Der Preis der Krise ist die Enteignung von Bürgern und Sparern

Die Tilgung der Schulden ist pure Illusion. Denkbar ist vielmehr eine Kombination aus Inflationierung und Schuldenschnitt im Zusammenhang mit einer dann fälligen Währungsreform.

Ausschuss für Lastenausgleich im Bundeshaus 1961 / Quelle: Wikipedia/Bundesarchiv Ausschuss für Lastenausgleich im Bundeshaus 1961 / Quelle: Wikipedia/Bundesarchiv

 

Mitten im Sommerloch ist am 01.08.2013 in der Wirtschaftswoche Online ein interessantes Interview mit dem Ökonomen Dr. Daniel Stelter veröffentlicht worden. Daniel Stelter ist der Autor des Buches „Die Billionen-Schuldenbombe“, das im April 2013 erschienen ist. Er hat als promovierter Betriebswirt 23 Jahre lang für das Beratungsunternehmen Boston Consulting Group (BCG) gearbeitet. In dieser Eigenschaft hatte er es mit den Vorstandschefs und Finanzvorständen zahlreicher Dax-Unternehmen und internationaler Konzerne zu tun. Ende Juli 2013 ist er bei BCG ausgeschieden.

Einige zentrale Aussagen zum Euro und zum Verschuldungsproblem in diesem Interview sollen hier behandelt werden.

Notwendige Rosskur

Zur Euro-Problematik räumt Stelter ein, dass man diese Währung in dieser Form heute nicht mehr einführen würde. Es gelte jetzt, den Schaden zu verringern und nicht weiter zu vergrößern. Eine Rückkehr zu den jeweiligen nationalen Währungen sei nicht so unproblematisch, wie manche Kritiker Glauben machen wollten, sagt er:

„Es gäbe ein Riesenchaos, in den Südländern Bank-Runs, eine europaweite Depression und politische Unruhen. Auf jeden Fall würde die deutsche Exportwirtschaft einbrechen und die Arbeitslosigkeit in die Höhe schießen. Wir müssten einen guten Teil der Forderungen, die wir an die Krisenstaaten haben, abschreiben.“

Stelter sieht keinen anderen Ausweg mehr als eine „Rosskur“, die auch eine Neuordnung des Euroraums beinhalten müsse. Griechenland und Portugal hätten innerhalb des Euroraumes keine Chance, wettbewerbsfähig zu werden, aber auch bei Spanien seien Zweifel angebracht. Doch statt einer seiner Meinung nach risikobehafteten Rückkehr zu nationalen Währungen sollten die verbleibenden Euro-Staaten versuchen, einen „Kerneuro“ zu erhalten, der nicht mehr mit dem Geburtsfehler der aktuellen Euro-Währung behaftet ist, weil für ihn ein einheitlicher Währungsraum geschaffen wird:

„Deshalb müssten die verbleibenden Staaten eine richtige Fiskalunion schaffen, wie in den USA: Mit einem gemeinsamen Finanzminister, gemeinsamen Bonds und einer Vereinheitlichung von Sozialstandards wie Arbeitslosenhilfe und Renteneintrittsalter. Wenn unsere Partnerländer dies nicht wollen, wird es sehr schwierig sein, einen solchen reduzierten Euroraum zu erhalten. Dann müssen wir in der Tat abwägen, wie der Schaden am kleinsten ist. Weiter durchwursteln wie bisher, indem man keinen austreten lässt und immer alle Löcher stopft, aber keine richtige Wirtschaftsunion macht, wird auf Dauer unbezahlbar.“

Der europäische Bundesstaat

Was Stelter hier als unerlässliche Bedingung für eine funktionsfähige Kerneuro-Währung formuliert, ist im Grunde der europäische Bundesstaat, gebildet von den Kerneuro-Staaten innerhalb der EU. Die Frage, die man sich als Leser in diesem Moment stellt, ist, ob sich Wirtschafts- und Finanzmann Stelter eigentlich bewusst ist, welche Aufgabe an die Politik und die Nationen er hier formuliert. Man muss außerdem in Erinnerung rufen, dass die Einführung der Europäischen Verfassung von 2004, über die die EU zusätzliche Kompetenzen erhalten sollte, also von den Staaten auf Souveränitätsrechte verzichtet werden sollte, 2005 an Volksabstimmungen in den Kern-EU-Staaten Frankreich und den Niederlanden gescheitert ist.

Stelters Formulierung „Wenn unsere Partnerländer dies nicht wollen“ ist das doch etwas hilflos klingende Eingeständnis einer sehr großen Skepsis bezüglich der turbomäßigen Entstehung der Vereinigten Staaten von Kerneuropa. Allein das Thema „Renteneintrittsalter“ wäre gut genug für das Scheitern jeglicher weiterer Verhandlungen. Man schaue sich nur an, wie in Frankreich die Bevölkerung geradezu allergisch auf jeden Versuch der Politiker reagiert, Einschnitte durchzuführen. Da aber die von Stelter eigentlich bevorzugte Kerneuro-Zone auf derartig wackligem Grund steht, wäre das „Riesenchaos“ nach Wiedereinführung nationaler Währungen, das er prophezeit, wohl unvermeidlich.

Undemokratisches Spiel

Allerdings gibt es noch eine weitere Option, die Stelter am Rande auch erwähnt hat: „ … indem man keinen austreten lässt und immer alle Löcher stopft, aber keine richtige Wirtschaftsunion macht …“. Es ist durchaus vorstellbar, dass in der gesamten Eurozone eine Art Pseudo-Bundesstaat geschaffen wird, in dem die Staaten nicht wirklich an Souveränität verlieren, der aber unter Aufsicht der EU-Kommission den Zugriff auf Umverteilungsgelder vom Norden in den Süden der Eurozone erlaubt. Ob das Bundesverfassungsgericht einem solchen undemokratischen Spiel zustimmen wird, sei einmal dahingestellt. Es ist aber zu vermuten, dass die europäische Politik es zumindest versuchen wird. Auch diese Lösung wird nicht endgültig sein, da diese Transferunion zur völligen Überforderung der nördlichen Eurozone und zu immer aggressiveren Streitereien führen wird, es wird aber noch einmal Zeit kaufen, die natürlich, wie immer, nicht genutzt wird.

Festzuhalten bleibt, dass Stelter die Eurozone in der aktuellen Form scheitern sieht, dass er aber die von ihm bevorzugte Lösung eines reduzierten Währungsraumes auf Bedingungen aufbaut, die eher utopisch anmuten.

Wohlstand durch Schulden

Den Euro und seine Maleschen sieht Stelter allerdings noch als eines der kleineren Probleme in der Welt an. Sehr viel gefährlicher ist für ihn das Verschuldungsproblem:

„Seit über 30 Jahren wachsen die Schulden in der gesamten westlichen Welt, also Nordamerika, Europa, Japan und Australien, schneller als die Wirtschaft. Seit den 1980ern haben wir unseren Wohlstand mit immer mehr neuen Schulden erkauft, weil das reine Wirtschaftswachstum dafür nicht mehr ausreichte. Begonnen hat das unter Ronald Reagan, beschleunigt hat den Prozess der frühere US-Notenbankpräsident Alan Greenspan, für mich einer der Hauptschuldigen an der Misere.“

Alan Greenspan im Jahr 2002 / Quelle: Wikipedia

Alan Greenspan im Jahr 2002 / Quelle: Wikipedia

Greenspan habe, um den Aktienmarkt anzufeuern und den Immobilienmarkt anzuschieben, damit angefangen, immer wieder die Zinsen zu senken. Greenspans Motivation sei nicht geld-, sondern eher sozialpolitisch gewesen. Der Lebensstandard der amerikanischen Mittelschicht sollte erhalten bleiben, weil durch die Globalisierung der Weltwirtschaft die Wettbewerbsfähigkeit des Westens gesunken war und reale Lohnerhöhungen nicht mehr möglich waren. Die von Greenspan damals angestoßene Politik der kurzfristigen Konjunkturbelebung wird, so muss man Stelters Ausführungen wohl verstehen, heute in Zeiten der Weltfinanzkrise über die Niedrigzinspolitik der Notenbanken und die weiter zunehmende Schuldenmacherei der Staaten fortgeführt:

„Um die Welt kurzfristig vor dem Schlimmsten zu bewahren, werden noch mehr neue Schulden gemacht. Dabei lässt die Wirkung schon nach: Jedes neue Anleihekaufprogramm wirkt kürzer und schwächer als das davor. Die nachlassende Wirkung der Schuldenmacherei auf die Realwirtschaft ist erschreckend: In den 1960ern führte jeder Dollar neuer Schulden noch zu 60 Cent mehr Wirtschaftswachstum; heute sind es nur noch 10 Cent. Das heißt für 10 Cent mehr Wirtschaftswachstum geben wir einen Dollar aus – da ist der Konkurs nicht mehr weit. Statt das zunehmend wirkungslose Medikament abzusetzen, erhöhen die Notenbanken die Dosis. Das wird nicht mehr lange gut gehen. Wir sind an dem Punkt, wo wir nicht mehr weiter Schuldenmachen können.“

Wertloses Geld

Daniel Stelter sieht durchaus die Gefahr, dass der Verschuldungsprozess außer Kontrolle gerät und in eine Hyperinflation mündet:

„Da ist Weimar nicht mehr weit. Das wird aber auf Dauer nicht funktionieren. Platt formuliert: Wenn Geld nichts mehr kostet, ist es irgendwann auch nichts mehr wert.“

Allerdings muss sich für diesen Extremfall einer kollabierenden Währung die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes erhöhen. Zu einer galoppierenden Inflation komme es erst, wenn weite Teile der Bevölkerung das Vertrauen in das Geld verlören. Stelter sieht als verstärkenden weiteren Faktor einer wirklich schlimmen Krise, die auf die Staaten der westlichen Welt zukommen, auch noch die Überalterung an. Dieser Punkt wird von Stelter im Interview immer wieder angesprochen. Es geht um die Tatsache, dass es in den westlichen Gesellschaften keine wirtschaftlichen Impulse durch eine wachsende junge Bevölkerung mehr gibt und dass die Kosten zur Versorgung der Alten auf der nun zur Minderheit gewordenen jüngeren Bevölkerung lasten.

