitteln fortsetzen will. Selbstverständlich haben wir Nachgeborenen es einfacher als die Zeitgenossen von 1919, diesen Friedensschluss nach einem Krieg mit beispiellosen Opfern zu beurteilen. Wir sehen natürlich klar die verhängnisvolle Entwicklung von 1919 hin zum 2. Weltkrieg.

Doch auch 1919 gab es hellsichtige Geister, die der Versailler Friedenskonferenz lediglich zugestanden haben, eine Art längeren Waffenstillstand, aber keinen wirklichen Frieden erreicht zu haben. Im Jahre 1815 hatten die siegreichen Mächte auf dem Wiener Kongress versucht, für alle Beteiligte, auch Frankreich, das unter Napoleon die Nachbarn mit einem jahrzehntelangen Krieg überzogen hatte, eine übergreifende Friedensordnung mit allgemeinem Interessenausgleich zu erreichen. Aber nach dem Krieg 14/18 gab es keine Versöhnung und keinen Interessenausgleich mit dem bzw. den Besiegten mehr. Mit dem Frieden von Versailles war der Zerfall des alten Europas nicht gestoppt, sondern er ging nun in die nächste Phase.

Hasspropaganda gegen den Gegner

In Friedrichs Darstellung wird aber klar, warum die europäischen Mächte nach dem ersten großen Krieg im 20. Jahrhundert nicht mehr in der Lage waren, eine tragfähige Friedensordnung zu errichten (14/18, S. 996):

„ Die Siegerregierungen, die in Versailles einen Lohn einfordern, müssen ihn zu Hause vorzeigen, Dort sitzen Leute, die nicht gesiegt, sondern verloren haben, Angehörige, Gliedmaßen, Gott. Alle Premiers reden von Äquivalenten für das vergossene Blut; das Opfer versteht sich nicht mehr von selbst, es bedarf einer Rechtfertigung.“

Zu lange ist diese Massenschlächterei gegangen, ganze Jahrgänge junger Männer wurden ausradiert oder verstümmelt, Kinder sind verhungert, Frauen wurden vergewaltigt, dazu wurde über die Massenmedien eine bisher nicht gekannte Hasspropaganda gegen den Gegner in Gang gesetzt. Die Sieger wollten ihren eigenen Bevölkerungen beweisen, dass dieser Krieg eben nicht sinnlos war und dass der „Schuldige“ bestraft wurde.

Damit wurde diese über vier Jahre andauernde Massenschlächterei nach Friedrichs Meinung zu einem Krieg, der „keine der Fragen löste, um derentwillen er eingegangen wurde“ und der „in einer schlechteren Welt endete als der, aus der er kam“ (14/18. S. 200). Ein Krieg, dessen Auslöser an seinem Ende eigentlich unerheblich war und der nach rationalen Gesichtspunkten von den politischen Führungsleuten schon 1915 oder 1916 hätte beendet werden müssen, hat an seinem offiziellen Ende, dem Frieden von Versailles, nur eine Art Work-around für das europäische Zusammenleben geschaffen, aber keine neue Friedensordnung.

Deutschland hatte unter der Androhung einer Weiterführung der Hungerblockade unterschreiben müssen, die USA haben den Vertrag nie ratifiziert, Russland war von den Verhandlungen ausgeschlossen. Die territorialen Bestimmungen des Vertrags und die Festschreibung z. B. der alleinigen Kriegsschuld Deutschlands und die daraus abgeleiteten Reparationszahlungen waren eine Hypothek für die Weimarer Republik, die die Atmosphäre in Deutschland auf das schlimmste vergiftet und eine weitere friedliche Entwicklung erschwert hat.

Die Political Correctness wirkt

Dazu kam, dass sich für das Deutsche Reich als Republik außenpolitisch eine neue Möglichkeit eröffnete, die man später als „Rapallo-Politik“ bezeichnen würde: eine Schaukelpolitik zwischen Ost- und West. Für die „Verlierer“ des 1. Weltkriegs ergab sich nun die Chance, gemeinsam gegen den Westen vorzugehen, eine Option, die offenbar von den übrig gebliebenen Siegermächten England und Frankreich in ihrer Tragweite 1919 noch nicht begriffen wurde. „War 1918 eine ganze Niederlage oder ein halber Sieg?“, fragt dann auch Friedrich und zeigt die neue Ausgangslage für das Reich auf (14/18, S. 1004):

