Schwierige Jobsuche für Akademiker

Wer die Uni verlässt, muss unbezahlte Praktika in Kauf nehmen. Außerdem wächst die Konkurrenz aus Südeuropa. Jobbörsen sind ein wichtiges Instrument bei der Arbeitssuche.

 

Auch in Deutschland spannt sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt an. Im Zeitraum Oktober auf November waren 55.000 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im Vorjahr. Das berichtet die Bundesagentur für Arbeit. Ihre Zahl stieg offiziell auf 2,8 Millionen und lag bei 6,5 Prozent. Der Anstieg sei vor allem auf die Arbeitsmarktpolitik zurückzuführen.
Allerdings habe sich die Nachfrage nach Arbeitskräften in den letzten Monaten auf einem gutem Niveau stabilisiert. Im November waren demnach 431.000 freie Arbeitsstellen bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet, das waren 20.000 weniger als vor einem Jahr. Besonders gesucht seien Fachleute in den Bereichen Verkauf, Logistik Mechatronik, Energie und Elektro, Metall-, Maschinen- und Fahrzeugbau sowie in Gesundheitsberufen. Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland – lag im November bei 149 Punkten und damit zwei Punkte unter dem Oktober-Wert.

Generation Praktikum

Gleichwohl erscheint der Berufseinstieg für junge Leute immer schwieriger zu sein. Gerade Akademiker hangeln sich oft lange Zeit von einem unbezahlten Praktikum zum nächsten, bevor sie eine Anstellung finden. Diesen Trend bestätigte eine Studie der DGB-Jugend und der Hans-Böckler-Stiftung zur Generation Praktikum. Für die Untersuchung wurden erneut die 674 Absolventinnen und Absolventen befragt. Bereits 2007 hatte es eine vergleichbare Untersuchung gegeben.

Der Studie zufolge haben gerade einmal 36 Prozent der Absolventen dreieinhalb Jahre Jahren nach ihrem Studienabschluss einen unbefristeten Job, 28 Prozent seien immerhin befristet angestellt. Der Rest habe sich entweder selbständig gemacht oder befinde sich in einer Weiterbildung. „Junge Akademiker sind die unfreiwilligen Vorreiter einer weitgehend flexibilisierten und damit unsicheren Arbeitswelt“, sagt DGB-Vizevorsitzende Ingrid Sehrbrock.

Arbeitssuche mit Jobbörsen

Neben der Bundesagentur für Arbeit sind vor allem Jobbörsen im Internet für junge Akademiker wichtige Vermittler von Arbeitsplätzen. Ihre Zahl hat in den vergangenen Jahren rapide zugenommen. Eine Studie des Marktforschungsinstituts TNS kommt sogar zu dem Ergebnis, dass Unternehmen, die ihre Stellenanzeige bei einer Online-Jobbörse wie www.stepstone.de schalten, nahezu doppelt so viele Bewerbungen wie beim nächstplatzierten kommerziellen Wettbewerber erhalten. Für die Studie wurden mehr als 400 Stellenanbieter in Deutschland zur Effizienz von Online-Jobbörsen befragt.

Mittelfristig könnte sich die Arbeitsmarktsituation gerade für junge Akademiker allerdings noch weiter verschlechtern. Die Ursache sind die aus den Krisenländern Südeuropas zahlreich nach Deutschland strömenden arbeitslosen Studienabgänger. Bereits im vergangenen Jahr zählte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung einen ansteigenden Zustrom junger Akademiker aus den europäischen Nachbarländern.

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