Riesenhafte Verschuldung

Die riesenhafte Verschuldung in allen westlichen Staaten ist das Thema, das Stelter vor allem umtreibt. Dieses Thema hat er sowohl in seinem Buch (hier eine kurze Rezension) als auch in einer anderen Publikation behandelt (Der Kaiser ist nackt), die nicht im Rahmen seiner Mitarbeit bei BCG veröffentlicht wurde. Auch hier im Interview bewegt er sich auf der Linie seiner übrigen Veröffentlichungen, wenn er die Lösungsmöglichkeiten, die es aus seiner Sicht gibt, skizziert:

„Es gibt vier Möglichkeiten: Erstens: Alle Welt spart und zahlt die Schulden ganz normal zurück. Das wünschen wir uns als Gläubiger und entspricht der Politik der Kanzlerin. Dass das nicht gehen wird, liegt auf der Hand: Je mehr wir sparen, desto mehr leiden Konsum und Investitionen in der ohnehin fragilen Weltwirtschaft.

Zweitens: aus den Schulden herauswachsen. Reales Wachstum können wir angesichts der demografischen Entwicklung kein großes erwarten. Wir sollten aber alles tun, um die Wachstumskräfte der Wirtschaft zu stärken. Gerade die hohe Jugendarbeitslosigkeit in der Peripherie ist fatal: eine ganze Generation wird weniger produktiv sein und weniger zum Wirtschaftswachstum beitragen.”

Beide Möglichkeiten sieht Stelter als nicht erfolgsversprechend an.

Das Euro-Zeichen in Frankfurt / Quelle: wikipedia/ Christoph F. Siekermann

Das Euro-Zeichen in Frankfurt / Quelle: wikipedia/ Christoph F. Siekermann

Inflation als Schuldenkiller?

Als dritte Möglichkeit wird von Stelter die Entwertung der Schulden durch eine Inflationierungspolitik mit Niedrigzinsen und verstärkter Geldvermehrung genannt. Das wird heutzutage mit dem Begriff „Financial Repression“ belegt, also einer Situation, in der das Zinsniveau nachhaltig unter die Wachstumsrate der Wirtschaft gedrückt wird. Laut Stelter wird das aber nicht funktionieren. Ein Vergleich mit der Situation z.B. der 50er- und 60er-Jahre in den USA, wo es hervorragend gewirkt hat, ergibt:

„Aber erstens waren die Jahre von 1945 bis 1965 geprägt von weltweitem Wirtschaftswachstum und technologischen Neuerungen. Zweitens waren damals nur die Staaten hoch verschuldet, der Privatsektor hatte nur geringe Schulden. Außerdem wuchs die Bevölkerung der Industrieländer stark, heute schrumpft sie, oder sie stagniert. Da fehlen Konsumenten. Außerdem überaltern wir, und ältere Menschen bauen selten Häuser, bestellen beim Schreiner keinen Schrank und auch kaum neue Kleidung und Autos. Die Financial Repression ist zwar die Lösung, die die Notenbanken offensichtlich anstreben, aber ich bin skeptisch, dass man sie lange genug durchziehen kann. In Deutschland bräuchte man rund 17 Jahre lang negative Realzinsen von rund 1 Prozent, in UK schon 48 und in Japan über 80 Jahre, um die Schulden wieder auf ein erträgliches Maß zurückzufahren.“

Gefahr des Kontrollverlustes

Die Laufzeiten einer solchen Politik der Financial Repression wären wohl viel zu lange, um es in Demokratien durchzuhalten. Außerdem muss es nicht bei der moderaten Inflation bleiben, es lauert immer die Gefahr, dass das Ganze außer Kontrolle gerät. In seinem oben auch aufgeführten Aufsatz „Der Kaiser ist nackt“ heißt es dazu noch:

„In Irland würde es selbst bei der extremen Annahme eines negativen Realzinses von fünf Prozent 20 Jahre dauern, bis die Schulden wieder auf einem tragbaren Niveau wären. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass es, sobald Inflation einsetzt, nicht bei moderaten Werten bleibt, basiert doch unser Geldsystem einzig und allein auf dem Vertrauen der Bürger, dass das, was sie heute als Geld bekommen, auch noch morgen einen Wert besitzt. Zudem ist Inflation die sozial ungerechteste aller Steuern.“

Damit bleibt aber für Stelter nur noch die von ihm bevorzugte Option „Schuldenschnitt“ übrig: „Uns Junkies droht sozusagen der kalte Entzug“. Stelter sieht das Streichen von Schulden als den einzigen gangbaren Weg an. Auf die Anmerkung seines Interviewpartners, dass die Geldvermögen, die Lebensversicherungen und große Teile der Altersvorsorge der Bevölkerung getroffen würden, antwortet Stelter:

„Aus diesem Grund wird es auch nicht von der Politik gewünscht. Dabei ist der Verlust schon eingetreten, weil die Schulden nicht ordentlich zurückgezahlt werden können. Es geht nun darum, wie der Schaden verteilt wird. Bei einem Schuldenschnitt können wir bestimmen, wer welchen Anteil zu tragen hat und vor allem können wir den Schaden auf Jahre verteilen, was die Belastung erträglicher macht. Inflation in der Höhe, die nötig wäre, um die Schuldenberge abzutragen, würde vor allem jene treffen, die nicht in Sachwerte ausweichen können. Soziale Unruhen wären die Folge.“

Enteignung der sozial Schwachen

Mit der Inflation würden die sozial schwachen Bevölkerungsteile schwerstens getroffen werden, aber auch diejenigen, die im unteren Sektor der Vermögensverteilung liegen: Es sind z. B. die, die mit überschaubarem Einkommen Lebens- und Rentenversicherungen abgeschlossen haben (die Riester-Leute z.B.), um sich wenigstens ein bisschen im Alter abzusichern und nicht völlig von der staatlichen Rente abhängig zu sein. Stelter will den Umweg über die Inflation nicht gehen, sondern die „Vermögenden“ lieber gleich teilenteignen. Der Schuldenschnitt müsste hier hart eingreifen und könnte damit begründet werden, dass auch eine starke Inflation die Vermögen angreifen würde. Außerdem basiert ein Teil des Vermögens auf Forderungen an Schuldner, die gar nicht mehr zahlen können.

Was aber die Politik scheut, ist die Frage, wie der Schaden tatsächlich verteilt wird, so die Formulierung von Stelter. Man kann bei einem Schuldenschnitt die großen Vermögen schützen oder die kleinen, man kann Schulden vergemeinschaften oder sie wieder zurück in die nationale Verantwortung legen, all das würde als Aufgabe auf die Politik zukommen. Es ist kein Wunder, dass man lieber den weichgespülten Weg der Inflation nehmen will, in der die Frage nach Verursachung, Verantwortung und Verteilung so nicht gestellt werden kann.

Bis zu 5 Billionen Euro

Laut Stelter steht im Euroraum eine Summe von drei bis fünf Billionen Euro zur Streichung an. Eine differenziertere Betrachtung zu dieser pauschalen Summe macht Stelter nicht, allerdings ist interessant, was er zu Zypern und der dortigen Schuldenschnitt-Lösung anmerkt, für die er den Begriff „Sonderfall“, den die eurozonalen Politiker gebetsmühlenhaft vorgetragen haben, nicht gelten lassen will:

„Ein Sonderfall sicher nicht. Aber als Präzedenzfall taugt die Zypern-Lösung nicht. Ich sehe sie mit gemischten Gefühlen. Einerseits ist es gut, dass man Schulden teilweise streicht, statt sie immer nur mit neuen abzulösen; andererseits ist es nicht gerecht, dass dort zum Beispiel mittelständische Unternehmen bluten mussten, weil die eben für ihr Tagesgeschäft Bargeld zur Seite legen mussten; andere aber alles ins Ausland schaffen konnten und zum Beispiel Immobilienbesitzer nicht beteiligt werden.“

Zugriff auf Immobilien?

Interessant ist, was Stelter hier nicht kritisiert, dass nämlich zypriotische Privatpersonen, die keine Firma haben, aber ihr Erspartes über hunderttausend Euro unglücklicherweise einer der betroffenen Banken anvertraut haben, „schuldengeschnitten“ wurden. Wenn Zypern kein Sonderfall ist, dann muss man schlussfolgern, dass für Stelter der Zugriff auf Spareinlagen zum normalen Ablauf eines Schuldenschnitts gehört.