„Schlechterdings überragend war der Umstand, daß Rußland nicht mehr der Mühlstein war, der dem Kaiserreich über die Hälfte seines Daseins umgehangen hatte. Der Westen als Bezwinger Deutschlands stellte, genauer besehen, eine überschaubare Gruppe am Nordatlantikufer dar.“

Der Friedenschluss, der keiner war, ist nur der traurige Schlusspunkt eines trostlosen und entsetzlichen Geschehens, dem Millionen Menschen zum Opfer fielen. Bis die Ereignisse im Pariser Vorort Versailles angelangt sind, wird Friedrich, immer im engen Zusammenhang mit den geschilderten Ereignissen des großen Kriegs und aus den eingestreuten Passagen der Bewertung heraus, viele Fragen aufwerfen. Und Nachdenken und Sinnieren über bestimmte Vorgänge, über wirkliche oder vermeintliche Unausweichlichkeiten und Alternativen ist doch neben der Wissensvermittlung der eigentliche Sinn jeder Geschichtsschreibung?

Die Aufgabe der Historiker und Geschichtsschreiber ist es, immer wieder Fragen an die Geschichte zu stellen und neu über sie nachzudenken. Zu hinterfragen sind immer wieder auch die bisherigen Antworten. „Fragen an die Geschichte“ war der Name eines ambitionierten Schulbuch-Projekts in der 2. Hälfte der 70er-Jahre, das gerade diese Haltung zu den Geschehnissen in der Vergangenheit in den Unterricht für die Schüler tragen wollte. Friedrichs Darstellung des 1. Weltkriegs regt durch seine Passagen der Reflexion über die geschilderten Ereignisse zu Fragen an die Geschichte an. Einige der von Friedrich angesprochenen Themen dürfte man allerdings als deutscher Politiker in einer verantwortlichen Position nicht öffentlich diskutieren, man wäre nicht mehr lange in irgendeiner Position.

Für solche unzeitgemäße Betrachtungen wird Friedrich kritisiert und als Geschichtsrevisionist gebrandmarkt. Die mächtige Political Correctness wirkt auch hier. Friedrich beansprucht nicht, letzte Wahrheiten zu verkünden, niemand muss dem Autor in seinen Bewertungen folgen, ob teilweise oder ganz. Aber die Political Correctness wirkt ja schon vorher, sie verbietet, bestimmte Fragen überhaupt noch zu stellen. In der Folge sollen ohnen jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit einige der Themen, die Jörg Friedrich im Zusammenhang mit dem Krieg 14/18 anspricht, kurz angerissen werden.

Kaum deutsch-russische Interessenkonflikte

Am Anfang der Beschreibung des Krieges fragt sich Friedrich, ob es nicht besser gewesen wäre, wenn das Deutsche Reich eine skrupellose und rein an seinen Interessen orientierte Politik gemacht hätte wie andere Nationen (z. B. Italien) das auch gemacht haben, denn das – so muss man Friedrich verstehen – ist offenbar nicht geschehen. Im Gegenteil: Man hat sich mit dem schwachen Verbündeten Österreich-Ungarn in einen Krieg hineinziehn lassen, den man eigentlich nicht wollte (die Spannungen auf dem Balkan waren für das Reich irrelevant) und der zum gefürchteten Zweifrontenkrieg wurde. Nach der Kriegserklärung Österreichs an Serbien hatte der russische Außenminister Sasonow über private Kanäle dem deutschen Reichskanzler Bethmann-Hollweg ausrichten lassen, dass eine Aufgabe des Bündnisses mit Österreich umgehend auch zu einer Abkehr Russlands vom russisch-französischen Bündnis führen würde. Friedrich weiter (14/18, S. 128):

„Das ganze Interesse Petersburgs waren die Beschneidung Österreichs-Ungarns und die unangefochtene Balkan-Herrschaft inklusive Dardanellen. Mehr konnte ihm Frankreich unmöglich bieten, und das nur über einen teuren Krieg. Wenn die Deutschen [dem Zaren] Nikolai sein Kriegsziel friedlich offerierten und Wien fallenließen, waren beide Bündnisse geplatzt. Sie hatten wenig Freude, geringe Sicherheit, kaum Verbundenheit und immense Kosten eingetragen.“

