Islands neue Volks-Kryptowährung
Islands neue Volks-Kryptowährung

Islands neue Volks-Kryptowährung

Am 25. März um Mitternacht erhalten alle  330.000 Isländer über eine digitale Transaktion 31,8 AUC. Die Volks-Kryptowährung soll die Wirtschaft des Landes ankurbeln.

Eine Nation bricht die Fesseln der Papierwährung“, heißt es auf der Seite der neuen virtuellen Währung Auroracoin. Die Macher des Krypto-Geldes haben große Pläne. Ihrer Ansicht nach haben sich virtuelle Währungen (Bitcoin) bisher als beständig erwiesen und sind erfolgreich politische Systeme und Banken umgangen. Nun glauben die Macher von Auroracoin ein System entwickelt zu haben, mit dem das digitale Geld zur Volks-Kryptowährung werden soll.

Bildschirmfoto 2014-02-13 um 08.37.39Baldur Friggjar Odinsson hat die alternative Münze Auroracoin speziell für Island entwickelt und plant, jedem Bürger des nordischen Landes eine Handvoll digitaler Auroracoins zu schenken. Am 25. März um Mitternacht werden die Münzen der gesamten Bevölkerung Islands zugesprochen. Jeder der 330.000 Isländer wird über eine digitale Transaktion 31,8 AUC erhalten. In Island sind alle Bürger mit einer Personenkennziffer in einem öffentlichen Register aufgezeichnet, das  bei der Ausgabe der Auroracoins zur Überprüfung der Identität dienen soll.

Ausländische Investoren zögern

Die Macher von Auroracoin glauben, dass die digitale Währung die Beziehung zwischen Regierung und „Too-big-to-fail“-Banken brechen und dem Land eine stabilere Währung frei von staatlichem Einfluss geben kann. Islands Wirtschaft hat sich noch nicht wieder vollkommen von der großen Finanzkrise im Jahr 2008 erholt, als die Nation fast vor dem Bankrott stand. Das Bankensystem kollabierte, gefolgt von einem Ansturm ausländischer Investoren. Islands Währung, die Krone, brach ein; die Inflation explodierte, der Aktienmarkt machte einen Sturzflug und die Staatsverschuldung stieg ins Unermessliche.

Wie bei jeder virtuellen Währung wären keinerlei Banken und politisch kontrollierte Zentralbanken für Geldschöpfung, Transaktionen und Speicherung von Guthaben nötig, sagen die Macher von Auroracoin. In Island wurden alle großen Banken verstaatlicht, und die Regierung führte Kapitalverkehrskontrollen ein. Auch wenn diese nur als Übergangslösung gedacht wurden, gibt es sie noch heute, um die Wirtschaft zu stabilisieren. Daraus resultiert allerdings, dass alle Einnahmen aus dem Ausland an die Zentralbank von Island überwiesen werden müssen. Diese Praxis bremst  allerdings den freien Außenhandel. Ausländische Kapitalbesitzer zögern mit Investitionen in isländische Unternehmen, was das Wirtschaftswachstum weiter hemmt.

Internetversorgungsrate von 96 Prozent

Ob das System erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Fraglich ist vor allem, wie die isländischen Finanzbehörden darauf reagieren. Fakt ist aber, dass Island wahrscheinlich eines der besten Länder für solchen einen Versuch ist, denn Island hat eine Internetversorgungsrate von 96 Prozent. Wenn  das Konzept erfolgreich sein sollte, könnten sich vielleicht auch andere Volks-Kryptowährungen in anderen wirtschaftlich angeschlagenen Ländern etablieren, so die Hoffnung der Auroracoin-Initiatoren.