Bei der Erwähnung der Immobilienbesitzer sollte man auch aufhorchen. Wer sich ein bisschen in der Geschichte auskennt, weiß, dass ein Großreinemachen nach einem finanziellen Kollaps sehr oft gerade den Immobilienbesitz mit einbezogen hat. Für Stelter ist klar, dass ein Schuldenschnitt auch auf Auslandskonten ausgedehnt werden muss und darüber hinaus nicht nur die Besitzer von Geldkonten zur Kasse gebeten werden dürfen, sondern die „Wohlhabenden“ überhaupt. Man vermisst die Frage des Interviewpartners, wer denn seiner Meinung nach als „wohlhabend“ bezeichnet werden kann und aus welchen Asset-Klassen genau sich die Beurteilung zusammensetzen sollte. Für Stelter ist nur ist klar, dass die „Vermögensbesitzer“ dran sind:

„Der Schaden der nicht bedienbaren Schulden ist durch die verfehlte Politik der letzten Jahre bereits entstanden, die Vermögensbesitzer merken es nur noch nicht. Jetzt geht es darum, einen viel größeren Schaden zu verhindern!“

Not kennt kein Gebot

Anzumerken ist angesichts solcher Äußerungen allerdings, dass später einmal nicht die Wissenschaftler oder Consultants wie Stelter bestimmen werden, wer „wohlhabend“ ist, sondern die Politiker. Auf die Frage, wie das Ganze denn umgesetzt werden könne, gibt Stelter zu, dass man zu drastischen Maßnahmen greifen müsste:

„Immobilien können schon mal nicht flüchten. Aber Sie haben schon recht: es müssten sofort Kapitalverkehrskontrollen eingeführt werden; wahrscheinlich müsste man auch für kurze Zeit die Grenzen schließen.“

Not kennt eben kein Gebot. Stelter spricht hier nicht mehr von einzelnen Krisenstaaten, sondern wohl von einer europaweiten oder weltweiten Operation, in der die „Anleger einen Teil ihres Vermögens verlieren, egal wie sie sich aufstellen“. Ausdrücklich nennt Stelter den Lastenausgleich in Deutschland von 1952 als ein mögliches Szenario.

Für wie bedrohlich er die derzeitige Situation hält, zeigen Rückbezüge auf den Untergang Roms bei seiner Antwort betreffs der Nützlichkeit von Gold:

„Gold ist zwar wahrscheinlich eine gute Versicherung gegen manche Extremszenarien, es wirkt aber auch nicht in jedem Fall. Nach dem Untergang Roms fand man noch im Mittelalter immer wieder Gold in Fundamenten von Patrizierhäusern. Dass es noch da lag, Jahrhunderte später, ist ein Indiz, dass seine Besitzer nicht viel damit anfangen konnten. Oder aber nicht drankamen.“

Immobilienbesitzer können nicht flüchten

Auf die ironische Frage des Interviewpartners, dass, falls nicht gleich die Barbaren einreiten und uns dem Erdboden gleichmachen würden, Sachwerte wie Immobilien doch eine gute Idee sein müssten, antwortet Stelter ohne jede Relativierung oder weichgespülte Redewendungen:

„Das ist leider nicht konsequent zu Ende gedacht. Sachwerte verlieren zwar nicht durch Schuldenschnitt oder Inflation, aber danach würde es politisch mit hoher Wahrscheinlichkeit eine große Koalition der Verarmten geben; und die wird die Wenigen, die ihr Vermögen gerettet haben nicht unbehelligt lassen. Reiche werden in irgendeiner Form ihren Obolus bringen müssen. Wer Immobilien besitzt, kann davor nicht weglaufen.“

Väter der Eurozone: Francoise Mitterrand und Helmut Kohl / Quelle: Wikipedia/bundesarchiv/Lothar Schaack

Väter der Eurozone: Francoise Mitterrand und Helmut Kohl / Quelle: Wikipedia/bundesarchiv/Lothar Schaack

Um Stelters Einschätzungen und Äußerungen einzuordnen, muss man auch seinen bisherigen Arbeitgeber, die Boston Consulting Group (BCG), in die Betrachtung mit einbeziehen, auch wenn er inzwischen hier ausgeschieden ist. Seine Vorstellungen für die Lösung des Überschuldungsproblems decken sich mit denen seines bisherigen Arbeitgebers, für den er entsprechend tätig war. Schon 2011 hat BCG eine Studie veröffentlicht, für die Stelter als Mitautor zeichnete und die „Back to Mesopotamia“ betitelt wurde. In den auf Europa bezogenen Abschnitten ist man u. a. zu folgenden Schlussfolgerungen bezüglich der Schuldenkrise gekommen:

  • In der Eurozone müsste ein Schuldenschnitt über 6,1 Billionen Euro durchgeführt werden, der die Schulden von Staaten, Unternehmen (ohne Banken) und privaten Haushalten begleicht.
  • Die Kosten dafür sollen mit einer einmaligen Vermögensabgabe auf 34 Prozent des flüssigen Finanzvermögens der Bürger beglichen werden. Es soll allerdings einen Freibetrag von 100.000 Euro geben. Staaten wie z. B. Deutschland benötigen eigentlich nur einen Schnitt von ca. 11 Prozent, aber da die Prozentzahl bei den schwachen Staaten der Zone zu groß würde, braucht man einen solidarischen eurozonalen Einheitsschnitt.
  • Zusätzlich – aus Gründen der Gerechtigkeit – sollte es noch eine europaweite Abgabe für die Eigentümer von Immobilien geben.
  • Mit den angestrebten Abgaben müssten auch die im Zuge des Schuldenschnitts eingetretenen Verluste von Versicherungen und Banken ausgeglichen werden. Die Banken müssten verstaatlicht und dann rekapitalisiert werden, da sie anders nicht mehr zu retten seien.
  • Außerdem benötigt die Eurozone eine Fiskal- und Sozialunion mit Transferleistungen, die alleinige Staatsfinanzierung über Eurobonds (mit festgelegter Schuldenbremse), Reindustrialisierungsprogramm für wettbewerbsschwache EU-Staaten, die Erhöhung des Renteneintrittsalters bzw. die rigorose Kürzung der Renten.

Fiskal- und Sozialunion

Da Daniel Stelter einer der genannten Autoren der Studie ist, sind die Überschneidungen zu seinen Aussagen in Büchern oder Interviews verständlich. Mit „Back to Mesopotamia“ wurde aber keine Privatmeinung veröffentlich, so dass festzuhalten bleibt: Wenn eine Beratungsfirma wie BCG mit Zugang zu Politikern und Wirtschaftsführern in den höchsten Positionen, die außerdem in einem Land namens USA beheimatet ist, dem in absoluten Zahlen weltgrößten Schuldenmacher, eine solche Studie veröffentlicht, dann sollten alle hellhörig werden, vor allem auch in Europa.

Mit Mesopotamien kommt die alte Hochkultur der Sumerer, Akkader und Babylonier im Zweistromland zu der späten Ehre, im 21. Jahrhundert als leuchtendes Vorbild für die Lösung einer globalen Schuldenkrise zu fungieren. Warum hat der Name der alten Hochkultur plötzlich diesen Zauberklang? Die Antwort ist, dass hier der Schuldenschnitt offenbar ritualisiert wurde.

Von Zeit zu Zeit (z. B. aus Anlass des Antritts eines neuen Herrschers) wurde ein allgemeiner Schuldenerlass verkündet. Das war notwendig, weil sich die Bauern in diesem agrarisch strukturierten Staatengebilde des frühen Altertums im Laufe der Zeit gegenüber der kleinen Schicht von Händlern und Mitgliedern des lokalen Verwaltungsapparats derart verschuldet hatten, dass es für sie keine Chance mehr gab, aus ihren Schuldverhältnissen zu entkommen. Der Schuldenerlass war also im wohlverstandenen Eigeninteresse des Herrschers, denn Schuldsklaven waren nicht unbedingt königstreu. Andererseits hatte ein neuer Herrscher eine Menge neuer Freunde nach dem Schuldenschnitt. Und die wenigen neuen Feinde konnte er mit seinen Soldaten in Schach halten.

Verschleierungstaktik

BCG verknüpft über den Begriff „Schulden“ diesen Vorgang aus einer völlig anderen Kultur und fernen Zeit mit den aktuellen Zuständen. Das ist eine geschickte Manipulation und ein schönes Beispiel für eine gewisse Verschleierungstaktik. Mit Blick auf Mesopotamien vertritt BCG die These, dass ein weltweiter Schuldenschnitt für Schulden von Staaten, Unternehmen und privaten Haushalten notwendig ist. Ein Schuldenschnitt in einer industrialisierten und globalisierten Wirtschaft mit einem aus den Fugen geratenen Bankensektor hat aber nur mäßig mit den Vorgängen in Mesopotamien zu tun. Dort wurden weder Staaten noch Unternehmen/Unternehmer entschuldet, dort mussten nicht Banken mit Steuergeldern rekapitalisiert werden.

