Die Hamas ist politisch isoliert
Die Hamas ist politisch isoliert

Die Hamas ist politisch isoliert

Die außenpolitischen Beziehungen im Nahen Osten haben zu einer Isolation der Hamas geführt. Früher brachte jede israelische Bodenoffensive die arabischen Staaten zusammen. Heute nicht nicht mehr.

Im Konflikt zwischen Israel und Gaza scheint kein Ende in Sicht. Es geht um gegenseitige Schuldzuweisungen von Terror und Gewalt, und die Verhandlungen um Waffenstillstände führen nicht zum erhofften Ergebnis – und die Leidtragenden sind die Zivilisten. Gemeinsam werden sie Opfer des Hamas-Terrors, der bisher jeden Waffenstillstand ablehnt, und der israelischen Bodenoffensive, die bereits mehr als 100 Opfer allein in den beiden ersten Tagen forderte.

Wie Gil Yaron in der „Zeit“ richtig schreibt: „Kein Staat muss Raketenbeschuss dulden. Aber er darf Extremisten auf der anderen Seite nicht durch eigene Provokationen so viel Rückhalt schaffen.“

Welche Rolle spielt Al-Sisi?

Was die Verhältnisse um die Verhandlungen der Waffenruhe angeht, kann man unterschiedliche Positionen einnehmen. Fakt ist, der traditionelle Vermittler in diesem Konflikt, Ägypten, ist mit der Machtübernahme von Präsident Abd al-Fattah al-Sisi zum Gegner der Hamas geworden. Israel und Ägypten stehen sich momentan freundlicher gegenüber. Al-Sisi weigert sich, die Grenzen zu Gaza zu öffnen. Das ist vor allem eine symbolische Geste, denn die Hamas versorgt sich seit langem über ein gut ausgebautes Tunnelsystem nach Ägypten mit Waffen.

Die geschlossenen Grenzen haben jedoch scherwiegende Folgen für die Zivilgesellschaft, weil auf diese Weise keine humanitären Güter nach Gaza kommen.

Politisch hat sich die Hamas weitgehend isoliert. Arabische Staaten, so wie Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate unterstützen die Position Ägyptens. Die Hamas spürt diese Isolation. Auch wenn eine Bodenoffensive in Gaza die arabischen Staaten früher immer zusammengebracht hat, ist das diesmal nicht der Fall. Die Hamas ist ganz auf sich allein gestellt. Kann das als Erfolg für Ägypten, den Palästinenser-Präsidenten Mahmud Abbas und sogar für Israel verbucht werden?

Chancen für Abbas

Die nächsten Tage werden zeigen, wie sich die Position von Abbas entwickeln wird. Egal wie sehr Abbas sich den Untergang der Hamas wünscht: Er muss vorsichtig sein und politisch handeln. Die Chancen für Abbas stehen gut, da Hamas auf eine Versöhnung mit der Fatah angewiesen sind, jetzt, wo die Hamas umzingelt und abgeschnitten ist und alle finanziellen Mittel ausbleiben.

Israel könnte so eine Möglichkeit nutzen um die Position von Abbas zu stärken – ohne politische Eingeständnisse machen zu müssen. Mit der richtigen diplomatischen Einstellung könnte man sogar weiteren Konflikten vorbeugen. Aber solange es Regierungen und Terror-Organisationen gibt, die den Tod von Zivilisten in Kauf nehmen, kann es im Nahen Osten keinen Frieden geben.