Es gab genügend machtpolitische Gründe für Deutschland, den bisherigen Verbündeten Österreich-Ungarn fallen zu lassen, um die eigenen Interessen zu wahren und nicht in den Großen Krieg mit Millionen Toten hineingezogen zu werden. Es wäre vielleicht untreu und egoistisch gewesen, aber auf jeden Fall rational. Die Geschichte ist anders verlaufen. Auch Ende 1914, als Österreich im Osten quasi militärisch zusammengebrochen und der Schlieffen-Plan im Westen erkennbar und irreparabel gescheitert war, mithin die Kräfte- und Interessenverhältnisse im Osten relativ klar waren, hätte die politische Führung in Deutschland noch reagieren können, um mit dem Zarenreich eine Sonderlösung herbeizuführen (14/18, S. 282 ff.):

„Der Dreibund war gescheitert, und für die Tripel-Entente bestand eigentlich keine Notwendigkeit mehr. Alexander III. und Nikolai II. hatten sie eingerichtet und gepflegt, um ihre Balkanziele willen. Die waren erreicht. Berlin musste Wien keine Bündnisdienste mehr leisten, sie hatten stattgefunden, vergebens! Es gab eigentlich kaum noch deutsch-russische Interessenkonflikte.

(…).

Nach europäischen Traditionen war es nun an der Zeit, die Ergebnisse und die Irrtümer, die Chancen und Risiken zu überdenken. Es war nicht der letzte Zeitpunkt, aber der günstigste, weil jeder sein Gesicht wahren und das Ergebnis als Erfolg verbuchen konnte.“

Abgesehen von der „Nibelungentreue“ des Deutschen Reiches gegenüber Österreich haben selbstverständlich auch die Interessen und Ziele der anderen Mächte den Ausbruch und die Fortführung des Krieges ermöglicht. An einer Stelle am Anfang seines Buches nimmt Friedrich die Interessenlage Frankreichs in den Blick. Lag ein Krieg gegen ein isoliertes Deutschland nicht im eindeutigen Interesse Frankreichs? Dem Nachbarn friedlich gesonnen war es nicht, und es spielte erfolgreich die russische Karte (14/18, S. 188):

„Die durch die Jahrhunderte selbstverständliche Überlegenheit über den staatlich zersplitterten östlichen Nachbarn war seit diesem Absturz [infolge der Niederlage im Krieg von 1870/71] unwiederbringlich dahin. Allenfalls das russische Bündnis hielt den jungen Riesen halbwegs in Schach. Je stärker Reßland wurde, desto hilfreicher, doch zugleich desto unabhängiger. Mit der Balkan-Krise bot sich eine ideale Chance. Die Russen waren noch zu schwach, um Frankreich zu entbehren, und schon zu stark, um von den Preussen links auf Abstand gehalten zu werden. Der russische Zustand war genau richtig, nicht zu stark und nicht zu schwach. Der Krieg entzündete sich im slawischen Bereich und verlangte, der deutschen Bündnislage wegen, französischen Beistand. Die Russen würden für ihre Sache kämpfen mit aller Kraft, Frankreich hatte einen Partner, der sein Letztes gab. Zu fernerer Zeit, aus anderem Anlaß war das nicht mehr sicher. Vielleicht war die unwiderrufliche Gelegenheit gekommen, das angejahrte Bündnis zu aktivieren, bald würde es verfaulen.“

Unverblümte Aggressoren

Aber auch die Verantwortlichen in Frankreich dachten vom Krieg in den Kategorien des 19. Jahrhunderts. Was der nun entstehende Kríeg mit sich bringen würde, war ihnen genauso wenig klar wie allen anderen Beteiligten. Für Friedrich ist die Frage nach der „Schuld am Weltkrieg“ deshalb auch ein „Selbstwiderspruch“ (14/18, S. 200):

„Ab wann und wodurch wurde der Augustkrieg Weltkrieg? Die Entfesseler hegten über das, was sie entfesselten, teils vage, teils irreale Vorstellungen. Den Plänen zufolge ging alles schnell über die Bühne, aber die Militärs kannten das Diktum des älteren Moltke, daß am zweiten Kriegstag alle Kriegspläne Makulatur sind.“

Friedrich wendet sich nach Beschreibung des Kriegsausbruchs erst einmal dem Kriegsverlauf im Osten zu und geht auch auf das Leid der ostpreußischen Bevölkerung ein, die im August 1914 die Besetzung durch russische Truppen zu erdulden hatte: Erschießungen wegen wirklicher oder angeblicher Sabotage, Vergewaltigung von Frauen, Verschleppung, Geiselnahme, Herunterbrennen von Häusern. Friedrich scheut nicht den für politisch korrekte Menschen bedenklichen Vergleich mit den „Belgiengreueln“ an der Westfront (14/18, S. 253):

