Endspiel der Spekulationsökonomie

Handelssaal der Frankfurter Börse / Quelle: Wikipedia/Urheber Dontworry Handelssaal der Frankfurter Börse / Quelle: Wikipedia/Urheber Dontworry
 Nach 20 Jahren schwachen Wachstums, hoher Arbeitslosigkeit und Verarmung breiter Schichten können viele Staaten dem Bankrott nicht mehr entgehen.

Die US-Zentralbankbürokraten machen tatsächlich ernst mit ihrer Ende vorigen Jahres veröffentlichten Ankündigung, ihre Anleihenkäufe schrittweise zu reduzieren. Auf ihrer Sitzung vom 19. März dieses Jahres haben sie zum nunmehr dritten Mal eine Reduzierung ihrer kurzsichtigen und längerfristig sehr schädlichen Marktmanipulationen um 10 Milliarden Dollar pro Monat beschlossen. Außerdem haben sie angekündigt, weitere Schritte folgen zu lassen, so dass der von ihnen euphemistisch als Quantitative Easing-Programm bezeichnete Kauf  von Anleihen mit Geld, das extra für diesen Zweck geschaffen wird, im vierten Quartal 2014 beendet sein werde.

Darüber hinaus hat die neue Fed-Präsidentin Janet Yellen für die Zeit danach sogar Zinserhöhungen in Aussicht gestellt – natürlich unter dem üblichen Vorbehalt der zukünftigen Wirtschaftsentwicklung.

Neue Blase droht zu platzen

Nun lag die Fed mit ihren Prognosen in der Vergangenheit aber nicht allzu gut im Rennen. Anfang 2011 sagte sie für jenes Jahr ein Wirtschaftswachstum von 3,7%voraus und für 2012 und 2013 jeweils 4%. Tatsächlich waren es dann aber nur 1,7%, 1,5% und 2,0%.

Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, warum die stets überoptimistischen Zentralbankbürokraten ausgerechnet jetzt mit ihren bullishen Prognosen besser liegen sollten. Schließlich zeichnet sich erneut und zwar sehr deutlich das Platzen einer riesigen Spekulationsblase ab, die Yellen und Konsorten aber wieder nicht erkennen wollen oder können.

Das Platzen dieser Blase wird die Welt verändern. Ich bin sehr gespannt, wie die Zentralbanknomenklatura darauf reagieren wird. Aber Zinserhöhungen wird es in diesem Fall ganz bestimmt nicht geben.

Geldpolitisch angefachten Spekulationsblasenökonomie

Yellen ist sie nach US-Präsident Barack Obama und noch vor Wladimir Putin und Xi Jinping der mächtigste Mensch der Welt. Außerdem hat sie sich schon kurz nach ihrer Berufung zur Chefin der größten und rücksichtslosesten Gelddruckerbande der Welt mit einigen sehr bemerkenswerten öffentlichen Aussagen zu Wort gemeldet. Wie Sie sehen werden, hat sie sich damit schlagartig als ernstzunehmende Anwärterin auf den von Roland Leuschel und mir ins Leben gerufenen Titel „Schlechtester Notenbanker aller Zeiten“ positioniert. Gemeinsam mit ihren Vorgängern Alan Greenspan und Ben Bernanke auf dem höchst politischen Pöstchen des Fed-Präsidenten bildet sie schon jetzt das Trio Infernale des Zentralbankunwesens.

Wir sind uns sicher, dass uns die Finanzgeschichte in diesem Punkt früher oder später Recht geben wird. Schon jetzt zeigen sich für jeden, der es sehen will, die negativen Folgen der geldpolitisch angefachten Spekulationsblasenökonomie der vergangenen fast 20 Jahre: Schwaches Wirtschaftswachstum, hohe Arbeitslosigkeit, Verarmung breiter Bevölkerungsschichten und hoffnungslos überschuldete Staaten, die dem offenen oder verdeckten – sprich inflationären – Staatsbankrott entgegensteuern, dem sie nicht mehr entgehen können.

Das Ausmaß, in dem das Volk belogen und propagandistisch ebenso manipuliert wird wie die Finanzmärkte, lässt keine Zweifel zu: Die Lage ist ernst, sehr ernst sogar. Deshalb raten wir Ihnen, größte Vorsicht walten zu lassen und weiterhin Gold zu kaufen. Früher oder später werden Sie es brauchen.

Über Claus Vogt

Claus Vogt ist Gründer der Vermögensverwaltung Aequitas Capital Partners GmbH, einer auf vermögende Privatanleger und institutionelle Investoren spezialisierten Vermögensverwaltung. 2004 schrieb er zusammen mit Roland Leuschel das Buch "Das Greenspan Dossier". Gemeinsam schreiben sie nun den Börsenbrief „Krisensicher Investieren“. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel