Der deutsche Raubzug durch Europa

Von Anfang an hat die deutsche Politik die Regeln der Eurozone bewusst missachtet. Sie hat sich auf Kosten der anderen Länder bereichert und maßgeblich die Krise der Südstaaten verursacht, meint DRAGAO NORDESTINO in einem Gastbeitrag.

Merkels-Raubzug / Grafik: DragaoNordestino Merkels-Raubzug / Grafik: DragaoNordestino

 

Es ist bemerkenswert, dass allgemein bei den Maßnahmen die gegen Länder der Euro-Zone, in denen die Wirtschafts- und Finanzkrise am meisten wütet, von „Strafe“ gesprochen wird. Strafe – für was? Nach orwellscher Art drehen die angelsächsischen Verbrecherbanden und deren Marionetten Merkel & Co. die Geschichte einfach um. Bestraft werden sollen diejenigen, die sich an die Regeln einer Währungsunion gehalten haben. Die Regelbrecher aber kommen davon und tun noch so, als hätten sie alles richtig gemacht.

Sie erzählen ihren Völkern, dass man die Unverantwortlichkeit der Krisenstaaten bestrafen muss, damit deren Verschwendung und Schulden nicht schlussendlich von den reicheren Unionsmitgliedern beglichen werden müssten. Jedoch ist diese Darstellung falsch, denn die Unverantwortlichen waren nicht die Völker, die die Politikdarsteller reicher Nationen so beharrlich abstrafen wollen.

Einigen Unionsmitglieder ist der Vertrag von Maastricht offensichtlich egal. Sie sind nicht gewillt, sich an die einfachsten Regeln einer Währungsunion zu halten und treiben damit sukzessive die anderen Mitglieder der Währungsunion in den wirtschaftlichen Kollaps.

Falsche Vorstellungen

Ob diese pervertierte Wirtschaftspolitik der Regelbrecher gewollt und im Auftrag der Wall-Street und der City of London oder gar, von noch vorhandene Strukturen der Ex-Sowjetunion, bewerkstelligt wird, oder ob es sich um simples Unwissen handelt, soll hier nicht behandelt werden.

Halten wir uns einfach an Fakten und nicht an Hypothesen. Was ist eigentlich eine Währungsunion?

Die meisten Menschen haben ganz offensichtlich eine falsche Vorstellung davon, was eine Währungs-Union ist und wozu sie dient. Im Grunde geht es dabei um das Organisieren des Handels unter den Völkern in einem Wirtschaftsraum, hier im speziellen der Euro-Staaten. Dabei ist klar, dass alles, was ein Staat in einem Wirtschaftsraum tut, Rückwirkungen auf die anderen hat.

Eine lange Geschichte

Für alle, die jetzt ausrufen „Ja aber, mit dem Euro wird es nicht funktionieren!“, sollten bedenken, dass die EU Währungs-Union ja nicht so etwas total Neues ist, sondern im Grunde auch schon vor dem Euro bestanden hat. Es ist inzwischen etwas aus dem Blickfeld gerückt, dass das Fixkurssystem in Europa eine lange Geschichte hat, wenn man die Vorläufer des Euro, das Europäische Währungssystem (EWS) hinzuzählt, das vom 13. März 1979 bis 31. Dezember 1998 bestand. Das EWS zielte darauf ab, die Wechselkurse der teilnehmenden Währungen aneinander zu binden und miteinander abzustimmen. In seiner späten Phase war das EWS mit seinen engen Bandbreiten, in denen die Währungen zueinander beziehungsweise zum virtuellen ECU schwanken durften, nahezu ein Festkurssystem. Der Unterschied zum Euro ist gar nicht so groß wie irrtümlicherweise viele meinen. Wenn die Wechselkurse der Währungen untereinander fixiert sind, ergeben sich ähnliche Probleme wie beim Euro. Im Unterschied zu heute haben sich damals aber alle an die Regeln gehalten. Nun ja, so ganz ohne Problem ging es schon damals nicht. Ein Beispiel ist die Krise des britischen Pfund 1992/93.

Ob je ein Fixkurs-System (Währungs-Union) dauerhaft überlebt hat, damit wollen wir uns jetzt nicht beschäftigen, bleiben wir bei den Fakten und lassen ein weiteres mal Hypothesen außen vor.

