Banken steigen um auf Online-Service
Banken steigen um auf Online-Service

Banken steigen um auf Online-Service

Früher war die Beratung in den Filialen die Visitenkarte der Banken. Heute stecken sie viel Geld ins App-Design für die Nutzung von Smartphones und Tablets.

Während man früher für jeden finanziellen Vorgang die Filialbank aufsuchen musste, lässt sich heute nahezu jede finanzielle Dienstleistungen bequem vom Sofa aus erledigen. Von Überweisungen, Daueraufträgen, dem Abschluss von Sparbriefen oder zusätzlichen Konten bis hin zur Aufnahme eines Kredites: Wer diese Dinge erledigen möchte, muss sich nicht mehr nach den Öffnungszeiten der nächstgelegenen Bank richten, sondern greift zu Smartphone, Computer oder Tablet.

Die Wahl hat man allerdings immer noch: Vor allem die ältere Generation traut dem finanziellen Cyberverkehr noch nicht über den Weg: Zahlen von statista.de aus dem vergangenen Jahr zufolge nutzen im Schnitt nur knapp 40 Prozent aller Befragten zwischen 40 und 69 Jahren das Online-Angebot ihrer Bank. Dennoch – dieser Prozentsatz ist in den letzten Jahren dank der einfachen Handhabung intuitiv bedienbarer Geräte wie Tablets bereits enorm gestiegen.

Beratung vor Ort nicht möglich

Die Banken selbst folgen diesem Modell schon seit Längerem. Wie das Handelsblatt berichtete, ließ die Norisbank bereits 2012 all ihre 90 Filialen schließen, um sich komplett auf den Markt der Direktbanken zu konzentrieren. Diese Banken, darunter auch die Sparkassen sowie andere Töchterunternehmen der Deutschen Bank, spezialisieren sich in Hinblick auf ihre Dienstleistung völlig auf den Online- und Telefonservice, während Beratung vor Ort nicht möglich ist. Kosten für Räumlichkeiten, Personal und Infrastruktur werden also eingespart und können in besseren Telefonservice und wettbewerbsfähigere Zinsen umgewälzt werden. Als Tochterunternehmen der Deutschen Bank ist die Norisbank GmbH auch Teil der Cash Group – ein Aspekt, der für Kunden äußerst wichtig ist, erlaubt er doch das kostenfreie Abheben an deren Geldautomaten.

Finanzgeschäfte durch Apps erledigen

Vor einigen Jahren war das mobile Banking noch auf den Internetbrowser begrenzt: Auf der Webseite der entsprechenden Bank gab es eine Log-In-Oberfläche, danach bekam man alle Optionen in einer seitlichen Leiste angezeigt. Heute ist das anders, denn durch die wachsende Nutzung und Verbreitung mobiler Geräte wie Smartphones oder Tablets stecken die großen Banken viel Geld in gutes App-Design. Mobilität und Übersicht sind längst Kriterien für eine wirklich gute Bank geworden. Mit wenigen Berührungen auf dem Touchscreen lassen sich damit Kontostände abfragen, Kredite beantragen oder Kreditkartenkontos überprüfen.

Statistik Online Banking 2013 norisbank-geolitico

Und die Entwicklung geht sogar noch einen Schritt weiter: Mittlerweile ist es sogar möglich, mehrere Konten bei verschiedenen Banken mit nur einer App zu verwalten. Experten sind jedoch skeptisch: Der praktische Nutzen sei deutlich geringer als die Sicherheitsprobleme. Diese entstünden einerseits durch die Gefahr des Verlusts des Mobilgeräts, andererseits durch nicht ausreichenden Virenschutz auf Smartphone und Tablet.