Christian und Bettina Wulff haben sich getrennt

Erwartet worden war es schon lange, jetzt ist es offiziell: Christian und Bettina Wulff haben sich getrennt!Ex-Bundespräsdient Christian Wulff steht vor den Trümmern seines Lebens.

Ehe-Aus: Christian und Bettina Wulff / Screenshot aus einem Video im Text Ehe-Aus: Christian und Bettina Wulff / Screenshot aus einem Video im Text

Als erste berichtete bild.de über die Trennung, und geschrieben hat die News kein Geringerer als der zur Zeit in Kalifornien residierende BILD-Chef-Redakteur Kai Diekmann. Begründet wird die Trennung mit den Belastungen der Affäre.

BILD schreibt:

„Das Paar hat beschlossen, sich offiziell zu trennen – eine entsprechende Trennungsvereinbarung ist Montagfrüh bei einem Rechtsanwalt im Hannover von beiden Seiten einvernehmlich unterzeichnet worden.“

Wie die Zeitung aus „Kreisen der Bundes-CDU“ erfahren haben will, soll Christian Wulff bereits am vergangenen Wochenende aus dem gemeinsamen Haus in Großburgwedel ausgezogen sein. Er habe sich eine Wohnung in Hannover gemietet. Der gemeinsame Sohn des Paares bleibe bei seiner Mutter in Großburgwedel. Angeblich gebe es Gerüchte, wonach das gemeinsame Haus demnächst verkauft werden soll.

In Berlin war schon länger über eine Trennung spekuliert worden. Es gab sogar Gerüchte über eine neue Beziehung Bettina Wulffs. Allerdings erwiesen sie sich als genauso haltlos wie jene über ihre angebliche Tätigkeit im Rotlichtmilieu.

Auffällig war in den vergangenen Monaten allerding die unterschiedliche Entwicklung des Paares. Der frühere Bundespräsident scheint auch heute noch seelisch und körperlich von der Affäre gezeichnet. Er hat stark an Gewicht verloren und ist innerhalb kürzester Zeit ergraut. Dann kam das Buch der BILD-Reporter Nikolaus Harbusch und Martin Heidemanns „Die Affäre Wulff“, die offenbarte, dass Wulff nicht einmal mehr seinem einst engsten Freund Olaf Glaeseker vertraute.

Bettina Wulff hingegen tritt in der Öffentlichkeit unbefangen auf. Die Strapazen des vergangenen Jahres sind ihr nicht anzusehen. Professionell hat sie ihr Buch vermarktet, in dem sie mit ihren Feinden abrechnete.Die Geschichte der Bettina Wulff ist die einer Verleumdung. Unter der oberflächlichen Betrachtung von haltlosen Anschuldigungen und juristisch erzwungenen Unterlassungserklärungen aber liegt noch eine weitere Geschichte verborgen. Sie erzählt von einem durch Karrierismus, Abhängigkeiten, Missgunst, Neid und Rachsucht durchtriebenen Milieu. Sie erzählt vom unheilvollen Miteinander von Politik und Medien und davon, dass die so genannte feine Gesellschaft aus allzu vielen dunklen Charakteren besteht“, schrieb GEOLITICO damals.

Bettina Wulff, so scheint es, hat die Affäre den Umständen entsprechend überstanden und verarbeitet. Für Christian Wulff dürfte das Scheitern seiner zweiten Ehe schwerste Konsequenzen haben: Schließlich steht er politisch, sondern auch privat vor den Trümmern seines Lebens.

Über Günther Lachmann

Günther Lachmann ist Journalist und Autor. In seinen Beiträgen befasst er sich unter anderem mit dem Wandel des demokratischen Kapitalismus. Er veröffentlichte mehrere Bücher, zuletzt gemeinsam mit Ralf Georg Reuth die Biografie über Angela Merkels Zeit in der DDR: "Das erste Leben der Angela M." Kontakt: Webseite | Twitter | Weitere Artikel

13 Kommentare zu Christian und Bettina Wulff haben sich getrennt

  1. Auch heute sind wieder 40.000 Kinder an Hunger und vermeidbaren Krankheiten gestorben. Aber die Presse interessiert sich für das Privatleben unserer Politiker?

  2. Bettina Wulff hat sich benomnmen wie eine erstklassige Undercover-Agentin.
    Der Wulff ist leider kein Wolf gewesen, sondern ein Würstchen.
    Sein Nachfolger scheint ebenfalls einer Seifenoper entsprungen.

  3. Entschuldigung Herr Lachmann,
    ob Wulffs sich trennen oder nicht. Wen interessiert das? Außer die Klatschpresse. Ich denke es gibt Wichtigeres was das Weltgeschehen angeht als Wulffs Trennung.

    M.f.G.

    C.M.

    Wünsche allen noch ein gutes und friedvolles neues Jahr!!

