Die Gefahr eines großen Krieges
Die Gefahr eines großen Krieges

Die Gefahr eines großen Krieges

Es ist ein Ammenmärchen, dass die Nato einen großen Bogen um die Ukraine macht. Sie ist ein Scharfmacher in Kiew. Und auch die CIA hat ihre Finger im Spiel.

Russland reagiert auf die EU-Sanktionen mit einem Einfuhrverbot für westliche Agrarprodukte. Gleichzeitig sagt Nato-Generalsekretär Rasmussen der Ukraine weitere Unterstützung zu. Beide Meldungen zeigen: Wir können nicht mehr so tun, also gehe uns der Krieg in der Ukraine nichts an.

Wer die deutschen Leitmedien liest, hat von den Bombardements auf Donezk[1] ebenso wenig mitbekommen wie von der westlichen Militärhilfe für die Führung in Kiew[2].

Dieser Krieg, so glauben viele, werde einzig und allein von Russlands Präsident Wladimir Putin und seinen Schergen geführt. Nato und EU waschen ihre Hände in Unschuld.

Selbst die Sanktionen, die EU und USA unilateral – an Uno und WTO vorbei – verhängt haben, schienen uns bis vor kurzem nichts anzugehen. Sie treffen nur Putins Clan, hieß es.

Bundeswehr schickt Berater

Doch nun schlägt Putin zurück – und trifft mit der Agrarbranche den am meisten gepamperten Sektor der EU. Seine Einfuhrverbot wirkt sofort – im Gegensatz zu den EU-Sanktionen. Gleichzeitig, „passend“ zur Schlacht um Donezk, reist Nato-Rasmussen nach Kiew – und widerlegt damit das Ammenmärchen, das Bündnis mache einen großen Bogen um die Ukraine.

Das Gegenteil ist der Fall: die Nato fungiert seit Wochen als Scharfmacher, CIA und Bundeswehr schicken Berater und „Beobachter“, USA und EU denken offen über Waffenlieferungen nach.

Und wozu das Ganze? Für einen schmutzigen Krieg, bei dem unsere ukrainischen „Freunde“ mit Panzern[3] gegen das eigene Volk losgehen und die Ermittlungen zum Flug MH17 durchkreuzen[4].

Es brennt lichterloh

Vor wenigen Tagen wurde vom Beschuss eines Krankenhauses in Donezk durch die ukrainische Armee berichtet und von Bombardements auf Wohnhäuser. Das erinnert arg an den Nahen Osten, oder?[5]

Doch es geht um Osteuropa. Es geht um einen geopolitischen Großkonflikt, der längst die Gefahr eines großen Krieges birgt. War die EU nicht einmal angetreten, genau das zu verhindern?

Und sollten die Sanktionen nicht dazu dienen, die Eskalation zu beenden? Das hat Außenminister Steinmeier beteuert. Nun wirken seine Worte wie eine Nebelkerze. Dahinter brennt es lichterloh…

 

Anmerkungen

[1] Euro News, „Ukrainische Luftwaffe bombardiert Donezk“: http://de.euronews.com/2014/07/14/ukrainische-luftwaffe-bombardiert-donezk/

[2] Süddeutsche Zeitung, „Russland gibt EU Mitschuld an Blutvergießen“: http://www.sueddeutsche.de/politik/ukraine-krise-russland-gibt-eu-mitschuld-an-blutvergiessen-1.2074334

[3] Eric Bonse, „Panzer! Sie schicken Panzer!?“: http://lostineu.eu/panzer-der-westen-schickt-panzer/

[4] Süddeutsche Zeitung, „Chef der „Volksrepublik Donezk“ tritt zurück“: http://www.sueddeutsche.de/politik/krieg-in-der-ukraine-chef-der-volksrepublik-donezk-tritt-zurueck-1.2080385

[5] Florian Rötzer, „Poroschenko: Für jeden toten Soldaten werden hunderte Separatisten getötet“, Heise Online: http://www.heise.de/tp/artikel/42/42241/1.html

Über Eric Bonse

Weltbürger und überzeugter Europäer aus Düsseldorf, ging 1996 als Journalist nach Paris und beobachtet seit 2004 das Raumschiff Brüssel. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel