Wenn das Wählen letztlich doch für die Katz’ ist
Wenn das Wählen letztlich doch für die Katz’ ist

Wenn das Wählen letztlich doch für die Katz’ ist

Der Erfolg einer Demokratie hängt allein von der Klugheit und der Vernunft der Wähler ab. Das System steckt inzwischen mindestens in einer tiefen Vertrauenskrise. Was macht der Wähler also falsch?

 

Nach einer Erzählung von Tommy Douglas…

Dies ist die Geschichte eines Ortes, der Mouseland* genannt wurde. Mouseland war ein Ort, wo all die kleinen Mäuse lebten und spielten, wo sie geboren wurden und wo sie starben.
Und sie lebten ziemlich genau so wie Du und ich das so tun.

Sie hatten sogar ein Parlament!
Alle vier Jahre gab es eine Wahl. Sie waren es gewohnt, wählen zu gehen und ihre Stimme abzugeben. Mit den Folgen mussten sie dann in den nächsten vier Jahren leben…
Genau wie Du und ich!

Und jedesmal gingen all die kleinen Mäuse am Wahltag zu den Urnen, so wie es gewohnt waren. Sie waren es gewohnt, „ihre Regierung“ zu wählen,
eine Regierung gebildet aus GROSSEN FETTEN SCHWARZEN KATZEN!

Gesetze für die Katz’

Wenn Ihr jetzt denkt, dass es dumm sei, wenn Mäuse eine Regierung wählen die aus Katzen besteht, dann schaut Euch nur mal die Geschichte Eures Landes in den letzten Jahren an. Dann merkt ihr, dass die Mäuse nicht dümmer sind, als wir es immer waren!

Nichts gegen die Katzen! Das waren nette Gestalten, welche die Regierungsgeschäfte in Würde versahen. Sie verabschiedeten gute Gesetze! Gesetze, die gut für Katzen waren!
Aber die Gesetze, die gut für Katzen waren, waren nicht gut für die Mäuse!

Eines der Gesetze besagte, dass ein Mauseloch groß genug sein musste, damit eine Katze eine Pfote reinstecken kann! Ein anderes Gesetz besagte, dass die Mäuse nur mit gewisser Geschwindigkeit reisen durften, damit eine Katze sich nicht zu sehr anstrengen musste, um ihr Frühstück zu fangen!

Alle die Gesetze waren gute Gesetze – FÜR DIE KATZEN … aber für die Mäuse waren sie  hart! Und das Leben wurde immer härter und härter!

Neue Visionen!

Als die Mäuse das nicht mehr länger ertragen konnten, entschieden sie sich dafür, dass etwas getan werden musste. So strömten sie also in Massen an die Wahlurnen und wählten die schwarzen Katzen ab und setzten dafür die weißen Katzen ein!

Die weißen Katzen hatten einen fantastischen Wahlkampf geführt.
Sie sagten:

„Alles was Mouseland benötigt, sind neue Visionen!“

„Das Problem in Mouseland ist, dass es RUNDE MAUSELÖCHER gibt – wenn Ihr uns wählt, dann werden wir RECHTECKIGE MAUSELÖCHER einführen!”

Das Wahlversprechen wurde eingelöst .. die rechteckigen Mauselöcher wurden doppelt so groß, wie die bisherigen runden Mauselöcher!
Nun konnten die Katzen beide Pfoten hineinstecken … und das Leben wurde härter, als je zuvor!

Versuch einer Koalition

Als die Mäuse dies nicht mehr ertragen konnten, wählten sie die weißen Katzen wieder ab, um erneut die schwarzen Katzen ins Parlament zu senden.
Dann kamen sie wieder auf die weißen Katzen zurück und danach erneut auf die schwarzen Katzen.
Sie versuchten es gar mit der Hälfte weißer und der anderen Hälfte schwarzer Katzen, das nannten sie KOALITION!

Sie hatten sogar eine Regierung bestehend aus GEPUNKTETEN KATZEN, das waren Katzen, die wie Mäuse sprachen, aber wie Katzen fraßen!

