Der Euro muss durch nationale Währungen ergänzt werden

Wie lässt sich die europäische Finanzkrise lösen? Ganz sicher nicht durch immer mehr Hilfspakete zu Lasten der Steuerzahler. Aber ist die D-Mark eine Lösung? Ein Lösungsvorschlag des renommierten Ökonomen WILHELM HANKEL.

Euro-Zeichen vor dem Frankfurter Bankenviertel / Quelle: Wikipedia/ArcCan Euro-Zeichen vor dem Frankfurter Bankenviertel / Quelle: Wikipedia/ArcCan

Euro-Zeichen vor dem Frankfurter Bankenviertel / Quelle: Wikipedia/ArcCan

Euro-Zeichen vor dem Frankfurter Bankenviertel / Quelle: Wikipedia/ArcCan

1. Die Ursachen der EU-Krise: Leistungsbilanzdefizite oder Lohn-kostenexplosion? Wissenschaftliche Glasperlenspiele.
Der Theoretiker-Streit um die Ursachen der Eurokrise kreist um ein Henne-Ei-Problem. Geht die Zerreißprobe der Einheitswährung auf die chronischen Leistungsbilanzdefizite der Euro-Randstaaten (Portugal, Spa-nien, Italien, Griechenland etc) zurück, oder sind diese die Folge von deren (dazu paralleler) Stücklohnkosten-Inflation?
Das eine bedingt das andere: Ohne die intern (real) falschen Wechselkurse der Euro-Staaten (die einen sind unter-, die anderen überbewertet) gäbe es weder die auf Dauer „unfinanzierbaren“ Diskrepanzen der Leistungsbilanz-Salden (extreme Defizite der einen, Überschüsse der anderen) noch die Finanz-Ressourcen für die (realwirtschaftlich) die Produktivität über-steigenden Lohnkosten-Exzesse.
Beides wird („simultan“) von Außen finanziert – in der ersten Euro-Phase geschah es über die Finanzmärkte (Kredite und Kapitalexporte der Über-schussländer), inzwischen geschieht es „monetär“: über die eskalierenden „Liquiditätshilfen“ (ELA,TARGET, ESFS, ESM usw.) der EZB.
Die EZB mit ihren Hilfsorganen ist zum „regionalen IWF“ mutiert, – nur dass letzterer seine Mittel nicht „schöpft“, sondern aus den Einlagen (Quoten) seiner Mitgliedsländer bezieht, während die EZB ihre „Zahlungsbilanzkredite“ aus eigener Geldschöpfung finanziert: Inflation pro-duziert statt zu bekämpfen!
Beides: Tiefrote Leistungsbilanzen und vom Produktivitäts-Maßstab ab-weichende Lohnentwicklung wären unmöglich – gäbe es (nationalen) Währungswettbewerb und einen marktgerechten Anpassungszwang für die Wechselkursbildung. Und keine den Anpassungs-Druck für Wechsel-kurse und Löhne aufhebende grenzen- und uferlose Zahlungsbilanz- Kredite seitens der EZB!
Die drei Stoßrichtungen („ Ziele“) der Euro-Reform, die der Wissen-schaftler-Streit unnötigerweise vernebelt, sind daher:
– Zurück zu Währungswettbewerb und nationalen Währungen,
– Wiederherstellung marktgerechter Wechselkurse mit Abwertungszwang für inflationäre Defizitländer und
– Verzicht der EZB auf Zahlungsbilanz- und darin involvierte Budget-Kredite („monetäre Staatsfinanzierung“).
Für alle drei Ziele besteht Handlungsbedarf und –zwang. Doch die Frage ist: Lassen sie sich umsetzen? Und wie rasch? Denn die „Lebenserwar-tung“ der gegenwärtigen Euro-Union ist wegen akuter Krisen-Eska-lationsgefahr begrenzt.

2. Die akute Krisen- und Zerfalls-Gefahr der Euro-Zone geht allein vom Finanzsektor aus

Prof. Wilhelm Hankel / Quelle: Hankel

Prof. Wilhelm Hankel / Quelle: Hankel

Die Zypern-Krise deckt ein bislang tot geschwiegenes finanzielles Struktur-Problem der Euro-Zone gnadenlos auf: die Überdehnung des Bank-Sektors (Europas „overbanking“)
Die Bankbilanz-Volumina der Euro-Länder übersteigen (im Gegensatz zu den USA) die realen Wirtschaftsleistungen (gemessen am BIP) bei weitem, am dramatischsten in Mini-Volkswirtschaften ohne industriellen Kern: Luxemburg, Malta, Zypern; außerhalb der EU in der Schweiz.
Am Rande der Euro-Zone hat sich ein Gürtel wirtschaftlich schwacher Volkswirtschaften mit hypertrophiertem Bank-Sektor gebildet, der selber nicht in der Lage (zu „unterkapitalisiert“ ) ist, um sich im Krisenfall zu helfen. (In Luxemburg übersteigt das Bilanzvolumen der dort domizi-lierenden Banken das BIP um 2.100 Prozent. Weniger als 15% der lokal verdienten Einkommen stammen aus realer Wertschöpfung und Arbeit). Fälle wie Zypern werden sich wiederholen und bedrohen in letzter Kon-sequenz die weltweite Liquidität des Euro und des europäischen Kapi-talverkehrs (Art. 66 AEUV). Das Euro-Krisenmanagement setzt auf Kapitalverkehrs-Kontrollen als „Lösung“. Der Euro mutiert statt zur „zweiten D-Mark“ zur „zweiten Mark der DDR“.
Mikroökonomisch angelegte Instituts-Lösungen (à la Basel oder der Ausbau der EZB zur Bankenaufsichts-Behörde) reichen zur Krisenabwehr nicht aus – und sind überdies erst auf lange Sicht einsatzbereit.
Das oben skizzierte Programm muss daher durch die Wiederherstellung nationaler „ Feuerwehrfonds“ mit nationalen Zentralbanken als „lender of inexhaustable resorts“ gegen finanzielle Flächenbrände (à la 1930er Jahre) ergänzt und zusätzlich abgesichert werden.(Ein Punkt auf den der Verf. schon in der Verfassungsklage von 1998 hingewiesen hatte)
Wie sieht (oder sähe) ein solches den obigen Erfordernissen angepasstes Euro-System aus? Es wird in meinem Buch vorgestellt und begründet.