„Die Belgiengreueln der Deutschen sollen – nach strenger Berechnung – 1101 Zivilpersonen aus einer Bevölkerung von acht Millionen innerhalb von zweieinhalb Monaten zum Opfer gefallen sein. Der knapp dreiwöchige Aufenthalt der Russen unter zweieinhalb Millionen Ostpreußen führte – nach ebenso strenger Berechnung – zur Tötung von 1620 Zivilpersonen, zur Verschleppung von zehntausend und zur Flucht jedes dritten Einwohners. Das Los der Frauen und Mädchen überliefern keine Zahlen. ‚Ich ging in ein Haus von Nattaisch und fragte nach einer deutschen Zeitung‘, schreibt (der englische Verbindungsoffizier der Entente-Mächte zur russischen Armee) Knox. ‚Der Mann sagte mir, daß die Kosaken ihm alles gestohlen hätten. Als ich ihn fragte, wo seine Frau sei, begann er zu weinen.‘“

Das Verhalten der russischen Truppen in Ostpreußen 1914 wird auch nicht dadurch besser, wenn man konstatiert, dass Belgien ursprünglich einen neutralen Status hatte, während Ostpreußen ja Reichsgebiet und damit Territorium des direkten Kriegsgegners war. Welche Begründung soll noch erlaubt sein, um Kriegsverbrechen zu kaschieren?

Mitten in dem übergreifenden Kapitel über die Ereignisse an der Ost- und Südostfront geht Friedrich ganz allgemein auf die Staaten ein, die erst später wie z. B. Italien in den Krieg eingetreten sind (14/18, S. 352). Sein Urteil ist eindeutig und für die Staaten wenig ehrenhaft. Keiner dieser späten Kriegsteilnehmer konnte irgendeine Interessenverletzung oder Bündnisverpflichtung durch einen der bisherigen Beteiligten anführen. Gibt es eine andere Bezeichnung für sie als die eines Aggressors, angeworben von den bisherigen Kombattanten zu ihrer Verstärkung und nur in den Krieg eintretend für eine angemessene Bezahlung?

„Weil alle zu schwach zum Siegen waren und näher daran zu verlieren, holten sie sich Verstärkung. Den Deutschen bot sich bereits ein Partner an, als der Krieg noch gar nicht im Gang war, die Türkei; sie eignete sich gut, das britische Empire am Suezkanal zu bedrohen, am Persischen Golf, und das asiatische Rußland im Kaukasus. Die Entente gewann Japan, das die deutschen Besitztümer in China und im Südpazifik attackierte und den Seeschutz für Indien übernahm, Italien eröffnete die Fronten in Tirol und in den Karnischen Alpen, Rumänien, Bulgarien und Griechenland ließen sich von beiden Seiten umwerben, um dann in die Reihen des Höchstbietenden zu treten.

Wer immer in den Begriffen der Kriegsschuld als Angreifer oder Verteidiger gilt – darüber gehen die Ansichten und Emotionen stark auseinander-, bei den Angeworbenen besteht keinerlei Zweifel. Sie waren Angreifer, dazu wurden sie angeworben und bezahlt. (…).

Historisch unstrittig ist jedenfalls, daß 1914 Deutschland nicht Japan bedrohte, 1915 Österreich nicht Italien, Serbien nicht Bulgarien und 1916 Ungarn nicht nach Rumänien wollte, im Gegenteil. (…). Die Nachfolgekrieger waren unverblümte Aggressoren, dazu angestiftet von den Ursprungskriegern, die dringend ihres Beistands bedurften. So erst wurde der Koalitionskrieg von 1914 zum Weltkrieg. Daß es sich dabei um eine Auseinandersetzung zwischen Angreifern und Verteidigern gehandelt hat, läßt sich unter keiner Auslegung dieser auslegbaren Begriffe sagen.“

Die später hinzukommenden Angreifer auf Seiten der Entente wurden dann auch 1919 entsprechenend entlohnt, die anderen hatten das Pech aller Söldner, die auf die falsche Seite gesetzt haben.