Lausige Manager

Eine Währungs-Union ist ein Werkzeug, das verschiedene Nationen in einem Binnen-Wirtschaftsraum miteinander Handel treiben lässt, ohne dass dauernd Störungen und Ungleichgewichte entstehen und eben diesen Handel, massiv behindern. Der Euro ist ein Versuch, dieser Anforderung eines Binnenmarktes gerecht zu werden und Stabilität zu schaffen. Dass es in der Zwischenzeit so aussieht, als sei alles schiefgelaufen, ist in Wirklichkeit jedoch nicht die Schuld des Euros, wie manche Stammtisch-Plauderer uns Weiß machen wollen, sondern die Währungs-Union wurde einfach lausig gemanagt. Und wer das getan hat, das schauen wir uns jetzt mal an.

Was ist das Ziel einer Währungs-Union? Im Vertrag von Maastricht ist eine Reihe von Kriterien dafür festgelegt, dass Länder der WWU als Vollmitglied beitreten dürfen. Der Stabilitäts- und Wachstumspakt ergänzt den Vertrag und verfeinert die Bedingungen für die Mitgliedschaft im Club weiter.

Was kompliziert aussieht, ist aber eigentlich ganz einfach. Im Prinzip geht es dabei nur um eine gemeinsame Inflationsrate. Währungs-Union heißt nicht, dass alle beteiligten Staaten in irgendeiner Form gleich sein müssen. Es müssen nicht alle gleich arm oder reich sein, auch müssen nicht alle gleich produktiv sein.

Löhne und Produktivität

Das einzige, auf das man sich einigt in einer Währungsunion ist die gemeinsame Inflationsrate. Im Falle der Euro-Union wurden von den Partnern zwei Prozent vereinbart. Alles, was unter 2 Prozent liegt, bedeutet Deflation. Als Punktziel hatte die europäische Zentralbank 1,9 Prozent Inflation festgelegt. Wie aber werden genau 1,9 Prozent Inflation erwirtschaftet? Über die Löhne bzw. Lohnstückkosten, wie folgende Grafik illustriert:

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Dieses Schaubild zeigt eindeutig, dass die Inflation langfristig den nominellen Lohnstückkosten folgt. Die realwirtschaftliche Erklärung ist dann auch ebenso zwingend: Der Wettbewerb auf den Gütermärkten sorgt über kurz oder lang dafür, dass Kostenersparnisse an die Verbraucher weitergegeben werden, d. h. niedrigere Lohnstückkosten sorgen auch für eine niedrigere Inflation und umgekehrt. Genau daher sind auch die Lohnstückkosten die wichtigste Determinante der Inflation.

Was sind Lohnstückkosten? Die Lohnstückkosten sind der Abstand zwischen den Nominallöhnen zur nationalen Produktivität. Beispiel: Wenn die Löhne um 5 Prozent steigen und die Produktivität steigt um 2 Prozent, dann haben wir Lohnstückkosten von 3 Prozent. Und genau diese Lohnstückkosten bestimmen die Inflationsraten.

Wie also macht man eine Währungs-Union? Eine Währungsunion macht man so, und dies ist die Hauptregel neben anderem ziemlich Unwichtigem, dass sich jeder an seine eigenen nationalen Verhältnisse anpasst, und dies ist die Produktivität. Um das Punktziel 1,9 Prozent Inflation zu erreichen, müssen also die Löhne / Lohnstückkosten immer gemeinsam mit der Produktivität steigen, bzw. um 2 Prozent darüber liegen. Was nun die jeweiligen Staaten mit der eigenen Produktivität anfangen ist für die Währungs-Union völlig egal…das die Löhne / Lohnstückkosten, 2 Prozent über der Produktivität liegen, jedoch absolut unverzichtbar.

Frankreich liegt richtig

Das die Preisentwicklung den nominalen Lohnstückkosten folgt, ist es zum Gelingen einer Währungsunion unbedingt erforderlich, dass sich diese Lohnstückkosten entsprechend dieser gemeinsamen Inflationsrate entwickeln. Passiert das nicht, so führt das unweigerlich zu großen Unterschieden in den Wettbewerbsfähigkeiten (Leistungsbilanzsalden) der einzelnen Länder…..

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Am Anfang hat dies nur leider keiner kapiert. In der Zwischenzeit jedoch schon. Nur der Exportweltmeister Deutschland hat’s noch nicht begriffen und hungert mit unlauterem und national egozentrischem Wettbewerb die Unionspartner aus.