3. Der Euro kann durch nationale Währungen nur ergänzt, nicht er-setzt werden. Ein Euro als ECU II würde zum „Goldstandard ohne das gelbe Metall“ Zwei Vorbemerkungen:

- Ein ersatzloses Streichen des Euro stürzt Europa in das größte Währungs- und Finanzchaos seit Untergang des Römischen Reiches. Der Block der aufgelaufenen Schulden und Vermögen in Euro (annähernd 12 bis 13 Billionen Euro, vier deutsche BIP) kann weder 1:1 (in alten Umrechnungskursen) zurück gerechnet, noch durch Abwertung in den neuen (alten) Währungen „aufgewertet“ (verteuert) werden. Deswegen muss für die Alt-Schulden-Regelung in Euro entweder eine europäische oder nationale „Bad-Bank-Lösung“ gefunden werden.

- Die EZB hat als „europäische Bundesbank“ auf der ganzen Linie versagt. Daher kann sie weder als „ultimativer lender of liquidity“ beibehalten noch als „ IWF der Euro-Zone“ fortgeführt werden. Unter beiden Prämissen ergibt sich für die Euro-Zone – sie ist beides: sowohl „nicht-optimaler“ wie „staatenloser“ Währungsraum (denn Brüssels zentralistischer Super-Staat ist aus politischen, rechtlichen wie ökonomischen Gründen abzulehnen) – eine durchaus funktionsfähige Währungsverfassung mit folgenden Elementen:

- Euro und jeweils nationale Währung bilden in jedem Euro-Staat ein „duales Währungssystem“. Der zu Beginn zwischen beiden „gesetzlichen Zahlungsmitteln“ (am Einführungstag) festgelegte Umrechnungskurs ist und bleibt jedoch ein „monetärer Marktpreis“ und steht unter dem Diktat der Markt-Bewertung. Ein (monetär wie budgetär) „zu expansives“ Euro-Land gerät dadurch marktgesetzlich unter Abwertungs-Druck.
– Die EZB emittiert Euro nur gegen den Ankauf nationaler Währungen zu Markt-Bedingungen: sie sanktioniert damit den Abwertungs-Druck und verzichtet auf jede „Flutung“ mit Euro. (Liquiditäts-Hilfen à la ELA, TARGET usw. sind allein unter in ihrem Statut zu definierenden „Not- und Ausnahmefällen“ erlaubt.)
Unter diesen Bedingungen können inflatorische Prozesse (und Exzesse) nur von den nationalen Zentral- und Geschäftsbanken ausgehen (Die Gesamt-Geld-Mengen im Euro-System bleibt konstant und kann nur über Kredite konjunkturell „atmen“). Inflatorische Alleingänge einzelner Euro-Länder werden vom Markt durch Abwertung und Zinserhöhung „be-straft“; ihr Ansteckungseffekt auf andere Länder tendiert gegen Null.

4. Welches sind die Vorteile des neuen (€+)-Systems?
1. Das „Greshamsche Gesetz“ gilt wieder. Bürger und Anleger entscheiden, in welcher Währung sie sparen und ausgeben. Der (neue) Euro würde automatisch zum stabilsten, weil abwertungs-sicheren Geld Europas: Alle nationalen Währungen können (und müssen!) zum Euro abwerten. Der Euro würde zum „Gold ohne das gelbe Metall“.

2. Europas Währungsgraben zwischen Euro- und Nicht-Euro-Ländern verschwindet. Nicht-Euro-Länder mit eigener Währung (Schweiz, Russland, Norwegen) könnten der EU und neuen Euro-Zone beitreten. Dasselbe gilt für alle WKII-Länder innerhalb der (alten) Euro-Zone.

3. Selbstverschuldete nationale Währungs- und Finanz-Krisen (à la Zypern und demnächst andere) bleiben nationale Krisen und gefährden nicht mehr den Euro. Der Euro wird endlich, was er werden sollte: ein global sicheres und akzeptiertes Geld – sicherer als der US-Dollar.