Deutsche Gräuel in Belgien

An der Westfront angekommen, fragt Friedrichs sich und seine Leser, ob das Ignorieren der Neutralität Belgiens durch das Deutsche Reich nicht angesichts der späteren Verletzung der Neutralität Griechenlands durch die Entente quasi als Standardverhalten kämpfender Mächte anzusehen ist. Außerdem drohte ja wohl die Gefahr eines Einmarsches der Franzosen in Belgien. Auch hat die Tatsache, dass die Nichtbeachtung der belgischen Neutralität zum Kriegseintritt Englands führte, für Friedrich keine so große Relevanz (14/18, S. 482):

„Bekanntlich schritten die Garanten ein, als was? Führten sie Krieg, um die Neutralität zu garantieren, oder benutzten sie die verletzte Neutralität, um ihren Krieg zu garantieren?“

Man muss allerdings hier Friedrich entgegenhalten, dass die Frage, ob die Neutralitätsverletzung nur der Anlass oder der Grund für den Eintritt Englands in den Krieg war, letztlich rein theoretisch ist. Der Einmarsch in Belgien war eindeutig ein Rechtsbruch und insgesamt ein Fehler.

Provokant ist natürlich Friedrichs Nachdenken über das Verhalten der deutschen Truppen in Belgien. Es sei doch ganz innerhalb des Zeitgeists gewesen, er verweist hier auf die Behandlung der Buren durch die Engländer (14/18, S. S. 523), das zu Tausenden von Toten geführt hatte. Er konstatiert, dass die deutschen Gräuel in Belgien „sich im Rahmen des bei Belgiern und Briten, Franzosen und Amerikanern Üblichen bewegten“ (14/18. S. 540). Friedrich will nicht das Leid der belgischen Bevölkerung wegdiskutieren, sondern darauf hinweisen, dass die damaligen Maßstäbe über die Behandlung der Zivilbevölkerung im Krieg andere waren als heute, das Deutsche Reich verhielt sich seiner Meinung nach hier nicht barbarischer als andere Staaten.

Aber auch hier gilt, dass man die sich ergebende Situation vom Anfang her denken muss: Es war eine Invasion, die Belgier hatten jedes Recht, sich zu wehren. Im Verlauf der Kämpfe kam es zu schlimmen Übergriffen und Kriegsverbrechen durch das deutsche Heer an der Zivilbevölkerung. Es ist nicht mehr von Belang, ob die Entente-Mächte ähnlich gehandelt haben (Burenkrieg); es war das Deutsche Reich, das die Situation in Belgien mit allen Folgen verursachte. Der, wie man dann sah, eigentlich untaugliche Schlieffen-Plan verlangte die Verletzung der belgischen Neutralität, damit und mit den harten Maßnahmen des deutschen Heeres gegen die Zivilbevölkerung wurde Deutschland zum dankbaren Objekt der Kriegspropaganda der Westallianz. Diese Kriegspropaganda hat dann z. B. in den USA ihre Wirkung auch nicht verfehlt.

Nicht nur ehrenvolle Ziel

Friedrich spricht an einer Stelle in seinem voluminösen Werk die frühe Schlüsselstellung der Vereinigten Staaten von Amerika im 1. Weltkrieg an (14/18, S. 677):

„Während die Europäer einander totschlugen und ruinierten für vergleichsweise belanglose Landstriche, stieg durch friedlichen Handel eine Nation zur alle überfliegenden Weltmacht auf (…).“

Die US-Wirtschaft profitierte natürlich prächtig vom Krieg in Europa, z. B. der Munitionsexport verdreihunderfachte sich mit Beginn des Krieges. Ohne den ständigen Strom von Waren aus Nordamerika wäre der Krieg für die Entente schon 1915 nicht durchzuhalten gewesen (14/18, S. 682):

„Für die Entente waren die Vereingten Staaten nach einem Vierteljahr das materielle Rückgrat des Materielkrieges und der Kriegsbedarf das wirtschaftliche Rückgrat der Vereinigten Staaten. Gewiß hätten sie ohne europäischen Krieg existieren können, wenn auch nicht als das, was sie durch ihn wurden, aber der Krieg hätte kaum ohne die USA fortgewährt. Er wäre notgedrungen zusammengebrochen. Sie bildeten die Schlüsselmacht, lange bevor ein einziger Soldat angelandet war.“

Und da die Entente-Mächte nicht alles aus der Portokasse zahlen konnten, mussten sie, um entsprechende Waren einzukaufen, Anleihen ausgeben, die auch wieder in den USA reißenden Absatz fanden. Nach drei Jahren Krieg hätte wohl eine Niederlage der Westallianz gegen die Mittelmächte zu empfindlichen Verlusten bei den Anleihekunden in den USA geführt. Der Eintritt der USA in den Krieg im Jahre 1917 hatte also nicht nur die ehrenvolle Ziele der Verteidigung von Demokratie und Freiheit auf dem europäischen Kontinent und der Bewahrung der Freiheit der Meere, die als Gründe angegeben wurden.