    • Günther Lachmann // 7. Januar 2013 um 17:58 // Antworten

      Das ist sicher immer der erste Gedanke bei so einer Meldung. Ging mir genauso. Ich habe sie dann trotzdem gebracht, weil dieses Ehe-Aus nicht nur das Ende einer Beziehung ist, sondern für den Menschen Christian Wulff – was immer man von ihm halten mag – ein menschliches Drama ist, wie es nur wenige erleben. Der Mann ist bis an die Spitze des Staates aufgestiegen und von dort oben kilometertief ins Nichts gestürzt. Oder anders gesagt, er ist nicht nur politisch tot. Vielleicht werde ich die Tage dazu noch etwas schreiben – wenn meine Zeit es zulässt.

      • Ich denke Herr Lachmann, dieses letzte Kapitel zweier Menschen die viel erreichen wollten und tief gefallen sind, was sie selbst verursacht haben. Dieses Kapitel sollte die Presse beenden und sie Mensch sein lassen und in Ruhe lassen und nicht mehr darüber berichten. Ist meine pers. Meinung.

        M.f.G
        C.M.

      • Danke Herr Lachmann, dass Sie den Menschen Wulff im Blick haben!

  4. Günther Lachmann // 7. Januar 2013 um 20:48 // Antworten

    Sie haben Recht. Beenden wir das Kapitel Wulff. Schönen Abend noch!

  5. In China ist gestern ein Sack Reis umgefallen.

  6. Wulff News gleichen Nagelpilz, man braucht ihn nicht, wird ihn aber nicht los. Drum prüfe, wer sich länger bindet…

  7. Ich denke, das Thema ist längst nicht so abgedroschen und uninteressant wie einige glauben. Wenn man sich offenen Auges der Sache nähert, und das sollten kluge Menschen wie die hiesigen Leser, wird man gewahr, wie das politische System, dessen Souverän wir ja angeblich sind, seine Marionetten baut und fallen läßt, je nach Bedarf.
    Den ganzen Rummel um Christian Wulff und seine Konsequenz des Abdankens, halte ich für eine sehr gelungene Schmierenkomödie des Kartells der Meinungsmacher- und der Michel beißt an.
    Herr Wulff hätte wissen müssen, daß er im Haibecken schwimmt- tat es offensichtlich nicht- und ging unter. Schade!
    Die angekündigte Trennung hielt ich für ein taktisches Manöver, damit Bettina Wulff kein Ziel bei ihrer politischen Karriere bietet. Scheint aber ein Irrtum zu sein.
    Also hat Herr Wulff mein aufrichtiges Bedauern und die besten Wünsche für das begonnene Jahr. Egal was andere in ihn hinein interpretieren, am Ende ist es ein Mensch. Ein Mensch, der allein auf weitem Feld steht und von allen Seiten zusammengeschossen wird.
    Wie krank ist dieses System…? Wie krank ist der Mensch an sich…?

  8. Zugleich ist jetzt der 123. Geburtstag von Kurt Tucholsky, der da gesagt hatte (oder so ähnlich):
    “Und auch Herrn Wulff rat’ ich dies:
    einmal auf den Boulevard, einmal nach Paris!”

    Leisten könnte der Wullf sich das jetzt doch, ebenso wie der Lodda (der Fussballspieler mit den jungen Goldgräberinnen).

    Also ich würde es mir auf einer romantischen Palmeninsel, umgeben mit jungen Frauen, von jeder Rasse eine, gutgehen lassen. Eine Klinik (nicht nur für Entbindungen) müsste jedoch in Reichweite sein – an so etwas sollte man doch denken.

    Aber kann man das von solchen Spiessern überhaupt erwarten? –
    DA liegt nämlich
    der Hase im Pfeffer:
    Grossburgwedel forever!

  9. Ich denke auch, dass die Medien so langsam aber sicher Ruhe geben sollten, vor allen Dingen im Interesse der Kinder. Der 9-jährige Sohn tobt doch garantiert auch durchs Internet, klickt sich durch diverse Seiten. Er liest die Artikel und teilweise doch unterirdischen und hämischen Kommentare.

    Diese Trennung sollte ausschl. als Privatsache der Nocheheleute Wulff gesehen werden, eine kurze Meldung hätte da völlig gereicht. Statt dessen wird das in den versch. Onlineausgaben ohne Ende thematisiert – wieder und wieder.

    Am Dienstag war in der Printausgabe der ” Neue Presse ” Hannover auch ein Artikel bzgl. der Trennung. Dort war zu lesen, dass in der verg. Zeit das Sicherheitspersonal aufgestockt werden musste, da er sich häufig in Berlin und sie sich des öfteren in München aufhalten würde. Wenn ich das richtig interpretiere, hat diese Dame also auch Anspruch auf – vom Steuerzahler bezahlte – Personenschützer. Das hat mich dann doch a bisserl irritiert – wie lange soll das denn so weiterlaufen?

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