4. Die Euro-Alt-Schulden-Regelung – entweder über nationale „ Bad-Banks“ oder die bewährten Alt-Schulden – „Clubs“ unter Aufsicht des IWF (Pariser und Londoner Club) – befreien die heutigen Krisen-Län-der (Griechenland &Co ) von ihrer unzumutbaren (und politisch explo-siven „Selbst-Kasteiung“. Sie erhalten über die Bad Bank-Lösung für ihre Alt-Euro-Schulden sowohl Zeit für eine Schuldenstreckung sowie die Chance der Schuldenstreichung („haircut“): Es wäre die die Been-digung ihrer Dauer-Krise. Die EU würde wieder an Zusammenhalt und Attraktivität gewinnen.

5. Last but not least: Die akute Gefahr, dass die Euro-Staaten über die eskalierende Kapitalflucht in „totes Kapital“ (Gold, Immobilien, Alt-Aktien, Auslandsanlagen) wertvolles Wachstums- und Innovations-Potential verlieren, wäre gebannt. Die EU würde wieder zum dynami-schen Akteur auf der Weltwirtschafts-Bühne, eine Rolle, die sie seit der Euro-Krise nicht mehr spielt.

Hier können Sie das Buch von Wilhelm Hankel bestellen.

25 Kommentare zu Der Euro muss durch nationale Währungen ergänzt werden

  1. Passt zwar nicht gerade zum Thema, ist jedoch wichtig zu wissen !!!!

    Die durchgängig paneuropäisch ideologisierten Parteien in Bundestag und Bundesrat wollen das Grundgesetz ändern, weil das verbietet worüber sie Volksabstimmungen abhalten wollen.

    https://www.radio-utopie.de/2013/05/28/s-p-d-grune-linke-f-d-p-kundigen-erwarteten-angriff-auf-das-grundgesetz-an/

  2. Da fällt mir nur ein: “Die Ratten verlassen das sinkende Schiff”.
    Selten so viel Stuss von einem “renommierten” Ökonomen gelesen.
    Langsam lassen wirklich alle ihre Masken fallen.

    • @car-genosse

      “Selten so viel Stuss von einem “renommierten” Ökonomen gelesen.”

      Sie können Ihren Standpunkt sicher sehr dezidiert begründen.
      Darauf bin ich sehr gespannt.

  3. 3. Der Euro kann durch nationale Währungen nur ergänzt, nicht er-setzt werden. Ein Euro als ECU II würde zum „Goldstandard ohne das gelbe Metall“ Zwei Vorbemerkungen:

    – Ein ersatzloses Streichen des Euro stürzt Europa in das größte Währungs- und Finanzchaos seit Untergang des Römischen Reiches. Der Block der aufgelaufenen Schulden und Vermögen in Euro (annähernd 12 bis 13 Billionen Euro, vier deutsche BIP) kann weder 1:1 (in alten Umrechnungskursen) zurück gerechnet, noch durch Abwertung in den neuen (alten) Währungen „aufgewertet“ (verteuert) werden. Deswegen muss für die Alt-Schulden-Regelung in Euro entweder eine europäische oder nationale „Bad-Bank-Lösung“ gefunden werden.

    Ja hier kommt mal wieder die TINA (There is no alternativ). Wie wenn wir von dieser nicht schon in der näheren Vergangenheit genug gehört hätten. Die neoliberale Soziopathen-Klique versucht gerade wieder ein neues Spiel, um ihre krankhafte Gier zu befriedigen.

    Man kann nur hoffen, dass die Menschen in der Zwischenzeit genügend sensibilisiert sind um dieser heimtückischen Alternative zu misstrauen.

    Aus dem Euro und zurück zu nationalen Währungen ja, aber ohne eine Elitewährung namens Euro Nichts da von Zweitwährung/Parallelwährung oder wie auch immer.

    Durch die Einführung nationaler Zweitwährungen und deren Abwertung würden Löhne, Renten und Sozialleistungen mit der Inflation auf ein Minimum gesenkt. Alle Lohnarbeitenden würden in der schwachen Zweitwährung ausbezahlt, mit der Importgüter aus dem Rest Europas schlicht unbezahlbar wären. Dank solcher Sklavenlöhne würden die Länder in ein Paradies für ausländische Investoren verwandelt. Die sozialen Folgen wären verheerend.

    Die wohlhabenden Eliten könnten den Euro hingegen als Zweitwährung bewahren und hätten weiterhin vollen Zugang zu den Waren des Weltmarkts und auch zu den Fördertöpfen der EU.

    Die ganze Geschichte ziehlt darauf ab, den Patokrathien Kurs der Finanzelite fortzusetzen und den Widerstand der Menschen dagegen, zu unterdrücken. Er zielt darauf ab, die Einkommensunterschiede in Europa weiter zu vertiefen, die Menschen und Länder zu spalten und gegeneinander auszuspielen.

    Im übriegen wäre dies natürlich ganz im Interesse des US Imperiums, wie auch die Vorantreibung der nordatlantischen Freihandelszone.

    • Werter @dragaoNordestino

      Ihre Einlassungen zu diesem komplexen Sachverhalt in allen Ehren, auch wenn Sie es dem/der geneigten LeserIn nicht gerade leicht machen, Ihre Bewertungen nachzuzeichnen.

      Zunächst erschließt sich mir Ihr unausgesprochener Verdacht, Prof. Hankel sei als Neoliberaler einzuordnen, nicht.

      Sofern es sich nicht um eine Fehlinterpretation meinerseits handelt, wäre es dann nicht eine Bereicherung Ihrer Einschätzungen, wenn Sie diesen Punkt etwas konkreter beleuchten könnten?