Das Problem der Mäuse war nicht die Farbe der Katzen, das Problem bestand darin, dass es KATZEN waren!
Und weil es Katzen waren, schauten sie naturgemäß nur auf die Bedürfnisse anderer Katzen, und kümmerten sich eben nicht um das Wohlbefinden der Mäuse!

Der Bolschewik

Glücklicherweise kam eines Tages ein kleine Maus daher, die eine Idee hatte! – (Meine Freunde, nehmt Euch in Acht vor einem kleinen Kerl, der eine Idee hat!)
Die kleine Maus sagte zu den anderen Mäusen:

„Schaut mal her Leute, warum wählen wir eigentlich immer wieder eine ,Regierung’, die aus Katzen besteht? Warum wählen wir keine Regierung, die aus Mäusen besteht?“

„Ach Du heilige Katze, das ist ja ein Bolschewik!“, sagten die Mäuse und steckten die Ideen-Maus sofort in den Knast!

Was lernen wir daraus?
Eine Maus oder einen Menschen mag man wegschließen – EINE IDEE LÄSST SICH NIEMALS WEGSPERREN!

Verstanden? – Taten sagen mehr als tausend Worte.

Für „die Partei der Mäuse“
Wer die „Partei der Muse“ sein könnte, müssen Sie selbst herausfinden. Um eine kleine Orientierungshilfe im Irrgarten von Parteiprogrammen und Wahlversprechen anzubieten, könnten nachfolgende Fragestellungen hilfreich sein:

  • Was steht bei der CDU/CSU hinter dem Adjektiv “christlich”?
    – vielleicht die jährlichen Subventionen von € 25 Mrd. für die evangelische und katholische Kirche zu Lasten ALLER Steuerzahler?
  • Was darf man sich bei der SPD unter dem Begriff “sozial” vorstellen?
    – etwa die Einführung der Agenda 2010, die uns etwa 12,3 Millionen Transfer-Empfänger einbrachte?
  • Bei der FDP handelt es sich vermutlich um Spezial-Demokraten mit mathematischem Grundlagenwissen á la „Eva Zwerg“ (dem Gegenteil von Adam Riese) Wie ich darauf komme? Nun, nach deren „demokratischem Verständnis“ entscheiden Mehrheiten … wie etwa beim Steuerprivileg zu Gunsten der „Möven-Picker“ oder im Zusammenhang mit dem „Gauselmann“-Spendenskandal.
    Dies nennt man dann wohl liberal!
  • Was ist bei den Bündnis90/Grünen wirklich “grün”? Vermutlich Steuererhöhungen zum Vorteil bankrotter Euro-Staaten und die grüne Tarnfarbe für alle Waffen-Exporte in Länder mit seltsamem Demokratie-Verständnis!
  • Worin steht bei der Partei DIE LINKE die politische Ausrichtung “links”? Wohlklingende politische Träume sind eine Sache, der tiefe Riss zwischen den innerparteilichen Strömungen eine andere!
  • Wo ist bei der AfD die “Alternative” zu finden? In einem seltsamen Demokratie-Verständnis, unausgegorenen populistischen Forderungen, der Nähe zur Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, den von Konrad Adam geforderten Wahlrechts-Beschränkungen oder gar den von Prof. Oberender propagierten Organ-Spenden durch Hartz-IV-Empfänger?
  • Was verbirgt sich hinter dem Wörtchen “frei” bei der Partei „Freie Wähler“? Das ausgewogene Parteiprogramm, in welchem man gesunden Menschenverstand erkennen mag und das als bodenständig bewertet werden könnte, klingt ganz gut, auch wenn bei sorgfältiger Betrachtung gewisse Inkonsistenzen auffallen. Trotz halbwegs vernünftiger Arbeit im bayerischen Landtag ist diese Partei keineswegs kritikfrei. Böse Zungen werfen dem Vorsitzenden eine gewisse “parti c’est moi!”-Haltung vor, welche allerdings bei anderen Parteien ebenso erkennbar ist!

Wo sind nun im politischen Kontext DIE KATZEN zu finden?

* nach einer Erzählung von Tommy Douglas (1944)

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