Mit diesem Comic verstehen sogar Politiker die Finanzkrise

Für die meisten Abgeordneten des Bundestages ist die Finanzkrise bis heute ein Mysterium. Sie haben nach wie vor nicht verstanden, was da vor sich geht. Ein neuer Comic wird ihnen die Augen öffnen...

Ausriss aus der 5. Folge von Ausriss aus der 5. Folge von "Brümmel in Brüssel" von Moritz Enders und Niels Schröder. Quelle: Moritz Enders,Niels Schröder, Oeconomicus

 

Wer die Abgeordneten des Deutschen Bundestages oder Mitarbeiter der Ministerialbürokratie zur Finanzkrise befragt, wird oft genug unwirsch abgewiesen. Die Sachverhalte seien zu komplex, als dass man sie in einigen wenigen Sätzen erklären könne. Zum tieferen Verständnis der Krisensystematik gelange man nur über tagelanges Aktenstudium. Und auch dann verfüge man bestenfalls über ein gewisses Grundverständnis.

Weil die Abgeordneten des Deutschen Bundestages dazu schlichtweg keine Zeit hätten, da sie schließlich auch noch andere hochkomplexe Sachverhalte bearbeiten müssten und überdies im Wahlkreis gebraucht würden, engagieren sie für die Ausarbeitung der Gesetzesvorlagen hochbezahlte Spezialisten, allesamt Anwälte internationaler Wirtschaftskanzleien, die ansonsten nur bei Goldman Sachs, J.P. Morgan oder der Deutschen Bank ein- und ausgehen.

Den Bock zum Gärtner machen

Dass sie gerade damit den Bock zum Gärtner machen, sprich diejenigen aus der Finanzbranche, die für die verheerendsten Krisen verantwortlich sind, sich ihre eigenen Gesetze schreiben lassen, kommt den Politikern dabei gar nicht in den Sinn. Und werden sie darauf angesprochen, streiten sie dies vehement ab.

Im festen Glauben daran, das Richtige zu tun, beschließen unsere Parlamentarier dann Milliarden schwere Rettungspakete im Schweinsgalopp, verpfänden die Zukunft ganzer Generationen an die Finanzindustrie und gewinnen so wichtige Zeit für Vorschläge wie den „Veggie-Day“ an Schulen und Kindergärten.

Kulturbanausen

Dass der Freitag als fleischloser Tag durch den christlichen Glauben bereits seit eh und je fester Bestandteil unserer abendländischen Kultur ist, haben sie offenbar längst vergessen, diese Kulturbanausen. Aber sie können ja auch – weiß Gott! – nicht alles wissen.

Zum Glück haben der Drehbuchautor Moritz Enders und der Zeichner Niels Schröder nun Abhilfe geschaffen. Die beiden erfanden für Politiker und Bürger, denen die Krise bis heute ein Mysterium geblieben ist, aber auch für alle anderen, die den Staats- und Regierungschefs schon lange nicht mehr auf den Leim gehen, einen Comic, mit dem auch der dümmste Abgeordnete die Systematik versteht, mit der Europa gerade kaputtgewirtschaftet wird.

Rocky, der Investmentbanker

„Brümmel in Brüssel“ heißt ihr Werk, in dem Rocky, ein ebenso verschlagener wie skrupelloser Chef einer Investmentbank, und sein Assistent Brümmel die Hauptrollen spielen. Die Geschichte beginnt damit, dass Brümmel aus New York nach Brüssel zurückkehrt, weil er durch Getreidespekulationen an der Wall-Street die ohnehin übergewichtigen Äthiopier „auf Diät“ gesetzt hat…

Alle Folgen orientieren sich an aktuellen Ereignissen und erleichtern somit nochmals den Zugang. Fachlich beraten werden die beiden Kreativen übrigens von GEOLITICO-Autor Oeconomicus.

Ich will hier nicht auch noch die kulturelle Geschichte des Comic und seine Bedeutung in der Kultur zu erzählen, sondern sage nach der Lektüre der ersten drei Teile einfach nur: Unbedingt lesen!

 

Der Comic erscheint jeden Freitag auf den Internetseiten der Freien Wähler Berlin.

Hier ist Teil 5 als Kostprobe exklusiv für GEOLITICO:

Teil 5 von "Brümmel in Brüssel" / Quelle: Moritz Enders,NIels Schrlder, Oeconomicus

Teil 5 von „Brümmel in Brüssel“ / Quelle: Moritz Enders,NIels Schrlder, Oeconomicus

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Über Günther Lachmann

Günther Lachmann ist Journalist, Autor und strategischer Berater der Thüringer AfD-Fraktion. In seinen Beiträgen befasst er sich unter anderem mit dem Wandel des demokratischen Kapitalismus. Er veröffentlichte mehrere Bücher, zuletzt gemeinsam mit Ralf Georg Reuth die Biografie über Angela Merkels Zeit in der DDR: "Das erste Leben der Angela M." Kontakt: Webseite | Twitter | Weitere Artikel