      Ihr Hauptkritikpunkt liegt offenbar in Prof. Hankel’s Empfehlung „Der Euro kann durch nationale Währungen nur ergänzt, nicht ersetzt werden.“ und Sie argumentieren dahingehend, dass alle Euro-Länder zu nationaler Währungs-Souveränität zukehren sollten, ohne den Euro als virtuelle Verrechnungseinheit beizubehalten.

      Hankel hat explizit auf eine solide €-Altschulden-Regelung als elementaren Bestandteil seines Konzeptes hingewiesen.

      Folgt man Ihrem Vorschlag, auf den € in Gänze zu verzichten, erhebt sich da nicht die Frage, in welcher Weise die auf € lautenden Verpflichtungen reguliert werden könnten?

      „Durch die Einführung nationaler Zweitwährungen und deren Abwertung würden Löhne, Renten und Sozialleistungen mit der Inflation auf ein Minimum gesenkt.“

      Dieser von Ihnen befürchtete Zustand ist doch bereits Realität und auf die Folgen des Währungs-Korsetts zurückzuführen, oder sehen Sie dies aus einem mir unbekannten Blickwinkel doch etwas anders?

      Lassen Sie mich an der Stelle einige Hellenische Realitäten in Erinnerung bringen:

      11 Mio Einwohner, davon rund 800,000 arbeitslose Menschen ohne jegliche staatliche Unterstützung

      Um etwaigen wilden Spekulationen hinsichtlich der Qualifikation dieser Menschen vorzubeugen, nachfolgend noch einige offiziellen Daten der hellenischen Statistikbehörde OAED (Stand August 2012 – aktuellere Daten bei Interesse bitte selbst ermitteln):

      – 60% der Arbeitslosen sind im Alter zwischen 30 und 54 Jahren
      – Anteil der arbeitssuchenden jungen Leute bis 29 Jahre, knapp 30%
      – 10% der Arbeitslosen sind über 55 Jahre alt
      – 46,6% der Arbeitslosen absolvierten das Oberstufen-Gymnasium
      – 34,3% haben die obligatorische Schulbildung durchlaufen, also bis zur 3. Klasse Gymnasium
      – 18% können einen akademischen Abschluss nachweisen
      – zu 1,1% gibt es keine diesbezüglichen Daten
      58,6% aller Arbeitslosen sind Frauen

      ca. 3,3 Mio aller Griechen sind ohne Krankenversicherung

      .. und, ein weiterer Punkt von vielen.. seit 2012 zahlt der griechische Staat, wenn überhaupt nur noch sehr schleppend, eigene Rechnungen für Lieferungen und Leistungen aller Art, von Umsatzsteuer-Erstattungen ganz zu schweigen!

      Meinen Sie also ernsthaft, dass die zeitgleiche Rückkehr der Euro-Staaten zu nationalen Währungen unter dem Dach eines virtuellen € nach dem Vorbild der Sonderziehungsrechte des IWF, die Lage der Menschen in den bislang dahinsiechenden Volkswirtschaften weiter verschlechtern würde?

      Ich denke, das genaue Gegenteil wäre der Fall.

      Die nationalen Währungen würden gegenüber der virtuellen Leitwährung die volkswirtschaftlich notwendigen Ab- und Aufwertungen durchführen, was bei unserem Griechenland-Beispiel (ebenso wie in anderen gebeutelten Volkswirtschaften) zu signifikanten Export-Erlösen führen würde … auf Sicht ein Weg zu stabileren Lebensbedingungen der Menschen.

      „Dank solcher Sklavenlöhne würden die Länder in ein Paradies für ausländische Investoren verwandelt.“

      Die „Sklavenlöhne“, wie sich ausdrücken, haben wir heute schon.

      20% aller beschäftigten Griechen (um im Bild zu bleiben) beziehen Gehälter, die 40% unterhalb mittlerer Arbeitnehmer-Einkommen liegen und sind damit hochgradig armutsgefährdet!

      Aber, in der Tat, die Rückkehr zu nationalen Währungen würde tatsächlich zu Investitionen führen, im Falle Griechenland’s etwa im Bereich Touristik, die bisher schon recht passable Produktion von pharmazeutischen Generika-Produkten (übrigens die umsatzstärkste Sparte aus Sicht deutscher Importe aus GR) könnte weiter wachsen, Oliven erster Qualität würden vermutlich nicht mehr nach Italien zur Weiterverarbeitung exportiert, sondern im Land selber veredelt und anschließend weiterverkauft werden, etc.pp.

      Was wäre Ihrer Meinung daran auszusetzen?

      „Die wohlhabenden Eliten könnten den Euro hingegen als Zweitwährung bewahren …“

      Das ist wohl eher ein Trugschluss, da es nach Hankel’s Modell den physischen Euro in der Brieftasche nicht mehr geben würde.

      Soweit erstmal meine Gedanken zu Ihren Einlassungen.
      Besten Dank für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit.

      Ihr Oeconomicus

      • Also ich sehe das ähnlich. Und zwar, würde ein radikaler Schnitt
        zur D-MARK vollzogen, müßten die Schulden voll und ganz in D-MARK
        abgewickelt werden. Das könnte sogar, nach meinem ökonomischen
        Sachverstandes eines Normalbürgers, zu einem zusätzlichen und
        das dann wahrhaft “unverdienten” Plus der Empfängerländer führen.
        Ehrlicherweise muß ich zugeben, das ich angesichts der abstrusen
        Situation auch schon des öfteren, diese Lösung vertreten habe.
        Aber da war der Gedanke eher vom (verständlichen) Zorn bis zur blinden Wut geprägt, als von nüchterner Vernunft und Sachverstand.