Gleich bei Ausbruch des Krieges begann die britische Marine mit der Seeblockade des Deutschen Reiches. Sie sollte das Reich von der Zufahrt zu allen Seewegen abschneiden. Da auch alle Schiffe neutraler Staaten auf für Deutschland bestimmte Waren kontrolliert wurden, war die Seeblockade de facto eine Liefersperre für alle Waren, auch Nahrungsmittel und Kolonialwaren. Das führte vor allem ab 1916 in Deutschland zu einer Hungerkatastrophe in der deutschen Zivilbevölkerung, die vor allem davon betroffen war. Die Hungerblockade wurde auch nach dem Waffenstillstand von 1918 weitergeführt, um das Deutsche Reich zur Annahme des Versailler Vertrags zu zwingen.

Lichtbringer und Gottesprediger 

Als Antwort auf die britische Seeblockade versuchte die Kaiserliche Marine über einen aus Rücksicht auf die USA erst eingeschränkten U-Boot-Krieg die Verhinderung des Transports kriegsrelevanter Güter vor allem aus den USA nach England. Anfang 1917 eskalierte die Situation, die militärische Führung in Deutschland setzte sich mit der Forderung nach einem uneingeschränkten U-Boot-Krieg durch, das hieß, dass im definierten Sperrgebiet um England und Frankreich die Handelsschiffe sowohl der kriegsführenden als auch der neutralen Staaten torpediert wurden. Diese Maßnahme nahm den Tod unschuldiger Zivilisten in Kauf und war auch der Anlass für den Kriegseintritt der USA, was den 1. Weltkrieg letztendlich entschieden hat.

Für Friedrich sind Seeblockade und uneingeschränkter U-Boot-Krieg Beispiel für eine Aufhebung von Grenzen, an die sich kriegsführende Mächte bisher gehalten hatten. Es war europäische Übereinstimmung, die jeweiligen Zivilbevölkerungen, solange sie nicht selbst in die Kämpfe eingriff, aus dem Krieg herauszuhalten. Das war im 20. Jahrhundert nicht mehr der Fall. Friedrich weist deshalb ganz allgemein darauf hin, welchen Zivilisationsbruch der 1. Weltkrieg für Europa darstellte, vor allem auch im Hinblick auf die Wirkung in den außereuropäischen Staaten und bei den kolonialisierten Völkern (14/18, S. 457):

„Die europäische war der anderen Welt vorwiegend als weißer Block gegenübergetreten, sinnfällig bei der Weltverteilung auf dem Berliner Kongreß und im Diplomatenviertel von Peking beim Boxeraufstand. (…). Beispiellos ist nicht, dass der Block auseinanderfiel, er bekriegte sich seit Menschengedenken. Doch zum ersten Mal behauptete das weltbeherrschende Europa, daß es allenfalls ein geographischer Begriff sei, aber kein Zivilisationshort. Wer die Kathedrale von Reims mit Krupp-Kanonen beschießt, gehört offensichtlich nicht dazu, und wer mit Seeblockaden das Aushungern von Kindern und Kranken bezweckt, auch nicht. Die Lichtbringer und Gottesprediger überschwemmten die Welt mit Propaganda, daß sie in Wahrheit gottverlassene Schlächter seien, und dies bestätigte auch der Augenschein. Blutig und polemisierend ineinander verkrallt, begab sich der Westen der materiellen und immateriellen Mittel seiner Weltherrschaft. Der größte Teil der Welt wollte nichts mehr von ihm wissen und eigener Wege gehen. Soweit die Westfront als Erlebnis der farbigen Menschheit.“

Für diesen Zivilisationsbruch waren alle kriegsführenden Mächte in Europa verantwortlich. Der U-Boot-Krieg der Deutschen mit seinen Toten und die getötetesn 3000 Zivilisten in Belgien gehörten ebenso zu den Folgen einer entfesselten Kriegsführung, eines Kriegs ohne Rechtsschranken, wie die Aushungerung der Zivilbevölkerung der Mittelmächte (14/18, S. 695):

