Notenbanken blasen Aktienkurse auf
Notenbanken blasen Aktienkurse auf

Notenbanken blasen Aktienkurse auf

Nach dieser Nachricht sind die Aktienkurse weltweit nur noch Makulatur: Notenbanken sind durch massiven Aktienkauf zur „globalen Macht an den Kapitalmärkten“ geworden.

Hier kommt die Wikileaks-Variante der Börsenwelt, ein echter Schocker. Wer sich danach noch wundert, warum die Aktienkurse nur noch steigen, ist selbst Schuld. Die Notenbanken rund um den Planeten haben in der jüngsten Zeit heimlich, still und leise für einen zweistelligen Billionen-Dollar-Betrag Aktien gekauft. Dagegen sind diverse QE-Kampagnen wirklich nur Wechselgeld.

Als Gerücht kursierte die massive Kurspflege der Zentralbanken an den Börsen schon lange, aber so brutal und so offen hat sie nie jemand eingestanden. Quelle ist das „Official Monetary and Financial Institutions Forum“ (OMFIF), eine internationale Research- und Beratergruppe.

Auf der Webseite des OMFIF heißt es in einer Pressemitteilung zu dem neuen „Global Public Investor“-Bericht für 2014: „Notenbanken rund um die Welt, inklusive Europa, kaufen zunehmend Aktien.“ Öffentliche Aktionäre seien so zu einer „globalen Macht an den internationalen Kapitalmärkten“ geworden.[1]

Im Rathaus von London präsentiert

Der Bericht – der gestern Abend im Rathaus von London präsentiert wurde – trägt auf dem Deckel die Logos der DZ Bank und der Quantum Global Group. Er fußt auf der ersten umfassenden Analyse von 29,1 Billionen Dollar Wertpapier-Investments durch 400 öffentliche Institutionen in 162 Ländern. Diese haben addiert ein Anlagevermögen von 40% der Weltproduktion angehäuft. Die Notenbanken sind mit 13,2 Billionen Dollar, also 45,36%, mit im Boot.

Hier zwei vielsagende Auszüge aus dem OMFIF-Pressetext. Zunächst zum Umfang der Analyse:

„Central banks around the world, including in Europe, are buying increasing volumes of equities as part of diversification by official asset holders that are now a global force on international capital markets. This is among the findings of Global Public Investor (GPI) 2014, the first comprehensive survey of $29.1tn worth of investments held by 400 public sector institutions in 162 countries. The report, focusing on investments by 157 central banks, 156 public pension funds and 87 sovereign funds, underlines growing similarities among different categories of public entities owning assets equivalent to 40% of world output. It is published by the Official Monetary and Financial Institutions Forum (OMFIF), a global research and advisory group, with the support of DZ BANK and Quantum Global Group.“

Das zweite Zitat bezieht sich auf die Rolle der Notenbanken:

„The assets of the overall survey of 400 GPIs comprise $13.2tn (including gold) at central banks, $9.4tn at public pension funds and $6.5tn at sovereign wealth funds. One of the reasons for the move into equities reflects central banks’ efforts to compensate for  lost revenue on their reserves, caused by sharp falls in interest rates driven by official institutions’ own efforts to repair the financial crisis. According to OMFIF calculations, based partly on extrapolations from published central bank data, central banks around the world have foregone $200bn to $250bn in interest income as a result of the fall in bond yields in recent years.“

Mehr dazu in diversen Mainstream-Medien, wenn diese ausgeschlafen haben …

 

 

[1] OMFIF, „Global Public Investors – the new force in markets“, http://omfif.createsend1.com/t/ViewEmail/j/AD679A12EEB1FB26

 

Über Markus Gaertner

Markus Gaertner war über viele Jahre freier Wirtschafts-Korrespondent mit Sitz in Vancouver. Heute arbeitet er für den Kopp-Verlag. Weitere Artikel