        Wenn man nicht, auch wenn nur für einen Augenblick, nicht im Dunkeln
        sitzen will, zündet man auch erst eine neue Kerze an, bevor man die andere erlöschen läßt. Ein Augenblick im Dunklen, in dieser dann zum äußersten aufgeheizten Welt, könnte tödlich sein—für Deutschland!

        Natürlich muß aber am Ende für Deutschland unwiderrufbar als Währung die D-MARK stehen. Insoweit bin ich diskussionresistenter Patriot. Koste es was es wolle!

      • @ Oeconomicus

        Danke für die ausführliche Antwort. Wenn sich alles so abspielen würde, wie prof. hankel sich das denkt, dann wäre dies sehr wohl eine Alternative. Nur eben glaube ich dies nicht.

        Ob prof. hankel nun neoliberal ist oder nicht, wer weiss dies schon. Heute wird derart viel Show gemacht und die vom System profitierenden sind mit allen Wasser gewaschen.

        Meiner Meinung nach ist eine staatliche Zweitwährung ein klammgefährliches Werkzeug. Und dass der Euro nur als Verrechnungseinheit dastehen wir, nun dass glaube ich nicht. So klanglos geben gierige Machteliten nicht auf.

        Auch ihrer Ansicht, dass die Menschen ja heute schon auf dem Grubenboden sitzen und gar nicht mehr weiter absacken können, teile ich nicht. Es kann noch um ein Vielfaches ekliger werden. Wahrscheinlich glauben Sie dies, weil Sie die Zustände ausserhalb Europas zuwenig kennen. Was wir heute in Europa sehen ist erst der Anfang.

        • dragaoNordestino says:

          28. Mai 2013 at 22:35

          …und zu welchem Ende soll denn €Uropa Ihrer Meinung nach noch kommen?

          • Sehen Sie, ich bin eben schon der Meinung, dass heute schon die 3/4 der Welt, Europa und Nordamerika im besonderen, vom angelsächsischen Finanzimperium manipuliert, ja regiert wird. In deren Interesse ist es überhaupt nicht, dass der Euro fällt….Im Gegenteil, die Menschen sollen fallen. In deren Sinne läuft doch alles wie geschmiert.

            Des Euros Sinns ist es doch, aus den europäischen eigenständigen Nationen, eine föderative europäische Union zu machen, die dem Imperium untersteht und zu dienen hat, nicht etwa ein vereinigtes eigenständiges Europa, wie gerne vorgeschoben wird. Zu mindest werden alle Parameter dahin ausgerichtet.

            Die sozial-Klassen vom mittleren Mittelstand bis hinauf zu den Reichen sollen durch einen grossen Crash aus Europa verschwinden, was dann noch übrigbleibt, soll soweit vereinheitlicht werden, bis man quasi auf dem tiefsten möglichen Punkt alle versammelt. Natürlich mit dem Euro. Dieser ist die regionale europäische Währung für das Imperium.

            Der Euro verschwindet erst, wenn es uns gelingt, das angelsächsische Finanzimperium vom Throne zu holen

            Dies ist so glaube ich wenigstens, nicht mehr möglich auf friedlichem Weg durch Gespräche. Zu aufgerüstet und agressiv benimmt sich dieser Psychopathen-clup in der Zwischenzeit. Von “EUROGENDFOR” (European Gendarmerie Force)in Europa bis Homeland security in den USA, Überwachungsstaat und Söltnerarmeen ist, ganz zu schweigen von der US-Nato, alles ist darauf ausgerichtet, auch die eigenen Bevölkerungen zu unterdrücken und Aufstände nieder zu schlagen.

            In diesem Sinne werden uns, über Hankel, Flassbeck etz. nur Bälle zugeschlagen, damit wir etwas zu diskutieren haben. Ändern an den finsteren Plänen der Angelsachsen tut dies nichts.

  4. Sehr geehrter Prof. Dr. Hankel,
    ich verfolge über Jahre Ihre fachlich korrekten beispiellosen Analysen den “EURO” betreffend, und bin von dem Wahrheitsgehalt der Prognosen, welche Sie ableiten, schwer beeindruckt und überzeugt. Alles ist eingetreten wie prophezeit, auch was speziell das Zeitfenster, der vorhergesagten Apokalypse betrifft, stimmt. Das Sie nicht mit zu den euphorischen bzw. bis zum Teil vorbehaltlosen Unterstützern der AfD gehören hat mich abgehalten auch in den durchaus verlockenden Chor der Euphoritiker einzustimmen, sondern die Sache eher beobachtend,temporär zu betrachten und dann zu entscheiden.
    Im Nachhinein bin ich froh. Schließlich gibt es für eine Situation
    immer mehr Alternativen, die es gilt, gerade bei der gegenwärtigen,
    penibelst nach allen(!) Richtungen zu prüfen. Die Zeit muß
    einfach sein, wenn auch diese ohne Zweifel drängt, und es zu einer
    Lösung zwingenst und baldigst kommen muß!
    Deshalb habe ich zu Ihrem Vorschlag, der mir als der gehbarste,
    da er auch der Logik des allgemeinverständlichen zu Grunde liegt,
    halte, trotzdem drei Detailfragen.