„England wollte nicht den Krieg verloren und das Recht eingehalten haben, Deutschland auch nicht, die Welt kennt keinen solchen Staat. Damit sind nicht alle Rechtsbrüche gleich gravierend, vom Humanitätsstandpunkt ist die Versenkung von Granatfrachtern gut unterscheidbar von der Organisation von Hungerepidemien.“

Friedrich gesteht den Deutschen allerdings nicht zu, sich moralisch über die Seeblockade zu empören, schließlich haben sie genauso rigoros Russland über die Ostsee blockiert. Die Wahl der Mittel, so verdeutlicht er auch in einem Interview zu seinem Buch sei nicht der Unterschied zwischen den kämpfenden Parteien gewesen. Allerdings habe die Hungerblockade tausendfach mehr Tote gefordert. Das Ausmaß der von der Seeblockade ausgelösten Hungerkatastrophe schildert Friedrich wie folgt (18/17, S. 693 u. 695):

„Für die Hungerblockade beziffert nach Kriegsende das Reichsgesundheitsamt im ‚Lusitania‘-Jahr 1915 [Versenkung eines britischen Frachters mit u.a. 128 amerikanischen Staatsbürgern durch ein deutsches U-Boot] 88235 deutsche Todesopfer. Für die folgenden drei Jahre nennt dieselbe Quelle 674561 Opfer. Die Art und Weise ihres Zugrundegehens ist in der Chronik des Weltkrieges nicht enthalten, kranke und ältere Menschen, schwache Kleinkinder, die an Entkräftung erloschen. Die Regierung hängt es nicht an die große Glocke. Die von der amtlichen Quelle mit 762796 Personen bezifferten Hungertoten übertrifft die Zahl der deutschen Bombentoten im Zweiten Weltkrieg um mindestens 20 Prozent.

Die Hungerwaffe, die seit vier Jahren hocherfolgreich wirkte, verlängerten die Versailer Friedensschließer bis in das Frühjahr 1919, um die Annahme des Vertrags zu erzwingen. Man kann sie für jede Erpressung gebrauchen.“

Diskussion um die „Schuldfrage“

Was Friedrich an diesem Befund zur Geschichte Europas auffällt, ist die Tatsache, dass diese immense Zahl der Hungertoten in der Wahrnehmung der deutschen Geschichtswissenschaft und des deutschen Feuilletons heute nicht mehr präsent ist. Man hat die Sichtweise der Siegerallienz übernommen, die Folgen der Seeblockade für die deutsche und österreich-ungarische Zivilbevölkerung werden nur am Rande behandelt. Hier spielt auch wieder die Kriegsschuldfrage eine Rolle, denn aus der Sicht der Entente-Mächte waren die Deutschen ja „schuldig“, so dass die damalige Hungerblockade moralisch zu vertreten war.

Angesichts solcher oft „eigentlich“ nicht zulässiger Reflexionen, die Jörg Friedrich passagenweise in seinem Buch nach der quellengestützten Schilderung des Geschichtsverlaufs in den Jahren 14/18 anstellt, die den aufmerksamen Leser immer wieder wie von selbst zu Fragen an die Geschichte animieren, ist es nicht verwunderlich, dass so manchem seiner Rezensenten, diese Vorgehensweise nicht passt, so z. B. auch Gustav Seibt von der Süddeutschen Zeitung.[1] In seiner Rezension des Buches bezeichnet er Jörg Friedrich als den letzten Historiker, „der noch nach Herzenslust aufrechnet“. Friedrich reaktiviere in „14/18“ jene Emotionen, die die Schuldfrage am Leben erhalte. Seibt stellt zwar zu Recht klar, dass die historische Wissenschaft schon längst die Diskussion um die „Schuldfrage“ hinter sich gelassen hat und bezeichnet (wohl Christopher Clark zitierend) die Entstehung des 1. Weltkriegs als „polyzentrischen, interaktiven Vorgang“. Jede Debatte um die Schuldfrage sei deshalb ein Rückfall, so Seibt.