Letztlich ist der Vergleich nur bei den privaten Haushalten zutreffend, auch wenn damit das ganze Problem der europäischen Schuldenpolitik oder der verfehlten Ersatz-Sozialpolitik in den USA in Verbund mit der geradezu kriminellen Niedrigzinspolitik der FED, um Illusionen von Wohlstand zu erzeugen, nicht erfasst werden kann. Aber nur hier auf der Ebene der einzelnen Kreditnehmer, die nun überschuldet sind, ist der Vergleich in Annäherung statthaft. Nur in Annäherung deshalb, weil die Situation eines sumerischen Schuldsklaven und eines heutigen Schuldners eventuell doch divergieren.

Handlungsspielräume schrumpfen

Doch welche Vergleiche man auch immer gezogen hat, der Inhalt der Aussagen von Stelter bzw. der BCG ist brisant. Die These, dass die Probleme der Überschuldung in den westlichen Staaten letztendlich nur entweder durch strenge Inflationierung oder durch einen Schuldenschnitt gelöst werden können, ist ernst zu nehmen. Für den Lösungsansatz „Schuldenschnitt“ haben Daniel Stelter und die BCG eine Vorgehensweise als „bittere Medizin“ konzipiert, die uns gerade in Deutschland keinesfalls beruhigen kann. Wenn die Analyse von Stelter richtig ist, werden die Handlungsspielräume der Politiker immer enger werden, bis bestimmte Entscheidungen zwingend erforderlich sind.

Welche Handlungsoptionen sich aus den Zufällen und Konstellationen der jeweiligen politischen Mehrheitsverhältnissen konkret ergeben werden, ist überhaupt nicht vorhersehbar. Denkbar ist auch eine Kombination aus Inflationierung und Schuldenschnitt im Zusammenhang mit einer dann fälligen Währungsreform. Das ist im Grunde sogar eine sehr wahrscheinliche Lösung, weil die Politiker in diesem Fall gegenüber den Wählern auf Sachzwängen verweisen können, die vielleicht ihre Vorgänger, aber nicht sie zu verantworten haben.

Beispiel Lastenausgleich

Sollte eine „mesopotamische“ Option, in welcher Form auch immer, zum Zuge kommen, ist die Befürchtung realistisch, dass sie in einer Ausprägung kommt, die die größtmögliche Belastung gerade für die normalen Steuerbürger und Sparer bedeuten würde, während es, wie bisher üblich, die wirklich Vermögenden gar nicht oder nur abgeschwächt treffen würde. Das Lastenausgleichsgesetz von 1952, das immerhin eine Reaktion auf die Zerstörungen nach einem verheerenden Krieg und nicht nach einer überbordenden Schuldenpartie war, dient immer wieder als Beispiel. Diejenigen, die nach dem Krieg ohne große Vermögensverluste davon gekommen waren, sollten den Teil der Bevölkerung stützen, der übermäßig große Verluste (Vertreibung, Bombardierung, sonstige Kriegsschäden) erlitten hatte und dessen Existenz zerstört war. Im Wesentlichen mussten den Lastenausgleich aber die Eigentümer von Grundstücken und Häusern tragen.

Es wurden bis ins Detail gehende Berechnungsverfahren aufgesetzt, um alle Konstellationen des Haus- und Grundbesitzes mit einzubeziehen. Natürlich wurde versucht, auch andere Asset-Klassen in die Berechnung zu nehmen, doch war man da auf eine gewisse Kooperation der künftigen Zahler angewiesen, so dass der Gesetzgeber hier schon wohlweislich einen hohen Betrag an Abgabefreiheit (150.000 DM, was damals viel Geld war) zugestanden hatte.

Droht Widerstand?

Auch wenn durch EDV und Vernetzung der Zugriff auf andere Vermögenswerte für den Staat heute leichter ist, weiß Stelter, warum er den Lastenausgleich von 1952 im Zusammenhang mit der Lösung der Schuldenkrise genannt hat: „Ja, wir haben da eine Tradition in Deutschland.“ Der Zugriff auf den Immobilienbesitz ist für den Staat immer die einfachste Lösung. Eine andere Frage ist, ob ein Zugriff auf das flüssige Vermögen, also auch auf die Spareinlagen der Bürger, der immer wieder als weiterer „Baustein“ eines Schuldenschnitts genannt wird, flächendeckend und ohne Widerstand in der Bevölkerung durchgeführt werden kann. Aber wie meinte Daniel Stelter an einer Stelle des Interviews:

„Wenn die Krise wieder eskaliert, dann wird auch die Schmerzgrenze sinken, so drastische Maßnahmen zu ergreifen.“

29 Kommentare zu Der Preis der Krise ist die Enteignung von Bürgern und Sparern

  1. „Wenn die Krise wieder eskaliert, dann wird auch die Schmerzgrenze sinken, so drastische Maßnahmen zu ergreifen.“

    Genau dies ist zu befürchten und nach m.E. auch nicht mehr aufzuhalten…

    • Globaler Schuldenschnitt ist diesmal nicht möglich.

      Der Grund dafür liegt darin, dass es nach einem solchen “finanzpolitischen Kataklysmus” im Vergleich zu früheren Jahrzehnten (oder gar Jahrhunderten) viel zu wenig Neues mehr zu erfinden gibt, das einen dauerhaften Impuls für die Wirtschaft generieren könnte. Schon gar nicht lässt sich das “Neue”, das keines mehr ist, patentieren und monopolisieren, wie dies früher der Fall war.
      Einfaches Beispiel: Tonträger.
      Früher konnten ganze Volkswirtschaften von der Plattenspieler- und Magnetophon-Industrie leben. Heute ist die moderste Entwicklung auf diesem Sektor, der SSD-Chip-Recorder, schon billiger zu haben als ein altes ausgemustertes DVD-Laufwerk, für dessen Entwicklung sich noch vor 30 Jahren Tausende Ingenieure das Hirn verrenkt haben.

      Daran ändert sich nichts. Die Welt wird mit dieser Tatsache leben müssen, auch die Wirtschaftstheorie. Die EINZIGE Möglichkeit, die es noch gäbe, wäre die Schaffung einer globalen zentralen Lizenzvergabe-Stelle, die alle Technologien umfasst. Wir können aber damit rechnen, dass das mit den Instrumenten der UN, der WIPO oder der WTO nicht zu bewerkstelligen ist. Es gibt weder Einsicht noch Verstand noch Kompromißbereitschaft unter den Staaten. Es ist aber auch unmöglich, das dem einfachen Menschen von der Strasse zu erklären. Somit ist es sicher, dass eine Katastrophe apokalyptischen Ausmaßes unabwendbar sein wird.

    • Frieden für alle Völker – Friedensvertrag für Deutschland
      Wenn Sie das wollen, dann senden Sie diese Nachricht an mind. 10 Menschen weiter. Besser mehr.

      Wenn Sie das nicht wollen, dann sind Sie leider mit verantwortlich für die Kriegstreiberei weltweit. !
      Gott sieht das !

      Frieden für alle Völker. Das will das deutsche Volk.

      Leider ist das ohne Friedensvertrag nicht möglich.
      Die USA-Verwaltung BRD bekommt keinen Friedensvertrag.

      Deutschland ( nicht BRD ) kann aber einen Friedensvertrag schließen und den Kriegszustand auf der ganzen Welt damit beenden.

      Wenn Sie das auch wollen, dann machen Sie den Wahlzettel ungültig und schreiben drauf:
      Deutschland ( nicht BRD ) will einen Friedensvertrag und alle Völker sollen in Frieden leben.

      Anlage: Aufruf als.PDF http://terragermania.com/

  2. Die in englischer Sprache verfaßte Studie der BCG “Back to Mesopotamia” haben sicher nur wenige gelesen, wenn Sie denn überhaupt derer habhaft geworden wären.
    Darum gebührt Grinario für seine “Übersetzung” hier in diesem Artikel schon mal ein besonderes Danke.

    Das besondere an seiner “Übersetzung” ist die detaillierte Ausarbeitung und absolut verständliche Sprache. Man könnte gern sagen, was auch immer künftig in welcher Form der “Enteignung” der Völker passiert, hier wird´s beschrieben und mehr an Artikeln bedarf es kaum noch zu diesem Thema.

    Und welche Lehren gewinnen wir hieraus und wie ist daraufhin zu handeln ?