    1.In einem Ihrer Kommentare den “EURO”II betreffend sagten Sie:
    ” Der Neue EURO wird annähernd(!) dem des ECU funktional gleichen “.
    Was wären die Punkte, in denen sich beide Zahlungsmittel unterscheiden würden?

    2.Verstehe ich das richtig? Würde Deutschland generell Ex/Importe ins nicht “EURO”- Ausland(z.B. USA, Südkorea,Japan etc.)mit dem “EURO”II abwickeln? Bestände Wahlfreiheit, wenn ja, für wem?
    Exporteur oder Importeur?

    3.Welche Währung würde innerhalb von Deutschland zum Zahlen
    gültig sein, und für den gesamten Zahlungsverkehr ohne Ausnahme? DM, “EURO”II, beide?

    Herzlichst
    TH.K

  5. Da alle Schuldner an einem realen Schuldenschnitt bzw. der möglichst umfasseden Weginfaltionerierung ihrer Schulden bzw. an der ideologischen Umdeutung ihres eigenen Versagen/Betuges intersiert sind, mögen die Überlegungen von Prof. Hankel ggf. richtig, in der zu erwartenden Praxis auf der Grundlage der gegebenen Macht- und Einflußkonstellationen aber ohne reale Bedeutung sein. Es wird kein Weg an dem Totalverlust des deutschen Volksvermögens vorbeiführen, weil dies so gewollt und über Jahrzehnte akribisch so vorbereitet wurde, unter Nutzung aller ideologisch-korruptiven Wege. Alle Bundeskanzler sind zugleich Zeugen und leitende Mittäter! Merkel ist die, die es am besten verstanden hat, die realen Verhältnisse und Absichten zu verschleiern, deshalb läuft auch die Großaktion “Alle lieben Angela, die tüchtige!” Und sie wird weitermachen, bis alles in Scherbe fällt… daran ändern auch Hankels Vorschläge nichts!

  6. Hier ist auch ein Interview mit Professor Hankel vom 06.05.2013

    Prof . Hankel – Bürgerkrieg bei weiter so – Euro ist Dynamit – das Ende ist nah – Enteignung

  7. “Der Euro muss durch nationale Währungen ergänzt werden”

    oder besser…

    Gleichzeitig mit einem modernen Bodennutzungsrecht, muss der Euro in Deutschland durch eine konstruktiv umlaufgesicherte Währung ersetzt werden.
    Silvio Gesell nannte es kurz: Freiland und Freigeld.

    Alles andere führt zu einer Katastrophe in der Katastrophe.

    Mehr dazu in: 2010_gsm.pdf
    anww.de

    • @Josef

      “umlaufgesicherte Währung”

      Gibt es hinsichtlich Silvio Gesell’s Zins- und Geldtheorie nicht einen bislang unaufgelösten Meinungsstreit hinsichtlich der Geldmengensteuerung.

      Um sowohl inflationäre als auch deflationäre Entwicklungen zu vermeiden, soll, so die Theorie, ein Gleichgewicht zwischen Geldmenge und Warenproduktion dauerhaft erreicht werden.

      Bislang ist mir nicht bekannt, wie ganz konkret ein konstanter Geldumlauf erreichbar sein soll.

      Mir erscheint nicht zuletzt deshalb das Denkmodell “umlaufgesicherte Indexwährung” undurchführbar zu sein.

      Ich bin aber sehr gerne bereit, mir Ihre Argumente dazu anzusehen.

      beste Grüße
      Oeconomicus

      • Gleichgewicht von Geldmenge und Warenproduktion funktioniert doch nur
        durch Steuerung von Außen(Staat), und das auch nur in der Praxis kurzzeitig.
        Der Rest ist Theorie. Das wäre doch Planwirtschaft pur.

        • @TH.K
          “Der Rest ist Theorie. Das wäre doch Planwirtschaft pur.”

          Vielleicht können folgende Artikel zur Aufklärung beitragen:
          “Der blinde Fleck der Volkswirtschaftslehre”
          http://www.deweles.de/files/mathematik.pdf
          http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/12/der-abbau-des-staates.html
          Insbesondere der Artikel “Der Abbau des Staates” (Silvio Gesell) hört sich nicht nach “Planwirtschaft” an.

          Aber vielleicht sind Sie interessiert an einer “Reise in die tiefsten Tiefen des Kaninchenbaus”:
          http://www.deweles.de/willkommen/himmel-und-hoelle.html

          Ein freiwirtschaftlicher Gruß
          Josef

          • @Josef

            Danke für Ihren Hinweis. Habe die Links mit großem Interesse gelesen.
            Setzt meiner Meinung aber einen totalen Bewußtseinswandel der gesamten(!) Menschheit voraus, welcher nur, wenn überhaupt, durch massivste Negativerfahrung globalen Ausmaßes einsetzen wird. Soll heißen—Krieg.
            Das ein Vernunftimpuls derartigen Ausmaßes vom Menschen selbst, ohne entsprechendes Konfliktpotenzial, als positiv und notwendig wahrgenommen
            wird, dazu fehlt mir der Glaube, und bleibt aus meiner Sicht—Theorie.
            Über das Für und Wider, kann man natürlich unterschiedlicher Ansicht sein.