Doch hier wird Seibt nicht der speziellen Situation der deutschen Diskussion um die Vorgänge des 1. Weltkriegs gerecht. Jörg Friedrich hat sein Buch für ein deutsches Publikum geschrieben. Überhaupt muss man die Aussage Seibts zum Diskussionsstand in der Geschichtswissenschaft relativieren, denn die Meinung der Historiker im Rest der Welt spiegelt nicht unbedingt die herrschende Meinung in der deutschen Geschichtswissenschaft wider. Hier gilt immer noch, dass Deutschland zumindest hauptverantwortlich für den Ausbruch des 1. Weltkrieges war und denkt damit durchaus in der Kategorie „Schuld“. Man vermeidet allerdings den Begriff „Alleinschuld“, und nur wenige deutsche Historiker (wie z.B. der unlängst verstorbene Hans-Ulrich Wehler, der immer noch an den Thesen von Fritz Fischer festhielt,)[2] reden immer noch von einer deutschen „Hauptschuld“ oder einer „näheren Kriegsschuld“.

Und überhaupt: Lästige Differenzierungen in der Schuldfrage sind im politischen und journalistischen Mainstream in Deutschland nicht häufig zu finden, denn hier ist das Deutsche Reich einfach hauptsächlich schuld an dieser Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts. In einigen meist nebensächlichen Bemerkungen zu deutscher Schuld und Verantwortung, die so manche Politiker oder Journalisten von sich geben, äußern sich eben nicht mehr mit der Materie vertraute Historiker. In solchen eher weniger tiefschürfenden Beiträgen sind wir dann wieder auf dem Stand von 1919. Und weil das so ist, ist die Diskussion über Schuld und Schuldige sowie über Verantwortlichkeiten im 1. Weltkrieg in Deutschland noch nicht zuende. Das hätte Gustav Seibt in seiner Kritik berücksichtigen müssen.

Pfeiler des deutschen Kriegsplans

In Abweichung des Textes in der Online-Ausgabe seiner Rezension entgleist Seibt in der Druckausgabe der Süddeutschen Zeitung (08.09.2014, Nr. 206, S. 14) aber doch etwas mit dem Vorwurf an Friedrich, er übe sich in „Deutschlandverstehertum“. Aber Friedrich ist kein „Deutschlandversteher“, der das in einen Krieg schlitternde Deutschland exkulpieren will, um die Schuld den anderen Kriegsteilnehmern aufzubürden. Man merkt ihm oft die Fassungslosigkeit an, unter welch imbezilen Voraussetzungen die Verantwortlichen Deutschland in diesen Krieg geführt hatten und ihn auch dann noch nicht beenden wollten, als klar war, dass nichts von der ursprünglichen Planung übrig geblieben war (14/18, S. 256):

„Alle Pfeiler des deutschen Kriegsplans knickten in wenigen Wochen der Reihe nach ein. England ließ sich nicht neutral halten, Rußland mobilisierte nicht im Schneckentempo, Österreich war außerstande, die Ostfront abzustützen, und Frankreich lag nicht in sechs Wochen am Boden.“

In seinem Buch „14/18 – Der Weg nach Versailles“ stellt Friedrich immer wieder explizit oder implizit die Frage nach der Verantwortung der militärischen und politischen Führung aller beteiligten Mächte für den Beginn und vor allem den Fortgang dieses Krieges, der – erkennbar für alle – nicht mehr „zum Weihnachtsfest 1914“ beendet werden konnte und jahrelang einfach weiterlief.

Jörg Friedrich reagiert auf einen komplexen deutschen Diskussionsstand, wenn er in den wertenden Passagen in seinem Buch die Frage nach Schuld, Kriegsverbrechen und Verantwortung aller Beteiligten, also auch der deutschen Gegner, stellt, wenn er nach den Motiven, Kriegszielen und Handlungsalternativen aller beteiligten Staaten und Politiker fragt. Es geht Jörg Friedrich nicht um „Aufrechnung“, sondern um eine vollständige Wahrnehmung ohne politisch korrekte Verzerrungen. Es ist nicht nur so, dass dies „auch“ erlaubt sein muss, sondern es ist einfach notwendig.

Das Buch: Jörg Friedrich: 14/18. Der Weg nach Versailles. Propyläen Verlag, Berlin 2014. 1072 S., 34,99 €.

 

Anmerkungen

[1] Gustav Seibt, „Deutsche Schuld, deutsche Demütigung“, Süddeutsche.de: http://www.sueddeutsche.de/politik/buch-ueber-ersten-weltkrieg-schuld-und-demuetigung-1.2118862

[2] Michael Hesse, „Der Krieg war im Oktober 1914 verloren“, Frankfurter Rundschau: http://www.fr-online.de/der-erste-weltkrieg/interview-mit-hans-ulrich-wehler-der-krieg-war-im-oktober-1914-verloren,1477454,25653878.html