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Die Grafik dokumentiert sehr anschaulich, wer sich von den beiden Staaten an die Vorgaben der Währungsunion gehalten hat. Frankreich liegt punktgenau richtig, während Deutschland mit Lohndumping einen unlauteren, die Union zerstörenden Wettbewerb vom Zaune bricht. Deutschland hat die Löhne nicht steigen lassen, weil es so seine Wettbewerbsfähigkeit steigern wollte. Nur darf man dies in einer Währungs-Union, die ja einen Binnen-Wirtschaftsmarkt umschließt, gerade nicht. Denn das heißt, dass man unter seinen Verhältnissen lebt, und dies im Falle Deutschlands massiv. Dabei wirkt noch verschärfend, dass die Reallöhne (gestrichelte blaue Kurve) offensichtlich sogar noch 2 Punkte unter den Wert von Anfang 1999 gefallen sind, während die französischen Reallöhne goldrichtig 2 Punkte über der Produktivität liegen.

Und deswegen kann Deutschland alle anderen Unionsmitglieder auskonkurrieren, denn die Lohnstückkosten liegen weitaus tiefer als im Rest Euro-Europas.

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Die Grafik zeigt eindrücklich das unverantwortliche und eigennützige Verhalten der Bundesrepublik. Während sich alle anderen Euroländer an die abgemachten Regeln halten, entfernt sich Deutschland massiv von eben diesen und verfehlt das Ziel der europäischen Zentralbank von 1,9 Prozent Inflation bei weitem. Wenn man jetzt noch Frankreich in die selbe Grafik einzeichnet, so erkennt man ohne Schwierigkeiten, dass Frankreich sich haargenau an die Euroregeln gehalten hat, während die anderen Euroländer leicht über und die Deutschland massiv unter ihren Verhältnissen gelebt haben.

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Manche Leute meinen auch immer, darauf hinweisen zu müssen, wie produktiv die Deutschland im Gegensatz zu Frankreich sei. Nun, dies ist eine glatte Lüge, erfunden von Politikern, um die eigene Bevölkerung zu beruhigen und sich rauszuschwatzen. Wenn man sich die Grafik ein wenig weiter oben nochmals anschaut  kann man sehen (gelbe Linie), dass die Produktivität Deutschlands und Frankreichs auf etwa gleicher Höhe bei 116-117 Punkten liegt. Also von wegen, Deutschland hat die bessere Technik, Maschinen usw. Das einzige, was sich in der Statistik findet, ist die Lohnzurückhaltung in Deutschland, sonst nichts.

Billig-Krämer Deutschland

Ja und dann gibt’s auch noch Menschen, die sagen, aber die absolute Produktivität in der Deutschland sei wesentlich höher als in Frankreich – bis jetzt haben wir ja nur von der Produktivitäts-Zuwachsrate gesprochen. Nun, auch dies ist gelogen, wie die folgende Grafik zeigt. Dass Frankreich in der Kurve der nominalen Produktivität etwas höher liegt als Deutschland, kommt daher, dass die Preise in Frankreich stärker gestiegen sind, was wiederum von der höheren Lohnsteigerung verursacht wurde.

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Ja und hier haben wir das einzige schwerwiegende Problem zwischen der Deutschland und Frankreich oder Italien. Die ganze Zeit sind die Preise in Frankreich / Italien stärker als in Deutschland gestiegen, weil dort die Löhne stärker gestiegen sind. Aber es war ja berechtigt, denn Frankreich hat sich ja an das Inflationsziel von 2 Prozent gehalten. Die Lohnzurückhaltung in Deutschland gegenüber Frankreich und anderen Euro-Ländern führt zu folgendem Ergebnis: Schauen wir uns dazu nochmals die Grafik (Nur Frankreich beachtet das Inflationsziel) nochmals an.

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Diese Kurve liest sich ganz leicht. Ein Produkt, das 1999 sowohl in Frankreich wie auch in Deutschland 100 Euro gekostet hat, kostet heute in Deutschland 110 Euro und in Frankreich 128 Euro. In Südeuropa hat das gleiche Produkt noch sehr viel mehr gekostet, aber die haben die Löhne schon gesenkt und so kostet das gleiche Produkt dort heute 132 Euro.

Nun braucht man sich nur die Frage zu stellen: Welche Produkte werden gekauft? Natürlich werden die billigeren Produkte gekauft! Deutschland ist zum billigen Krämer in Europa geworden. Es verschleudert seine Produkte verschleudert, weil es die Löhne nicht erhöht hat.