          • Josef // 30. Mai 2013 um 21:24 //

            @TH.K
            “Setzt meiner Meinung aber einen totalen Bewußtseinswandel der gesamten(!) Menschheit voraus, welcher nur, wenn überhaupt, durch massivste Negativerfahrung globalen Ausmaßes einsetzen wird. Soll heißen—Krieg.”

            Da kann ich Ihnen größtenteils zustimmen. Ich habe aber diesen “Bewusstseinswandel” (die wirkliche Bedeutung der Erbsünde erkennen) ohne “massivste Negativerfahrung” schon vor einigen Jahren geschafft. Wie ich das geschafft habe, kann ich mir selbst nicht erklären, vielleicht ein bisschen davon:

            “Man kann sich auf Unvorhersehbares nur vorbereiten, indem man versucht, aufgeschlossen und unvoreingenommen zu bleiben – ein außerordentlich schwieriges Unterfangen, selbst beim besten Willen der Welt. Ein vollkommen offener Verstand müsste leer sein, und Freiheit von allen Vorurteilen und vorgefassten Meinungen ist ein unerreichbares Ideal.”
            Arthur C. Clarke

            Ich vermute, dieser “totalen Bewusstseinswandel” steht auch Ihnen noch bevor.

            Zu dem Stichwort “Krieg”:
            Wie stellen Sie sich einen solchen Krieg vor?
            Ich jedenfalls, kann mir einen Krieg (3WK) eigentlich nicht vorstellen. Bei diesem Arsenal an Atomwaffen, wäre dieser Krieg das Ende der Menschheit. Und dazu sind diejenigen, die über diese Atomwaffen verfügen und bestimmen viel zu feige. Oder anders gesagt, sie hängen genauso am Leben (Selbsterhaltungstrieb), wie Sie und ich.
            Ich kann mir aber den Zusammenbruch des Geldkreislaufs (globale Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes, klassisch: Armageddon) vorstellen, über 90% aller heute auf diesem Planeten lebenden Menschen hätten danach keine Überlebenschance, und der überlebende “Rest” würde wieder in der Steinzeit landen, denn ohne Geld keine Arbeitsteilung, ohne Arbeitsteilung kein Strom, kein jederzeit verfügbares sauberes Wasser, keine Landwirtschaft und Viehzucht um 7 Milliarden Menschen mit Nahrungsmittel zu versorgen. Das ist der Crash, der uns bevorsteht, und nicht ein bisschen “Währungs- und Finanzchaos”. Nur die Flucht nach vorne, die Verwirklichung der Natürlichen Wirtschaftsordnung nach Silvio Gesell, kann die größte anzunehmende Katastrophe der Weltkulturgeschichte noch rechtzeitig abzuwenden.
            Alles was man dazu wissen muss, steht auf der Internetseite des Herrn Wehmeier: “Der Weisheit letzter Schluss” – deweles.de.
            Sehr viele interessante Beiträge (auch von Herrn Wehmeier) sind in dem Blog “Opium des Volkes” (http://opium-des-volkes.blogspot.de) zu finden.

            Willkommen im 21. Jahrhundert.

          • @josef 30. Mai at. 21:24

            Entgegen meiner Art möchte ich Ihnen wiederholt antworten, da ich Ihre
            Kommentare intelligent und daher bereichernd finde. In dieser Qualität, auch die Links betreffend, im Netz, zur erfreulichen Ausnahme gehörend.

            Diese Thesen stellen für mich eine mögliche Weiterentwicklung der Markt-
            wirtschaft eines Ludwigs Erhards dar. Und zwar nur, ihre konsequenteste
            Durchführung vorausgesetzt. Wobei Erhards “soziale” Marktwirtschaft im Vergleich in den Rang eines Prototyps zu diesen Theorien gerät. Diese widerum den Abschluß dieser, insgesamt aber letztendlich auch doch nur vorläufigen Entwicklung darstellen. Als Anhänger/Fan Erhards kann ich mich ohne wenn dafür begeistern. Aber……

            Realistisch betrachtet ist das eine Aufgabe für mehrere(!) Generationen,
            und z.Z. fehlt in der Gesellschaft, meines Erachtens, jeglicher Ansatz für die Empfänglichkeit für ein solches Projekt. Weder basisfundamental- noch basiselitär. Wenige, sehr wenige Ausnahmen ausgeschlossen und deshalb auch ohne jegliche Anstoßwirkung. Wenn ich von meinem Umfeld ausgehe, ist die
            “Marktwirtschaft”, so bitter wie es ist, aus den Köpfen derjeniger, die
            in dem Alter sind, die etwas bewegen könnten, sogar müßten(!), verschwunden
            bzw. war gar nicht drin. Ich glaube im Moment geht es vordergründig darum die “Marktwirtschaft” als Idee am Leben zu erhalten. Das ist schwer genug.

            Reizwort “Krieg”: In meinem Kommentar verband sich “Krieg”, nicht mit
            einem konkreten Ort, Zeitpunkt, Anzahl, Ausmaß etc.. Nebenbei, meinem
            Wortsinnverständnis nach, gab es keine “Weltkriege”. Unter “Weltkrieg”
            verstehe ich eine zeitpunkt;-intensität;-und allerorten gleichgegenwärtige
            militärische Auseinandersetzung. Soetwas hat es noch nicht gegeben.
            Das kann man nur von außen bewirken(interplanetar).
            Nein, ich meinte, das auf eine gewaltbezogene Auseinandersetzung zwischen
            den sich gegenüberstehenden Parteien. Weil die Veränderungen so umfassend
            wären, würde man sie jetzt, spontan anstreben, das ich mir es nicht vorstellen kann, das diese friedlich gestaltet werden könnten, gleich bei ursprünglich entsprechender Absicht. Sie stehen z.Z. nicht zur Debatte.