    Vermutlich werden wir zögern, uns gegen das Schlimmste abzusichern, und darum nicht RECHTZEITIG die richtigen Maßnahmen treffen.
    Wie zitiert er ganz treffend:
    „Immobilien können schon mal nicht flüchten. Aber Sie haben schon recht: es müssten sofort Kapitalverkehrskontrollen eingeführt werden; wahrscheinlich müsste man auch für kurze Zeit die Grenzen schließen.“

    • @car-genosse

      Im Zusammenhang mit der BCG-Studie darf ich an der Stelle auf einige erkenntnisreiche Veröffentlichungen hinweisen – auf die Studie habe ich erstmals am 30. November 2011 (!) hingewiesen.

      http://oconomicus.wordpress.com/2011/11/30/levin-holle-wird-neuer-abteilungsleiter-im-bmf/

      http://oconomicus.wordpress.com/2013/05/03/bail-in-sprechblase-oder-bittere-realitat-dossier-zur-zyprisierung-von-sparern-und-anlegern/

  3. Das ist eine zwar gute Auflistung von Fehlern und Gründen, unterschlagen wird aber, dass nicht die Bevölkerungen den Euro wollten und die Schulden gemacht haben, sondern die Regierungen, um die Massen zu kaufen, damit diese wieder und wieder ihre Geschenkgeber wählt. Dabei hat sich die Politik von den Banken strangulieren und zudem massiv von der Wirtschaft bestechen lassen, auch ganz persönlich, weil wissend, dass das blöde Volk irgendwann für die Schulden aufkommen muss durch Steuererhöhungen. Gleiches Spiel lief und läuft in Brüssel: Unsummen gehen dort in unbekannte Löcher und Taschen. So lange wir, das deutsche Volk, nicht aufstehen, – wie sagte Andreas Popp / Wissensmanufaktur: Satt geht nicht auf die Straße -, passiert gar nichts. Wohl der unvermeidliche Zusammenbruch auf allen Ebenen. Die nächste Wahl wird wieder zeigen, dass wir den bekannten Misch-Masch behalten, schliesslich sorgt man “da oben” erst einmal für die eigene gute Zukunft.
    Da wird auch keine AfD wirklich etwas ändern, denn sie hat sich, unbemerkt für die Wähler, mit der CDU längst arrangiert.
    Es gibt nur eine einzige Lösung, nur eine einzige Partei die Abhilfe schaffen wird, weg von der jahrzehntelangen Gängelung durch die Alliierten, die sich längst sämtliche Werte unseres Landes unter den Nagel gerissen, die Medien gekauft und sich das Euro-Spiel so ausgedacht haben: DNV – www.deutsche-nationalversammlung.de die nach allen Regeln der Kunst und mit ausgeklügelten Finessen bekämpft wird. Denken Sie darüber nach, gehen Sie wählen, wenn nicht die DNV, dann keinesfalls den etablierten Einheitsbrei CDU-CSU-FDP-SPD-Grüne-Linke, die uns diese unübersehbaren Schulden aufgeladen haben, die Sie, Ihre Kinder und Enkel und viele weitere Generationen werden abtragen müssen. eds erwarten Sie Steuererhöhungen, Rentenkürzungen, Zwangshypotheken, der Korb der Ideen ist voll bösester weiterer Überraschungen.

  4. Also ich weiss nicht.!

    Um was geht es eigentlich immer im Hintergrund.? Um den Schutz des Elitekapitals. Was genau würde eigentlich passieren, wenn man die angegeben 3-5 Billionen eimfach abschreiben würde.? Wahrscheinlich wären die Folgen in der Realwirtschaft durchaus tragbar….Immerhin handelt es sich bei einem Grossteil der Schulden, um virituelle Luftnummern.

    Wie zum Beispiel hier im Falle Argentiniens:zitiere

    Doch der Hedgefonds NML Capital (www.faz.net) aus dem Imperium des amerikanischen Milliardärs Paul Singer, der (2001) notleidene Argentinien-Anleihen zu Ramschpreisen aufgekauft hatte, scheint nun (2013) einen Weg gefunden zu haben, um Forderungen von rund 1,33 Milliarden Dollar gegen Argentinien durchzusetzen.

    Für mich, ist die vollumfängliche Abschreibung aller Staatsschulden ein gangbarer Weg, wenn man im nachhinein dafür sorgt, dass Ähnliches sich nicht wiederholt.

    • Hi Drago,

      Staatsanleihen sind aber zu >90% nix anderes als die Zwangsrentenversicherung der kleinen Leute (Maschmeyer&Riester lassen grüßen). Und das Beispiel von dem phösen Heuschrecken-Hedgefond: Das war sicherlich nicht nur sein persönliches Geld sondern auch ‘ne Menge Geld von kleinen Anlegern und Sparern.
      Ich teile die Meinung, dass es eine gesunde reinigende Wirkung hätte Staatsanleihen abzuschreiben, damit die Leute mal merken wie sie die letzten 70 Jahre betrogen wurden und sich sowas die nächsten 100Jahre nicht wiederholt, aber heftige Reaktionen würde es geben.

      Gruß, AD

    • @dragaoNordestino

      Ich möchte Sie nicht beunruhigen .. gleichwohl aber darauf hinweisen, dass der von Ihnen erwähnte Abschreibungsbedarf von 3-5 Billionen in einem worst-case Szenario bei weitem nicht ausreichen wird!

      In diesem Zusammenhang sei insbesondere auf die hoch-toxischen Assets der 30 führenden Europäischen Banken hingewiesen.

      So weißt z.B. die Deutsche Bank im Anhang zur Konzernbilanz 2012 ein Derivate-Volumen von 56 Billionen € aus (!)

      Allerdings dürfte sich diese gigantische Summe aufgrund “gegenläufiger Wetten” sehr deutlich reduzieren.

      Den kritischen Beobachter sollte dies allerdings nicht davon ablenken, dass im Falle eines Abschreibungsbedarfes von nur 1% (also 560 Mrd. €) den vermeintlichen Primus schlichtweg pulverisieren würde … wir erinnern uns: die DB ist nur eine von 30 Europäischen Banken mit solchen brandgefährlichen Risiken (!)

      Dabei haben wir weiß Gott noch lange nicht das DB-Fass “Taunus Corp” geöffnet – der faulige Geruch würde uns dabei glatt umhauen!

      • So weißt z.B. die Deutsche Bank im Anhang zur Konzernbilanz 2012 ein Derivate-Volumen von 56 Billionen € aus

        Ja sowas habe ich auch schon gelesen. Aber was geht mich der Derivaten-Spielkasino Kapitalismus an…und was haben diese 56 Billionen mit der realen Wirtschaft zu tun.?

        Einfach Pleite gehen lassen…wer wettet kann halt eben auch verlieren, dass gehört zum Wetten dazu.!

        Dass dies schmerzhaft und für einige sehr unangenehm werden würde, dass glaube ich sofort. Die aller meissten würden aber, mit ziemlicher Sicherheit nicht besonders viel bemerken. Für viele kann es ja, an den mitteleuropäischen Massstäben gemessen, gar nicht wesentlich schlimmer kommen.

        • Hi Drago,

          “Einfach Pleite gehen lassen…wer wettet kann halt eben auch verlieren, dass gehört zum Wetten dazu.!…
          …Dass dies schmerzhaft und für einige sehr unangenehm werden würde, dass glaube ich sofort. “

          das sehe ich an sich ziemlich ähnlich. IMHO Derivate werden aber von vielen Menschen überhaupt nicht verstanden, um was es sich systemisch überhaupt handelt. Ich glaube erst wenn man es wirklich verstanden hat, sollte man sich ein Urteil erlauben.

          Wissen Sie wie ein Wettbüro funktioniert? Genau, Sie glauben ein ganz schlauer zu sein, oder schlichtweg ein wirtschaftliches Interesse an der Garantie von einem bestimmten Preisgefüge zu haben, dafür gehen Sie zu einem Wettbüro und gehen einen Vertrag ein. Das Wettbüro nimmt diesen Vertrag an, jedoch wettet das Wettbüro nicht mit seinem eigenen Geld gegen Sie, nein, überhaupt nicht, ein Wettbüro sammelt Verträge mit der anderen Seite, also schaut, wen es finden kann, der der Wette auf der “anderen Seite” gegenüber steht und daraus ergibt sich die Quote für die Wette. Das Wettbüro ist somit “nur Vermittler” von Wetten zwischen Dritten.
          Soweit können Sie noch folgen? Schön. Also Sie wetten, dass z.B. der Euro gegenüber dem Dollar in drei Monaten nicht niedriger ist als xyz, Sie bedürfen dieser Wette um z.B. Dinge aus den USA zu importieren. Jemand anders auf der anderen Seite der Wette möchte jedoch in drei Monaten etwas aus den USA exportieren und braucht daher das Gegenstück der Wette. Wir haben also drei Parteien: Sie, das vermittelnde Wettbüro und die Gegenseite. Das Wettbüro (=Bank die entsprechende Derivate auflegt) ist dabei lediglich Vermittler gegen eine entsprechende Provision.

          Nun haben wir das moralische Dilemma: Wenn die Wette nicht so ausgeht wie vorhergesehen oder eine Wettpartei sie schlichtweg nicht bezahlen kann, wer ist denn nun eigentlich “der Schuldige” der “zu zahlen” hat? Ich glaube da werden wir uns einig sein, ganz bestimmt nicht das Wettbüro (Bank), sondern die die die Wetten selber eingehen. Aus denen müßte man die “Kohle rausprügeln” (wenn die aber ebenfalls die Wetten weitergereicht haben hat man ein Problem), aber man kann nicht sagen “sorry, hab mich vertan, das Wettbüro soll an meiner Stelle die Schulden zahlen”. Das kann es doch wohl nun wirklich nicht sein.

          Genau deswegen sagt man auch immer Derivate sind nicht das Problem. Ein Problem hat man erst, wenn die Derivate wie oben geschildert asymetrisch ausfallen.

