Chinas Einstieg bei Peugeot Citroën

Die Automobilbranche muss teilweise mit großen Verlusten rechnen. Besonders schwer hat es den französischen Autobauer PSA Peugeot Citroën im letzten Jahr getroffen.

Wie bereits im Januar berichtet, ist die Zahl der PKW-Neuzulassungen im letzten Jahr erneut gesunken. Es wurden etwa 4% weniger Neuzulassungen verzeichnet als noch im Vorjahr. Besonders Importeure sind von der Absatzkrise in Europa betroffen und mussten große Verluste verzeichnen, darunter auch Peugeot (-23 Prozent) und Citroën (-21 Prozent).

Frankreichs größter Autobauer Peugeot ist besonders stark von der Absatzkrise in Europa betroffen und steckt seit Jahren in der Krise. Obwohl das eigentliche Geschäft von PSA im letzten Jahr besser lief als erwartet, verlor das Unternehmen noch immer mehr als 2 Milliarden Euro und schreibt auch weiterhin rote Zahlen. Gerade weil es sich in der Vergangenheit zu stark auf die Geschäfte in Europa konzentriert hatte. Nun braucht PSA dringend frisches Kapital, und das kommt vom chinesischen Konzern Dongfeng und aus französischen Staatskassen.

Hoffnung auf neue Absatzmärkte

Schon seit Längerem war ein Kapitaleinstieg des zweitgrößten chinesischen Autobauers Dongfeng und des französischen Staates im Gespräch. Mit dem Einstieg von Dongfeng erhofft sich PSA eine Steigerung der Absätze außerhalb Europas. Bereits jetzt ist China nach Frankreich der zweitwichtigste Markt für PSA. Dieser Absatzmarkt soll nun mit dem Kapitaleinstieg von Dongfeng weiter ausgebaut werden.

Nun stimmte der Aufsichtsrat dem Kapitaleinstieg der beiden Parteien endgültig zu und machte den Weg für eine Kapitalerhöhung von insgesamt 3 Milliarden Euro frei. Dongfeng und der französische Staat sollen zunächst mit 800 Millionen Euro einsteigen und so künftig jeweils 14 Prozent der PSA-Anteile halten.

Dadurch sinkt jedoch der Einfluss der traditionsreichen Familie Peugeot, die dann ebenfalls nur noch über PSA-Anteile von 14 Prozent verfügen wird (zuvor waren es 25 Prozent). Außerdem verliert die Familie ihr doppeltes Stimmrecht, was den Einfluss weiterhin schwächt. Ob Thierry Peugeot weiterhin dem Aufsichtsrat vorstehen wird, bleibt vorerst unklar.

Chinas Staatschef Xi Jinping in Frankreich

Sicher ist jedoch, dass der aktuelle Vorstandsvorsitzende Philippe Varin seinen Posten Ende März räumen wird. Künftiger Konzernchef wird der frühere Renault-Topmanager Carlos Tavares, wie bereits im November bekannt gegeben wurde.

Auch der Einstieg Dongfengs soll Ende März offiziell besiegelt werden. Zu diesem Zeitpunkt wird Chinas Staatschef Xi Jinping in Frankreich erwartet. Es wird spannend sein, die weitere Entwicklung auf den Wirtschafts- und Finanzseiten von Business-panorama.de und anderen renommierten Internetzeitungen zu verfolgen.

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