Wohnungsmangel in Großstädten

Die Entwicklung der letzten Jahre ist klar und deutlich: Junge Menschen zieht es in die Großstädte. Die Mieten steigen sowohl in München als auch in Hamburg und Berlin.

Einen Unterschied gibt es aber doch zwischen den drei größten Städten Deutschlands: Haben sich die Münchener schon seit Jahren den horrenden Mieten ergeben, protestieren die Berliner immer noch massiv. Besonders problematisch in der Hauptstadt ist zudem, dass bei jedem neuen Vertrag die Mieten ein Stück nach oben angepasst werden, die Einkünfte aber gleich bleiben.

Sparen kann man so oftmals lediglich an den Umzugskosten. Immerhin sind die Gebühren für Mietanhänger oder kleine Transporter in Berlin relativ niedrig. Statt professioneller Möbelpacker finden sich studentische Hilfen für einen Tag über die jeweiligen Uni-Stellenbörsen oder auch ebay Kleinanzeigen. Nicht vergessen sollte man allerdings, sich fristgerecht umzumelden und einen Nachsendeauftrag zu beantragen, sodass keine wichtigen Benachrichtigungen verloren gehen.

Mietpreisanstieg um 14 Prozent

Auf Drängen der Bürger versucht die Politik sowohl in Hamburg als auch in Berlin Lösungen für die steigende Nachfrage nach Wohnraum zu finden. So entstehen derzeit in Hamburg auf dem alten Gelände der Langenhorn Klinik 840 neue Wohnungen. Hierfür werden neue Häuser errichtet und alte Gebäude zu Wohnraum umgebaut. Fraglich ist nur, inwieweit es sich um erschwingliche Wohnflächen für Normalverdiener handeln wird. Anfang April wurde der Grundstein für die erste Siedlung „unter den Linden“ gelegt. Diese wird allerdings hauptsächlich aus Eigentumswohnungen mit Quadratmeterpreisen zwischen 3.000 und 4.000 Euro bestehen. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2015 geplant. Allerdings sollen im Rahmen desselben Projektes auch 163 öffentlich geförderte, und somit günstigere Mietwohnungen entstehen. Im Südosten des Areals sind zudem weitere 120 Mietwohnungen in Planung.

Die Berliner Politik diskutiert derweil eine Mietpreisbremse ab 2015. 2013 stieg die Einwohnerzahl im Vergleich zum Vorjahr um 50. 000 an. Die Preise für neu vermietete Wohnungen erhöhten sich durchschnittlich um 14 Prozent. Im ersten Quartal 2014 lag die Durchschnittsmiete in der Hauptstadt bei 9,60 Euro pro Quadratmeter. Wohnungen innerhalb des S-Bahn Rings, etwa in Mitte, Kreuzberg oder Friedrichshain, sind besonders beliebt und liegen in der Regel oberhalb dieses Durchschnittswerts.

CDU könnte Preisbremse torpedieren

Derzeit befindet sich ein Gesetzesentwurf zur Mietpreisbremse ab 2015 in der Ressortabstimmung. Demnach dürften Mietpreise bei Neuvermietungen nicht mehr als 10 Prozent über der ortsüblichen Miete liegen. Außerdem sollen Maklergebühren zukünftig vom Auftraggeber, also dem Vermieter, übernommen werden. Mieterverein-Chef Reiner Wild befürchtet allerdings, dass Teile der CDU die Preisbremse noch torpedieren könnten. Der Wirtschaftsrat der CDU hatte bereits zu bedenken gegeben, dass das neue Gesetz lediglich dazu führen würde, dass Vermieter vermehrt auf Staffelmietverträge zurückgreifen.

Print Friendly, PDF & Email