          Der einfachste Lösungsansatz ist zu sagen derartige Wetten werden ab dem heutigen Tag verboten bzw. sind nicht eintreibbar (was das gleiche wäre). Ein durchaus legitimer Ansatz, nur leider werden Sie dann ebenfalls jegliche Futuremärkte auslöschen, da diese ebenfalls auf dem Prinzip basieren. Und Futuremärkte gibt es zum Hedging der Produzenten schon seit Jahrhunderten und dienen auch einer Preisstabilität. Von daher IMHO eine einfache Lösung gibt es nicht.

          Gruß, AD

  5. Das Rezept von Selters (ex Goldman) etwas verkuerzt und weniger verklausuliert:

    Uebertragung der existierenden realen Werte (Sachwerte) an gut verknuepfte Institutionen (Zangshypotheken sind nichts anderes als Enteignung), Ausloeschung der virtuellen Werte (Waehrung), dann weiter im gleichen System wie bisher in der Erwartung, dass sich die Schuldsklaven dann weiter abstrampeln.

    Die Menschen sind nicht dumm. Wird so nicht funktionieren.

  6. Warum stehen die Menschen im Fokus, bei denen noch etwas zu holen ist? DAS IST SOZIALISTISCHES DENKEN !!!

    Die kriminellen Verursacher müssen bezahlen, indem sie mit einfachem Zins zufrieden sind und auf Wettschulden verzichten. Das zusammenbrechende Kartenhaus gehört den Hütchenspielern. Wer gut wirtschaftet, ist hierbei nur ein unbeteiligter Zuschauer.

    Alle bisher angedachten Verfahren entlarven Staaten als kriminelle Erfüllungsgehilfen mit Gewaltmonopol durch Polizei und durch Soldaten.

    Hans Kolpak
    Goldige Zeiten

  7. Meine Meinung bzgl. Zwangshypothek auf Immobilien:

    Anders als nach dem Krieg wird es heute mit dem Lastenausgleich über Immobilien nicht so einfach laufen können wie damals. Nach dem Krieg war unbeschädigter Wohnraum knapp und sein Besitzer war somit privilegiert. Heute speist sich der Wert vieler Immobilien nicht mehr aus der Knappheit (abgesehen von lokalen Effekten, die aber nichts mit echter Knappheit zutun haben, sondern nur mit Knappheit schöner Lagen), sondern ist – vom praktischen Nutzwert abgesehen – zu großen Teilen ein Scheinwert. Folglich verfällt der Wert vieler Immobilien in dem Maße, wie a.) durch eine Währungsreform und Massenarbeitslosigkeit die Käufer fehlen (Kein Geld = keine Nachfrage = kein Marktwert) und b.) selbst Besitzer einer schuldenfeien Immobilie eine Zwangshypothek nicht schultern können.

    Beide Effekte würden sich auch noch verstärken, wenn eine signifikante Zwangsabgabe für Immobilien auf einen ohnehin rasant verfallenden Marktwert trifft. Für den einen oder anderen Immobilienbesitzer lohnt es mitunter nicht die Immobilie zu halten. Dann drückt der massenweise Verkauf von zwangsbelasteten Immobilien den Marktwert weiter (“Teufelskreis”). Schön zu beobachten derzeit in USA, Spanien und Irland, wo man verzweifelt versucht, die Luft aus der Immobilienblase kontrolliert entweichen zu lassen, damit diese “Werte” nicht chaotisch verfallen.

    Erschwerend kommt hinzu, dass auch zukünftig der Bedarf an Wohnraum
    demografiebedingt eher sinkt. Das mag reginonal verschieden sein, aber insgesamt ist es so. Auch der zu beobachtende Trend zu größerem Wohnraum pro Person und mehr Haushalten, der den Immo-Überhang teilweise kompensiert, ist ein Wohlstandseffekt und wird sich in wirtschaftlich schlechten Zeiten umkehren, so dass der (Geld-) Wert von Wohnraum im Crash sinken wird. Wie schwer es sein kann, Immobilien zu “verflüssigen”, für die keine Nachfrage besteht, kann man schön im Hunsrück, in Nordhessen oder MeckPomm besichtigen.

    Viele ältere Besitzer einer schuldenfreien Immobilie werden diese auch verkaufen müssen, weil das Rentensystem kollabieren wird und man dringend Geld für die Bestreitung des Lebensunterhalts benötigt.

    Also: eine Zwangsabgabe auf Immobilien setzt zweierlei Dinge voraus, nämlich 1.) ein knappes Gut, dessen Wert auch durch die Zwangsabgabe nicht nachhaltig geschmälert werden darf und b.) einen Immobilien-Besitzer, der ein Einkommen aus anderer Quelle hat, um die Abgabe zu
    bedienen ohne das Asset verflüssigen zu müssen. In anderen Worten: eine funktionierende Wirtschaft. Aus ersterem Grunde konnte man nach dem Krieg überhaupt so etwas wie eine Zwangshypothek machen und aus zweitem Grund kam das Lastenausgleichsgesetz nicht 1945 oder mit der Währungsrefom, sondern erst 1952 im beginnenden Wirtschaftwunder.

    Alleine deswegen glaube ich nicht daran, dass es unmittelbar nach dem Crash zu einem Lastenausgleich über Immobilien kommen kann, sondern bestenfalls Jahre danach, wenn wieder geordnete Verhältnisse herrschen und Immobilienbesitzer in Lohn und Brot stehen. Und dann auch nur, wenn Immobilienbesitz wirklich privilegiert, also echter
    Mangel besteht. Anderenfalls sorgt der Wertverfall von allein für den begrenzten Nutzen der Zwangsbelastung.

    Ob eine selektive Zwangsabgabe auf Immobilien überhaupt praktikabel ist, bezweifle ich auch, denn man darf m.E. nicht vergessen: die Begründung eines Lastenausgleichs über Immobilien ist heute ungleich schwerer zu führen. Welche Last genau wird denn ausgeglichen? Die Last, auf Papiergeld statt Sachwerte gesetzt und individuell(!) falsche Entscheidungen getroffen zu haben? Damals war es ein von den Deutschen kollektiv verlorener Krieg und wer dabei ausgebombt wurde, hatte keine individuelle Schuld an der Zerstörung. Derjenige der ungeschoren davon kam, hatte hingegen als Teil der kollektiven Schuld eine Pflicht zum Ausgleich seines Glücks mit dem Unglück anderer.

    Warum aber soll ein Immobilienbesitzer heute für finanzielle Fehlentscheidungen anderer Marktteilnehmer geradestehen? Warum soll ein Teil der Bevölkerung, die (Konsum-)Schulden gestrichen bekommen,
    während der andere Teil dafür bestraft wird, einen bleibenden (Nutz-)Wert angeschafft zu haben? Warum soll der Nachbar, der sich eigentlich keine Immobilie leisten konnte, diese per Schuldenschnitt
    quasi geschenkt bekommen, während jemand mit abgezahltem Haus dieses teilweise nochmal bezahlen muss?
    Wenn es zum Crash des Papiergeldes kommt, verfallen alle darin gespeicherten “Werte”. Der eine verliert dabei Verpflichtungen, der andere Forderungen. Klar soweit. Aber warum daraus eine Pflicht folgt, bereits bezahlte Sachwerte noch einmal bezahlen zu müssen und warum davon nur Immobilien betroffen sein sollen, erschließt sich mir weder moralisch noch logisch. Aussagen wie “Immobilien können nicht fliehen” betreffen reine Erwägungen der praktischen Umsetzbarkeit, können aber nicht als Begründung herhalten.

    Ein solcher Ansatz endet klar im Fiasko oder Bürgerkrieg, denke ich. Bevor meine abgezahlte(!) Hütte an den Staat fällt oder sonst zwangsversteigert wird, weil ich eine Zwangshypothek nicht bedienen kann, brenne ich sie lieber bis auf die Bodenplatte nieder. Und dafür gehe ich dann auch locker wie der Breno als Brandstifter in den Knast, denn dann muss der Staat für meine Unterkunft und den Unterhalt sorgen und ich bin dieses Problem los.

    • Wie das mit der Abzocke bei den Immobilienbesitzern ablaufen kann, sieht man momentan in Griechenland. Der Wert der Immobilien wird einfach willkürlich festgesetzt, und liegt dabei natürlich wesentlich höher als der wahre Verkehrswert.
      http://www.griechenland-blog.gr/2013/07/wohnungen-fuer-10000-euro-in-griechenland/37606/
      Und wer nicht zahlen kann wandert in den Knast!

    • @Matze

      Ich kann Ihnen nur zustimmen. Meine Gedankenspiele laufen ähnlich.
      Auch ich wäre absolut nicht bereit, dass, wofür meine Familie und ich ein ganzes Leben lang gearbeitet haben, nocheinmal zu bezahlen.

      Wir haben nicht das Risiko gescheut uns selbständig zu machen. Wir haben durchschnittlich 70 Stunden in der Woche gearbeitet und uns maximal 14 Tage Urlaub im Jahr gegönnt. Um unsere Immos schnellstmöglich abzuzahlen haben wir auch 2 mal 8 Jahre auf Urlaub total verzichtet.

      Nun sind wir in einem Alter, wo die Immobilien unsere Rente darstellen. Wir wären gar nicht mehr in der Lage, diese nochmal zu bezahlen.

      Auch ich würde lieber alles abbrennen, als es der Hochfinanz, der Politik und den Multis in den Rachen zu werfen. Wir haben unser ganzes Leben lang ordentlich gewirtschaftet. Warum sollten wir für die Schuldenpolitik anderer bezahlen?