Runter auf die blaue Linie

Daraus haben sich Ungleichgewichte im Handel entwickelt. Deutschland verkauft pro Jahr für 180 Milliarden Euro mehr Waren in den Euroraum als es von diesem kauft.

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Und die Südländer und Frankreich sind defizitär. Sie haben sich verschuldet, um die deutschen Produkte zu kaufen. Jetzt sin diese Euroländer wegen der unverantwortlichen und absolut egozentrischen Wirtschaftspolitik Deutschlands pleite.

Nun kommen Angela Merkel & Co. und sagen: „So geht’s nicht weiter. Die anderen sollen sich gefälligst mal anpassen.“ An wen wohl? An Deutschland natürlich. Denn es sagt ja niemand, Deutschland liegt mit seinen Löhnen viel zu niedrig, ist deflationär und wird zum europäischen Billigkrämer. Das offizielle Megafon verkündet: Nur die anderen haben Fehler gemacht, und deshalb müssen jetzt alle runter auf die blaue Linie.

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Das aber ist völlig absurd. Wenn die Verbraucher von einem Tag auf den anderen 20, 30 und mehr Prozent weniger Lohn erhalten, kaufen sie logischerweise für 20, 30 oder mehr Prozent weniger ein. Und größtenteils handelt es sich dabei um Inlandsprodukte. Der nationale Binnen-Markt der Krisenländer bricht zusammen, die Arbeitslosigkeit steigt, und die ganze daran hängende Misere vervielfältigt sich. Wahrscheinlich ist das von Frau Merkel & Co. so gewollt. Das ist jedenfalls die deutsche Politik. Wem nützt so ein Blödsinn eigentlich…der angelsächsischen Finanz-Mafia und den eigenen Elite-Soziopathen?

Dumme Politik

Da Frankreich und Italien offenbar nicht mitspielen wollen beim deutschen Blödspiel, machen Frau Merkel & Co. weiter Druck. Was es für Europa bedeuten würde, wenn in großen Volkswirtschaften wie Frankreich und Italien 25 Prozent Arbeitslosigkeit entstünde, mag man sich schon gar nicht mehr ausdenken. Frau Merkel & Co. erwarten trotzdem allen Ernstes, dass Frankreich und Italien ihren Binnenmarkt zerschlagen, um sich mit Deutschland wettbewerbsfähig zu machen. So geht das natürlich nicht in einer gemeinsamen Wirtschafts- und Währungsunion. Die dumme und rechthaberische deutsche Politik wird dafür sorgen, dass innerhalb weniger Jahre wichtige Staaten wie Frankreich und Italien mit Gewalt aus dem Euro ausscheiden werden. Die Weichen dafür sind mit Le Pen & Co schon gestellt. Überall in Euroland werden extrem rechte, rechte und halbrechte Parteien immer stärker.

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Die deutschen Löhne müssen steigen, und die vorgegebenen 1,9 Prozent Inflation müssen eingehalten werden. Damit werden auch die jetzt abgehängten Krisenstaaten wieder wettbewerbsfähig. Ob dies allerdings mit den Marionetten Merkel & Co möglich sein wird, bezweifle ich, da Deutschland offenbar, mag kommen, was will, an der Unions zerstörenden Politik festhält. Man kann sich zwar einreden, wie es Deutschland und Österreich tun, dass sie durch Lohnzurückhaltung und Billiglohn eine niedrige Arbeitslosenrate haben. Doch transportieren sie durch dieses Verhalten die Arbeitslosigkeit zu den übrigen Unionsmitgliedern.

Am Ende aber werden auch die Sieger Verlierer sein. Denn wenn die anderen Pleite sind, und keine Schulden mehr machen können: An wen will man dann die schönen Produkte verkaufen? Man hat dann zwar keine Konkurrenz, aber auch keine Kunden mehr.

In ihrem Irrsinn haben Merkel & Co, der europäischen Währungs- und Wirtschafts-Union, samt den Menschen die darin leben, den Krieg erklärt, um sich und ihrer Klientel, den deutschen und angelsächsischen Finanz-und Elitesoziopathen, einen ökonomischen Raum zur Ausbeute zu garantieren. Koste es was es wolle.

Merkel & Co. und ihre Klientel beuten die restlichen Euroländer und selbst ihr eigenes aus, um Grosskonzerne und Banken zu bereichern und auch um die Schmach über ein System-Modell zu verbergen, dass es zuwege brachte, dass die Armut selbst in Deutschland den höchsten Stand seit 20 Jahren erreicht hat, dass 25% der Arbeitnehmer weniger als 9,50 pro/Std. verdienen, oder dass der Hälfte der Bevölkerung, nur miserable 1 Prozent des Volksvermögens besitzt.