            Deshalb auch meine Eingangseinlassung,…eine Aufgabe für Generationen.
            Bei Gelingen wären wir dem “Himmelreich auf Erden” ein Stück näher.
            Wollen wir das, wollen das unsere Ur,ur…? Das Fach Erdkunde bräuchten
            wir nicht mehr.

            Tschüß TH.K

      • @Oeconomicus
        “Ich bin aber sehr gerne bereit, mir Ihre Argumente dazu anzusehen.”

        Es sind nicht meine Argumente, obwohl ich mich voll mit ihnen identifiziere.

        Zitat aus http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/10/geld.html:

        “Damit das Geld unter allen Umständen sicher umläuft und die Zentralbank überhaupt die Möglichkeit hat, den Geldwert anhand eines repräsentativen Konsumgüter-Preisindex auf unbegrenzte Zeit absolut stabil zu halten, müssen die destruktiven Umlauf”sicherungen” Urzins und schleichende Inflation durch eine konstruktive Geldumlaufsicherung ersetzt werden. Dazu wird eine staatliche Liquiditätsgebühr von 8% pro Jahr (2% pro Quartal) auf alles Zentralbankgeld (Bargeld plus Zentralbankguthaben der Geschäftsbanken) erhoben, damit der Warenaustausch nicht mehr blockiert werden kann, die Spekulation uninteressant wird, und die Investition (langfristige Geldanlage) für den Sparer auch dann noch interessant bleibt, wenn bei Sachkapitalsättigung der Kapitalzins um Null pendelt.”

        oder http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/10/vollinvestition.html

        “Allein die gesetzlich verbindliche Ankündigung einer staatlichen Liquiditätsgebühr auf alles Zentralbankgeld (Bargeld plus Zentralbankguthaben der Geschäftsbanken) in Verbindung mit einer direkten Geldmengensteuerung (konstruktiv umlaufgesicherte Indexwährung) macht die Spekulation uninteressant, ohne sie „besteuern“ oder gesetzlich einschränken zu müssen, und sie macht die Investition interessant, ohne dass sie rentabel sein muss! Das Finanzkapital ist von einem Tag auf den anderen vollständig entmachtet.”

        Noch mehr zum Thema Geld:
        http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/07/der-zins-mythos-und-wahrheit.html
        http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/02/marktgerechtigkeit.html
        http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/01/2012.html

        Ein freiwirtschaftlicher Gruß
        Josef

  8. @Josef

    Da Sie offenbar keine selbst erarbeiteten Positionen anbieten, erscheint es mir müßig, auf die Theorien von Silvio Gesell einzugehen.

    Hilfsweise sei auf eine von zahlreichen kritische Bewertungen zum freiwirtschaftlichen Dogma Sivio Gesell’s hingewiesen:

    http://wertewirtschaft.org/analysen/Freiwirtschaft.pdf

  9. Mahlzeit, Grüß Gott – meine Herren Kommentatoren,

    mir raucht der Kopf nach dem Lesen Ihrer Kommentare…. das ist gut
    so, ich hoffe das geht vielen “Holzköpfen” wie mir so…,

    wenn Holz verkohlt wird, ist es möglich danach einen Stoff zu
    gewinnen, der höherwertig als der Ausgangsstoff ist………,
    nämlich Holzkohle und ……,

    mit der Holzkohle kann man neuen dauerhaften Stahl formen/schmieden.

    Danke für den symphatischen Disput – Hauptsache wir sind noch
    rechtzeitig im Zug oder besser, wir besetzen die Lokomotive..,

    es sei denn die Gleise oder Weichen liegen falsch.

    Der beste Vergleich, der mit hoher Sicherheit zum gewünschten
    zukunftsfähigen Geldkonzept führt…..: “alles mit natürlich vor-
    handenen Prozessen abgleichen…”!

    Selbstregulierung durch Zerfall und auf dem Zerfallsprodukt neues
    gesundes starkes Wachstum sichern – so einfach – göttlich – oder?

  10. In der Theorie mag es ja möglich sein einen “Neuen” Euro zu schaffen, aber wie soll sich so was politisch durchsetzen lassen?
    Das ist doch europaweit gar nicht möglich.
    Es wird erst zum ganz großen Knall kommen müssen, bis etwas verändert wird. Und so lange gilt: durchwurschteln wie bisher.

  11. Er Euro an sich ist eine gute Idee, dass aber unterschiedliche Volkswirtschaften mit dieser Währung hantieren dürfen birgt große Risiken. Neben dem ökonomischen Aspekt gibt es auch die emotionale Seite: Wer in England unterwegs ist, hat das Gefühl, nicht in einem EU-Land zu sein. Die Währen ist also Faktor für die Authentizität. Die alte D-Mark fehlt uns wahrscheinlich immer noch, aber mehr als eine romantische Idee als tatsächliche Alternative zum Euro stellt sie nicht mehr dar.

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