      • Hi,

        jep, meine Lebenssituation ist/war ziemlich ähnlich. Aber der deutsche Michel ist leidensfähig. Erinnern Sie sich noch an Ihre letzte Betriebsprüfung, wo Vater Staat Ihnen mal wieder richtig gezeigt hat, wo der Hammer hängt? Alles natürlich für die “soziale Gerechtigkeit”.
        Na also, sie haben gezahlt, gekuscht und weiter geschufftet, guter Sklave.

        Ich persönlich kann nur sagen: Ich glaube nicht das sich daran irgendetwas ändern wird in DE, schaut man sich die letzten Wahlergebnisse an. Der dämliche Pöbel will weiterhin seine Blöckflöten Volkskammer mit “sozialer Gerechtigkeit”.

        Gruß, AD

      • Das Problem was hier im Lande besteht ist das immer noch geltende Besatzungsrecht. Gysi hat dies mehrfach bestätigt.

        Nach diesem Recht hat niemand Eigentum, er ist bestenfalls Besitzer.
        Schön das Sie Immobilien bezahlt haben, ob diese Ihnen gehören …?

        Wer ein KfZ nach 2005 gekauft hat findet z.B. unter C4C den Beweis.

        Leute macht Euch hier mal schlau, falls zur Wahl das Kreuz falsch gemacht wird.

        Hier gibt es Infos dazu http://www.dem-deutschen-volke.blogspot.de/

    • Hallo,

      wenn ich Ihnen bei Ihrem Verständnis helfen darf:

      Das heutige Geldsystem besteht aus Guthaben/Forderungen auf der Aktiva und mit Schulden/Verpflichtungen auf der Passiva Seite. Die Summe ist volkswirtschaftlich in einem Währungsraum immer null.
      Guthaben (also, das was Otto-Normalo als Geld bezeichnet) kann nur die Waren&Leistungen kaufen, was ein Schuldner auch bereit und/oder fähig ist an Waren&Leistungen zu verkaufen bzw. zum Verkauf zu präsentieren.

      Und jetzt das heutige Problem: Die Guthaben liegen bei Leuten die unentwegt produzieren und die Schulden liegen bei Leuten die unentwegt konsumieren (der Staat ist ebenfalls als 95%-Konsument zu werten). Ergo weitet sich die Bilanz zwischen Activa und Passiva immer weiter aus. Wenn nun aber z.B. die Produzenten von heute auf morgen aufhören würden zu produzieren und sich vornehmen ihr Geld dazu zu benutzen Urlaub zu machen, was könnten sie kaufen? NIX und den Zustand nennt man dann potentielle Hyperinflation.
      Also, damit das nicht passiert, ist es am besten, wenn die Schulden bei Leuten liegen, die diese abarbeiten können und wollen. Also in ihrem persönlichen Fall: Sie wollen Ihr Haus behalten und gehen deshalb schön weiter schaffen, nachdem man Ihnen z.B. eine 40% Zwangshypothek verpasst hat. Solche Leute braucht und will das System. Das war bei den vergangenen Währungsreformen auch der Grund für Zwangshypotheken in neuem Geld zu verteilen. Aber seien Sie sich gewiss: Ihre Persönlichen Schulden gehen durch diese Währungsreform nicht weg, nein, die bleiben erhalten und zwar in dem neuen (zu dem Zeitpunkt noch harten) Geld. Da hat Deutschland eine lange Tradition die leichtgläubige obrigkeitsgläubige Bevölkerung zu betrügen.

      Was das BCG nun ausknobeln will, ist eine Methode die Forderungen und Verbindlichkeiten so zwischen den Marktteilnehmern umzuverteilen, damit eine “Leistungsdeckung der Währung” für ein Fortführen der Wirtschaft gegeben ist. Dieses perfide Anliegen ist nur logisch.

      Kann einen das wütend machen? Ja, natürlich unsagbar, denn es ist schlichtweg eine Mischung aus Betrug und Raub. Wie das BCG selber feststellt, es ist unausweichlich, es wird kommen und es gibt keine Gewinner, das einzige was jeder für sich tun kann und sollte, ist sich so zu positionieren, dass man möglich wenig verliert. Und der erste Schritt ist Eigenverantwortung. Ihre Lebenversicherung kündigen (vgl. VAG§89), Bankzertifikate&Anleihen (<-unterliegen keiner Einlagensicherung) auflösen, bei keiner Bank über 100K€, Bargeld&Edelmetalle halten, die Schritte sind schonmal quasi obligatorisch. Wenn man weiter diversifizieren will, wird es dann aber schon schwerer. Wird es Zwangshypotheken bzw. -Abgaben auch auf Ackerland geben, oder nur auf Wohngebäude, gewerblich oder privat, oder nur auf Aktien?
      Wenn Sie Spirituosen mögen, dann kaufen Sie doch einfach schonmal einen Vorrat für 10 Jahre, das ist eine hochprozentige Anlage und der kommende Wahnsinn läßt sich im Suff besser ertragen ;)
      Gruß, AD

      P.S.
      "Immobilien können nicht fliehen", das erleben die Griechen zur Zeit mit einer steigenden Grundsteuer/abgabe. Und in DE kommt das inzwischen auch schon schleichend und versteckt über eine höhere Grunderwerbssteuer, sowie Zwangsbeschäftigungsmaßnahmen durch Ökostalinismus. Als Begründung braucht es da heutzutage nur der Todschlag-Keule "soziale Gerechtigkeit" und "Klimaerwärmung".

  8. Ich befürchte eigentlich schon, dass es zu einer Art Lastenausgleichsgesetz kommen wird und Immobilien belastet werden. Denn die meisten Deutschen haben keine eigene Immobilie, sondern wohnen zur Miete. Wenn die ihre sämtlichen Sparguthaben in Papieranlagen verloren haben und vielleicht wegen Arbeitslosigkeit nicht mal mehr Miete zahlen können und in Sozialbarracken hausen oder gleich auf der Straße leben müssen, wird der Neid und Zorn auf diejenigen, die noch immer in Luxusbuden wohnen, grenzenlos sein. Diesen Neidfaktor darf man nicht unterschätzen. Natürlich ist das extrem ungerecht, aber wie schon gesagt, Not kennt kein Gebot und der Staat schreckt vor nichts zurück.

    Der einzige Rettungsanker sind die Edelmetalle Gold und Silber. Anonym gekauft, können sie nicht entwertet werden und der Staat hat kaum eine Chance, ihren Besitz zu kontrollieren. OK, ein Goldverbot wäre denkbar, aber auch dann wird es immer Möglichkeiten geben, unter der Hand Gold und Silber gegen andere Dinge zu tauschen.

    • Hallo,
      jep, Sie sind da schon auf dem richtigen Dampfer. Vermieter sind doch schon heute unter den Enteigneten, ohne es zu merken.

      1.) Grunderwerbssteuer: Nun kann man argumentieren, das zahlen ja “nur” die Erwerber, zu bedenken ist aber der Erwerber kann Ihnen nur das brutto zahlen, was er netto hat, mehr nicht. Ergo wird die Grunderwerbsteuer unterm Strich in Summe BEIDEN abgezogen, denn jeder Käufer ist irgendwann auch mal im Leben (oder die Erben) ein Verkäufer. Fazit: z.Z. ~5% schneidet sich der Staat bereits aus allen Immobilien raus, unabhängig vom “Wert” des Geldes.

      2.) Zinsen für Darlehen zum Erwerb: Jeder auf Kredit erworbene Immobilenbesitzer wird sich schonmal ausgerechnet haben, wieviel die “phöse” Bank über die Gesamtlaufzeit an Zinsen “kassiert”. Tja, dazu muss man wissen, das knapp 30% dieser Zahlungen eben gerade nicht an den Kreditgeber (=Bank bzw. respektive Sparer die dahinter stehen) fließen, sondern vom Staat in Form von Abgeltungssteuer einkassiert wird.

      3.) Spekulationsfrist: bisher galt, nach 10Jahren “gehört” ihnen die Immobilie, d.h. wenn Sie sie verkaufen, können Sie das Geld brutto=netto behalten. Schaut man sich die aktuelle (Sozialneid)Diskussion an, so gibt es zunehmend mehr Stimmen, die diese Regelung kippen wollen. Das bedeutet Klartext: Sie kaufen eine Immobilie für 200K€ und verkaufen diese nach X Jahren und erzielen 400K€ aufgrund der Inflation, dann unterliegt die Differenz von 200K€ der Abgeltungssteuer, obwohl Sie in Bezug an Werthaltigkeit nichts gewonnen haben. Das ist heute bereits Fakt und wie die X Jahre angepasst und rückdatiert werden ist reine staatliche Willkür.

      4.) Aktuell diskutierte Mietpreisbremse: Eine Mietimmobilie kaufen Sie in der Regel nicht zum Selbstzweck um diese kostenlos Messies (upps, natürlich heißt es im PC deutsch “sozial Benachteiligte”) zu Verfügung zu stellen, sondern um Einnahmen zu generieren, die unterm Strich nach Abschreibungen&Risikozuschlag mindestens über der Inflation und Sparbuch liegen. Tja, wenn die Inflation aber bei 10%/jhr liegt, Sie die Miete aber nur 5% erhöhen dürfen, sind Sie der staatlich auserwählte Verlierer.