Wie auch immer, der Elefant im europäischen Porzellanladen ist Deutschland und zerdeppert laufend Porzellan. Erstaunlicherweise wird selbst in den Krisenländern nur wenig über diesen Elefanten geredet.

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Links sieht man eine funktionierende Marktwirtschaft. Das waren die 60er Jahre in Deutschland. Wenn man sie, wie hier geschehen, in die vier Faktoren der Volkswirtschaft aufspaltet, also private Haushalte, Staat, Unternehmen und Ausland, sieht man schön, dass der Saldo der Welt/Ausland genau Null ist. Die privaten Haushalte haben gespart und die Unternehmen über Kredite investiert. Sieht man ja sehr schön, da die Linie weit unter Null liegt. Und der Staat, hat sich ziemlich rausgehalten, liegt wie die Welt/Ausland bei Null. Dies war eine funktionierende Marktwirtschaft, in der die Unternehmen die Ersparnisse der privaten Haushalte von der Bank holen und investieren.

So und jetzt kommen wir zu der pervertierten Marktwirtschaft Deutschlands von 2000-2009 (rechte Spalte), in der die privaten Haushalte immer noch sparen. Aber jetzt sparen auch die Unternehmen; und der Staat spart jetzt auch, wie man auf der folgenden Grafik erkennen kann (diese geht nur bis 2009). Ist ja toll, alle sparen, niemand investiert und alles Ersparte geht zum direkten Konsum-Verbrauch ins Ausland/Welt, über Kredite natürlich, und ist für immer weg (rote Linie weit im Minus).

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Ja, dieses pervertierte deutsche Markt-Modell hat unglaublich viel Schaden unter seinen Unionspartnern angerichtet. Und es wird, wenn es so weiter geht, die europäische Wirtschafts- und Währungsunion pulverisieren. Ja, und dann wird sich dieses Modell selber abschaffen, denn es gibt ja niemanden mehr, der die schönen Sachen kaufen kann.

Das oben Beschriebene ist genau das Problem des Euros, der alle anderen Fehlentwicklungen, wie Armutszuwanderung in die reichen Krisenstaaten und hohe Arbeitslosigkeit nach sich gezogen hat. Wenn Deutschland nicht bereit ist, eine gemeinsame Inflationsrate einzuhalten, also sich an die Regeln einer Währungsunion zu halten, sondern diese nur dazu benutzt, sich zu bereichern und andere Nationen im Wettbewerbs-Krieg zu zerstören, braucht man auch keine Regelungen über die Höhe von Staatsverschuldung zu vereinbaren, da die Verlierer dieser Entwicklung diese sowieso nicht einhalten können.

Auch eine No-Bail-Out-Klausel oder eine No-Bail-In-Klausel sind damit logischerweise von Anfang an unwirksam und das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben stehen. Denn dem Gewinner wird irgendwann Transferzahlungen leisten müssen, wenn die Währungsunion nicht in einem Deflationsstrudel versinken soll. Da nützt es auch nichts, dauernd hoch intellektuelle, fürs allgemeine Publikum kaum verständliche Texte zu den verschiedenen Problemen zu produzieren – etwa wie Flassbeck sagt, immer wieder Geschirr zu kleben, das der Elefant zertrümmert. Der Elefant muss aus dem Porzellanladen!

Ja so ist das, dass ist heute deutsche Politik, der pure Wahnsinn.

Europa wird viele Jahre brauchen, um sich von dem schweren Schlag zu erholen, wenn es uns nicht heute und jetzt nicht gelingt, diese kriminelle Politik zu stoppen. Wir haben nicht mehr 4 Jahre Zeit, der Brandstiftung unverantwortlicher und korrupter deutscher Politiker zuzuschauen.

Mehr Texte von Dragao Nordestino gibt es hier!

 

Weiterführende Hinweise:

 

Die systemische Krise des Euro – wahre Ursachen und effektive Therapien

PDF 1,37 MB

Grafiken zur Euro Währungskrise

PDF 0,233 MB

Eine Reihe interessanter Beiträge die sich gegen das Mantra der „Marktkonformität der Demokratie“ stemmen

 

Entsetzte Ökonomen: »Manifeste d’économistes atterrés« deutsche Übersetzung

 

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