      5.) Gesetze zu Energieeinsparungen: Hier wird es richtig heftig. Stellen Sie sich vor, sie haben sich eine (Miet- oder Eigen)Immobilie nun hart erarbeitet und vom Mund abgespart, um damit Ihre Rente zu finanzieren. Nun kommen diverse Ökostalinisten (SPD&Grüne) oder Lobbyisten (CDU&FPD) an die Macht, die plötzlich meinen Sie zu verpflichten Ihr Objekt in Sondermüll einhüllen zu müssen (alles natürlich nur um die Welt zu retten, selbstverständlich, was sonst), tja, Pech gehabt, das bedeutet für Sie eine neue Zusatzbelastung die quasi einer Zwangshypotek oder -abgabe gleicht kommt.

      6.) Versteuerung der Miet/Pachteinnahmen: Ich persönlich habe (zur Diversifizierung) ein wenig Ackerland, diese Einnahmen werden nach meinem persönlichen Steuersatz angerechnet, bedeutet z.Z. mit knapp 50%. Hmmmm, also das ich gerade mal die Häfte behalten darf und die andere Häfte bekommt der Rollstuhlfahrer, erscheint mir das kein so gutes Geschäft. Aber im Zuge der “sozialen Gerechtigkeit” erwarte ich nicht, dass das sinkt, sondern eher steigt.

      Fazit: Obige Fakten sind bereits heute Stand der Dinge, was die Zukunft bringt? “Only the sky is the limit”. Es tut mir leid es so brutal zu sagen, aber wer da auf “Betongold” setzt hat den Schuss nicht gehört und verdient es offenbar nicht anders.
      Gruß, AD

      • Wenn “Only the sky is the limit”, und dazu gibt es genügend klerikale Versprechungen, ist aktuell die angepasste Ausgabe vorhandenen Geldes die lustvollere Lösung. my 2 Cents…

  9. Wieso müssen denn die Schulden überhaupt zurück gezahlt werden?
    Ein Mensch, der sowas propagiert ist eine Systemhure.

    Es geht viel einfacher. Schulden werden nicht zurück gezahlt.
    Banken saufen ab. Versicherungen auch. Staatsschulden werden gestrichen und der Staat nimmt die Geldschöpfung wieder in seine eigenen Hände, wie es sich gehört.
    Warum spricht davon keiner als Lösung? Ganz einfach, weil es das Spiel “Umverteilung von unten nach oben” auffliegen lassen würde.
    Banken sind unnutz wie ein Kropf. Wir brauchen eine Zentralbank, die das Geld schöpft und fertig.
    Das ist die EINZIGE Lösung FÜR die Bürger und gegen die Hochfinanz.
    Durch die im Artikel beschriebenen Massnahmen soll doch der Umverteilung von Unten nach oben nur das Sahnehäubchen aufgesetzt werden. Dann ist das Spiel gewonnen.
    Und die hirngewaschenen Bürger werden jetzt langsam darauf eingestimmt, dass es alles alternativlos sei.
    Nein, ist es nicht.

    • Sehr geehrter Un Sinn,

      das schreiben Tausende schon seit Jahren, unter anderem auch ich.

      Hans Kolpak
      Goldige Zeiten

      • jep, genau, dann müßte nämlich auch keiner mehr arbeiten, denn der Staat könnte ja einfach das Geld drucken und verteilen, damit wir einkaufen gehen können. Warum verstehen die Menschen das bloß nicht?

        Gruß, AD

        P.S.
        Ist schon bestürzend welchen geistigen Müll man so im Internet findet.

        • Staatsquoten von 5 bis 10 Prozent sind realistisch. In der BRD sind es über 50 Prozent plus weiterer Abschöpfungen aus bereits versteuertem Einkommen.

          Als Unternehmer reiche ich 19 Prozent Umsatzsteuer vom Kunden zum Finanzamt durch, muss aber trotzdem hierfür Einkommensteuer abführen, obwohl dies bereits eine Steuer ist. Gehts noch doller?

          • wer den allgegenwärtigen Multi-Kulti-Gutmenschen-Sozialstaat will, der muss ihn auch bezahlen bzw. erarbeiten, so einfach ist das.
            Ein Blick in den Bundeshaushalt reicht um zu sehen, wo die gestohlenen Kröten von den Produktiven hinwandern, damit die Unproduktiven mittels dieser bei den Produktiven einkaufen gehen können.

            Gruß, AD

  10. “Der europäische Bundesstaat”

    ein Faktencheck könnte dazu ganz hilfreich sein:

    http://oconomicus.wordpress.com/2012/10/29/mdbs-fur-eu-bundesstaat/

    (nicht geeignet für Leser mit hohem Blutdruck!)

  11. http://geolitico.de/2013/09/04/der-preis-der-krise-ist-die-enteignung-von-buergern-und-sparern/

    “…Die Tilgung der Schulden ist pure Illusion…”

    Und dumm dazu!

    Die eigentliche Frage ist doch bzw. sollte doch sein, wie die Staatsschuld entstanden ist, warum der Staat überhaupt so hohe Schulden hat, für die er mehr und mehr Zinsen bezahlen muss durch den Zinseszinseffekt.

    In der BRD wachsen die Staatsschulden um 500 Millionen – am Tag, das sind 15 Mrd. im Monat!

    Wer soviel neue Schulden macht und den Bürger dafür immer mehr in Haftung nimmt, sollte überlegen, ob er auf dem richtigen Weg ist, die Basis, das Prinzip der Staatsfinanzierung in Ordnung ist.

    Warum hat der Staat so viele Stunden?

    Z. B. weil der Staat nie tilgt, sondern mit neuen Krediten die Zinsen für neue alte Kredite bedient, also im Grunde Konkursverschleppung praktiziert.

    Aber die viel entscheidendere Frage ist, wie der Staat überhaupt zu den Schulden gekommen ist.

    Die Antwort ist sehr einfach, der Staat mit seinen dämlichen Politikern macht Geld nicht etwa selbst – womöglich auch noch zinsfrei! – sondern leiht sich, offenbar zu blöd zum Drucken, das Geld bei privaten Banken, was direkt zur nächsten Frage führt: Wie korrupt, dämlich, was auch immer können Politiker sein?

    Das muss man sich mal vorstellen, weil Idiotenpolitiker vor Blödheit kaum laufen können, fahren sie ganze Staaten und Völker vor die Wand, nur damit die privaten Banken ihren Schnitt machen.

    Als ich das vor zwei, drei jahren das erste Mal gehört habe, dachte ich noch, das seien Verschwörungstheorien, aber nein, es ist die tägliche Praxis!

    Warum ist das kein Wahlthema?

    Warum ist die weiterhin existene Besatzung und Beraubung dieses Landes kein Wahlthema?

    In diesem Land – wie in fast allen anderen Ländern der westlichen Unwertegmeinschaft – wird sehr beabsichtigt nur an Symptomen rumgedoktort, denn so springt für eine kranke Elite am meisten dabei raus. Die wesentlichen Fragen, fundamentale Dinge werden nicht einmal erwähnt.

    Aber nicht mehr lange, denn nicht alle sind käuflich, und das Internet wird den Horden von Betrügern in der Politik und der Kapitalelite Strich durch die Rechnung machen.

    Dieses Land von Kriminellen regiert und von Medienhuren dabei unterstützt wird, die beide mehr oder weniger ihren Schnitt dabei machen, die Allgemeinheit im Interesse der Bankerelite zu belügen, zu betrügen, zu beklauen, zu versklaven!

    Sorry, aber so einen Abschaum wähle ich aus Prinzip nicht, da kann ich auch die Camorra wählen oder sonst eine Verbrecherorganisation, denn etwas anderes sind diese Typen nicht, Verbrecher.

    Der Geist der Erkenntnis muss dieses Land endlich treffen, und bald wird genau das passieren.

    Auch wenn es nicht ganz einfach wird, solange uns Medienhuren wie das ZDF weiter endlos mit ihrem Dreck und Müll zukippen.

    Aber Sender wir RT zeigen gerade, dass es sehr wohl geht.

    Kleber & Co. werden bald auf Knien kriechen und um Gnade bitten!

    »8 Gründe warum die Neue Weltordnung Syrien hasst«

    Man beachte, was RT da schreibt!
    Das wäre im deutschen Idioten-TV am Gängelband USrael VÖLLIG UNMÖGLICH und kaum vorstellbar.
    RT macht es.
    Die Welt ändert sich gerade fundamental, die Lügen, der Verrat, alles wird ans Licht kommen.

    Dieses Wahl wird die letzte Wahl sein in der BRiD, da bin ich mir sicher. Die nächste Wahl wird im Deutschen Reich stattfinden.

    Und was den Header angeht, “Der Preis der Krise ist die Enteignung von Bürgern und Sparern”, das ist nicht der Preis der Krise, das ist die einfachste Lösung der elenden Versager in der Politik. Bald werden ihnen die Menschen sagen, was sie davon halten, wenn ein anderer Wind in diesem Land wehen wird und Merkel, Schäuble, Kleber und andere Landes- und Volksverräter im Loch sitzen und auf ihre Verfahren warten.

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